witzeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwit-zeln
Wortbildung mit ›witzeln‹ als Grundform: ↗Witzelei
eWDG, 1977

Bedeutung

über etw., jmdn. witzige Anspielungen machen, spötteln
Beispiele:
über etw., jmdn. witzeln
die Freunde witzelten über die dunklen Schatten um seine Augen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Witz · witzeln · witzig · Witzbold
Witz m. ‘Verstand, Schlauheit, geistreicher Spaß, schlagfertige Formulierung, scherzhafte Äußerung’. Die Neutra ahd. wizzi ‘Wissen, Vernunft, Verstand, Einsicht, Weisheit, Bewußtsein’ (9. Jh.), aengl. wit(t), engl. wit, got. unwiti ‘Unwissenheit’ und (mit anderer Stammbildung) anord. vit, schwed. vett ‘Verstand’ sowie das Femininum ahd. wizzī ‘Verstand, Wissen, Einsicht, Sinn, Weisheit, Tugend, Geist’ (9. Jh.), mhd. witz(e) ‘Wissen, Verstand, Besinnung, Einsicht, Klugheit, Weisheit’ gehören wie auch aind. vidyā́ ‘Wissen, Weisheit, Gelehrsamkeit’ zu der unter ↗wissen (s. d.) genannten Wurzel ie. *u̯eid- ‘erblicken, sehen’. Im 17. Jh. entwickelt sich maskuliner Gebrauch, der sich im 18. Jh. durchsetzt. Unter dem Einfluß von frz. esprit und engl. wit erhält Witz im 17. Jh. die Bedeutung ‘Begabung für geistreiche, überraschend formulierte Einfälle, dichterisches Erfindungsvermögen’ im Hinblick auf die schönen Wissenschaften und freien Künste. Zu Beginn des 19. Jhs. steht Witz bereits für ‘kluger, geistreicher Einfall’ (scherzhaften oder spöttischen Inhalts) und erhält gegen Ende des 19. Jhs. den heutigen Sinn ‘geistreicher Spaß, Scherz, Ulk, humorvolle Anekdote’. Vgl. das ist der Witz ‘das ist der springende Punkt, auf den es ankommt’, Witze reißen ‘kurze, komisch wirkende Geschichten erzählen’ (beide 19. Jh.). witzeln Vb. ‘geistreich reden wollen’ (16. Jh.), ‘(unangebracht) scherzhaft oder spöttisch daherreden’ (19. Jh.). witzig Adj. ‘voller geistreicher oder lustiger Einfälle’ (18. Jh., in Anlehnung an Witz ‘Esprit’), zuvor ‘vernünftig, verständig’, auch ‘schlau, gerissen’ (16. Jh.), ahd. wizzīg (8. Jh.), mhd. witzec, witzic ‘kundig, verständig, klug, weise’. Witzbold m. ‘frühreifes Kind’, dann ‘Klügling’ und ‘Spaßmacher, Spötter’ (16. Jh.), zusammengesetzt mit dem aus Eigennamen stammenden Kompositionsglied -bold (s. ↗bald).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gags machen · Späße machen · Witze machen · ↗flachsen · witzeln
Assoziationen
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Synonymgruppe
(sich) in Blödeleien ergehen · Jux machen · Unsinn machen · Unsinn treiben · Witze machen · ↗albern · ↗blödeln · ↗flachsen · ↗herumalbern · ↗herumblödeln · herumkaspern · ↗juxen · ↗scherzen · ↗spaßen · ↗ulken · witzeln  ●  ↗herumkalbern  regional · Faxen machen  ugs. · auf Gaga machen  ugs. · rumalbern  ugs. · rumblödeln  ugs. · rumspacken  ugs.
Assoziationen
  • aufdrehen · ↗ausgelassen (sein) · ↗herumtoben · ↗herumtollen · ↗toben · ↗tollen  ●  (seine) dollen (o.ä.) fünf Minuten haben  ugs. · ↗aufgedreht (sein)  ugs. · rumbandusen  ugs., regional
  • Eulenspiegelei · ↗Nonsens · ↗Schildbürgerstreich · ↗Spaß · ↗Ulk · lustiger Streich  ●  ↗Schabernack  Hauptform · ↗Schnurre  veraltet · Spass  österr. · ↗Clownerie  geh. · ↗Drolerie  geh. · Döneken (Rhein., Plural Dönekes)  ugs. · ↗Eselei  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Flachs  ugs. · ↗Hanswurstiade  ugs. · ↗Jokus  ugs. · ↗Jux  ugs. · ↗Posse  geh. · ↗Schnack  ugs., norddeutsch · ↗Schnurrpfeiferei  geh., veraltet · ↗Schote  ugs.
  • affig · ↗albern · ↗dämlich · ↗lachhaft · ↗lächerlich · ↗läppisch · ↗neckisch · nicht ernst zu nehmen · ↗närrisch · unfreiwillig komisch  ●  (jemandem) zu blöd  ugs. · ↗blöd  ugs. · flachsinnig  ugs. · pillepalle  ugs. · ↗ridikül  geh., veraltend · zum Piepen  ugs. · zum Schreien  ugs.
