wogen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwo-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wogen‹ als Letztglied: ↗aufwogen · ↗durchwogen · ↗emporwogen · ↗umwogen · ↗vorbeiwogen
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben hohe, starke Wellen schlagen
Beispiele:
der Ozean wogte
die wogenden Fluten, Wellen
übertragen sich wie Wogen hin und her, auf und ab bewegen
Beispiele:
die Ähren wogten im Wind
auf dem Platz, durch die Straßen wogte eine nach Tausenden zählende Menschenmenge
über zwei Stunden wogte der Streit, die Diskussion
die Schlacht, der Kampf wogte hin und her
wogender Nebel, Zigarettenrauch
wogende Glockenklänge
wogendes Haar
sein Herz wogte
in seinem Kopf wogte ein wirres Durcheinander von Gedanken und Vorstellungen
es wogte in ihm vor Empörung
Ein Sturm wogte in seiner Brust [Th. MannZauberb.2,597]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Woge · wogen
Woge f. ‘große (Meeres)welle’. Mnd. wāge ‘bewegtes Wasser’, seit dem 15. Jh. auch ‘Bewegung des Wassers, Welle’, dringt im 13. Jh. rheinaufwärts in md. Gebiet vor, vgl. mhd. (md.) wāge, das mit md. Verdumpfung von ā zu ō (s. ↗Atem) frühnhd. Woge ergibt und durch Luther im 16. Jh. in die Literatursprache eingeführt wird, nun auch mit der Bedeutung ‘Bewegung des Wassers, besonders des Meeres, Wellengang, Welle’. Mit mnd. wāge sind verwandt mnl. wāge ‘hohe Welle, Flut’ sowie ahd. waga (um 1000), mhd. wage ‘Bewegung’ (frühnhd. nicht mehr belegt) und der maskuline a-Stamm (germ. *wēga-) ahd. wāg ‘Woge, stürmisch bewegtes Meer’, auch ‘ruhige Meeresfläche, See’ (8. Jh.), mhd. wāc ‘bewegtes Wasser, Strömung, Flut, Woge, Fluß, Meer, Wasser’, asächs. wāg, aengl. wǣg ‘Woge, Flut’, anord. vāgr ‘Meer, See, Bucht, Flüssigkeit, Eiter’, got. wēgs ‘Brandung, Wogen’. Sie stellen sich mit dem unter ↗bewegen (s. d.) abgehandelten Verb zur Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. Die ursprünglich dem Obd. fremde Form Woge erfährt erst im 18. Jh. schriftsprachliche Verbreitung. wogen Vb. ‘Wellen schlagen, sich heftig bewegen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) wellen · ↗wallen · wogen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) heftig heben und senken · wogen
Synonymgruppe
(dahin)treiben · ↗(irgendwo umher)ziehen · (um)wogen · ↗wabern  ●  ↗(herum)spuken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Busen Fahnenmeer Gramm Kilo Kilogramm Kornfeld Meer Menschenmaß Menschenmenge Weizenfeld Welle Zentner ab abwogen aufwogen beben durcheinander durchwogen entgegen her heran hin nieder sacht träge unentschieden wabern wallen wippen Ähre

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wogen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dagegen wogen von den damals normalgewichtigen Babys mit acht Jahren nur knapp zwei unter hundert Kindern mehr, als in ihrem Alter angemessen.
Die Zeit, 15.12.1972, Nr. 50
Erstickend wogte die dumpfe Luft unter dem Bette zu dem mühselig atmenden Manne empor.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 07.03.1925
Sacht wogten die verdorrten, strohgelben Gräser über der glatten Oberfläche.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 284
Seltsame Bilder des Lebens und der Freude wogten in mir, und ein unbeschreiblicher Rausch der Sinne durchrieselte mich.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26452
Im Abwägen der Notwendigkeiten wogen am schwersten die Pflichten hier im Lager.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 22
Zitationshilfe
„wogen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wogen>, abgerufen am 24.10.2019.

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