  • hör auf mit dem Blödsinn  ugs. · lass den Quatsch  ugs. · mach keinen Unsinn  ugs. · spinn dich aus  ugs., salopp
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Synonymgruppe
(milde) belächeln · (sich) amüsieren (über) · amüsiert sein (über) · amüsiert zur Kenntnis nehmen · lustig finden · witzeln
Synonymgruppe
frotzeln · ↗höhnen · ↗lästern · ↗scherzen · ↗spotten · ↗spötteln · ↗ulken · ↗verhöhnen · ↗verspotten · witzeln  ●  ↗(sich) mokieren  geh.
Unterbegriffe
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) ein X für ein U vormachen · ↗foppen · ↗narren · ↗nasführen · ↗täuschen · zum Besten haben · zum Besten halten · zum Narren halten  ●  (jemanden etwas) glauben machen  Hauptform · ↗(jemandem etwas) weismachen  ugs. · (jemandem) einen Bären aufbinden  ugs. · (mit jemandem) sein(e) Spielchen treiben  ugs. · an der Nase herumführen  ugs. · ↗anführen  ugs. · ↗anmeiern  ugs. · ↗anschmieren  ugs. · auf den Arm nehmen  ugs., fig. · auf die Rolle nehmen  ugs. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗einseifen  ugs. · für dumm verkaufen  ugs. · ↗hochnehmen  ugs. · ↗hopsnehmen  ugs. · ↗verarschen  derb · ↗verdummbeuteln  ugs. · verdummdeubeln  ugs. · ↗vergackeiern  ugs. · verkaspern  ugs. · ↗verkohlen  ugs. · ↗verladen  ugs. · vernatzen  ugs., regional · ↗verschaukeln  ugs. · ↗verscheißern  derb · ↗veräppeln  ugs.
  • (dezent) spöttisch · halbernst · ins Lächerliche ziehend · ↗ironisch · lächerlich machend · ↗lästerlich · lästernd · mit gespielter Ernsthaftigkeit · nicht ganz ernst gemeint · ↗scharfzüngig · ↗scherzhaft · spöttelnd  ●  ↗spitz  ugs.
  • karikieren · ↗nachahmen · ↗parodieren · ↗persiflieren · ↗verballhornen  ●  ↗nachäffen  ugs. · ↗travestieren  geh. · ↗verarschen  derb · verkaspern  ugs. · ↗veräppeln  ugs.
  • blamieren · ↗bloßstellen · ↗kompromittieren · lächerlich machen · ↗vorführen · zum Gespött machen  ●  an den Pranger stellen  fig. · ↗desavouieren  geh. · mit heruntergelassener Hose dastehen lassen  ugs., fig.
  • (sich) unverhohlen freuen · aus seiner Schadenfreude keinen Hehl machen · ↗feixen · frech grinsen · ↗lachen (über)  ●  ↗auslachen  Hauptform · (sich) einen abgrinsen (müssen)  ugs.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Synonymgruppe
(einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Börsianer Coach Einheimische Entertainer Flur Genosse Insider Kabarettist Kollege Komiker Kommentator Moderator Show Sportblatt Spötter Zunge damals darüber einst gern gerne grinsen herum herumwitzeln hinweg jüngst kürzlich lachen neulich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›witzeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sie witzelte immer, dass sie ihr niemals zugehört habe ", sagte der Beamte.
Der Tagesspiegel, 09.01.2002
Tags darauf witzelten Kritiker, das Ergebnis könne nur deshalb zustande gekommen sein, weil die befragten Manager auch nicht besser reden können.
Süddeutsche Zeitung, 27.03.1999
Da darf dann jeder seine Worte tun, mal witzelnd, mal mokant.
Die Zeit, 10.09.1998, Nr. 38
Und darüber sollte man nicht witzeln, denn die meisten Damen haben ihr Auto im Griff - neben dem Haushalt, wohlgemerkt!
o. A.: Eva und das Auto, Hamburg: BP Benzin und Petroleum Aktiengesellschaft Verl. 1966, S. 41
Alfredo war amüsant, wenn sie wach war, eine schnell verbrennende Fackel; sie sprühte, witzelte, erzählte, girrte, scharfzüngig, erstaunlich.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 10
Zitationshilfe
„witzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/witzeln>, abgerufen am 24.06.2019.

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