wohlhabend

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung wohl-ha-bend
formal verwandt mit haben
eWDG, 1977

Bedeutung

Vermögen besitzend
Beispiele:
wohlhabende Leute
sie stammte aus wohlhabender Familie
jmd. ist wohlhabend
sie war durch die Erbschaft recht wohlhabend geworden
Die von mir vorgeschlagenen Resolutionen tadelten das Steuersystem, das die kleinen Leute zugunsten der Wohlhabenden ungerecht belaste [BebelAus meinem Leben426]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wohl · Wohl · wohlig · Wohlfahrt · Wohlstand · Wohltat · Wohltäter · Wohlwollen · wohlhabend
wohl Adv. ‘gut’. Das gemeingerm. Adverb zu dem unter ↗gut (s. d.) dargestellten Adjektiv ahd. wela und (mit zu o verdumpftem e nach w) wola (8. Jh.), mhd. wol(e), asächs. wel(a), wola, mnd. wol, mnl. wēle, wel, nl. wel, afries. wel, wal, wol, aengl. wel(l), engl. well, anord. vel, schwed. väl, (ablautend) anfrk. asächs. wala, mnd. wal (germ. *welō-) sowie got. (mit abweichendem und nicht erklärtem Vokal) waíla oder waila stellt sich wie ↗wählen, ↗Wille und ↗wollen2 (s. d.) zur Wurzel ie. u̯el- ‘wollen, wählen’ und bedeutet etwa ‘gewollt, gewünscht, nach Wunsch’. Die heutige Schreibung mit Dehnungs-h setzt im 16. Jh. ein und wird im 18. Jh. vorherrschend. Das Adverb mit der Bedeutung ‘gut, zweckmäßig, richtig, genau, geziemend, günstig, erfolgreich, glücklich, gesund, angenehm, schön, reichlich, ausreichend’ wird bereits im Ahd. in abgeschwächtem Sinne zur Partikel der Beteuerung, Vermutung, Einschränkung oder Verstärkung sowie interjektionaler Aus- und Zuruf. Wohl n. ‘Wohlergehen’ (15. Jh.), Substantivierung des Adverbs; Wohl und Wehe (16. Jh.). wohlig Adj. ‘angenehm, behaglich’ (Anfang 18. Jh.). Wohlfahrt f. ‘Wohlergehen’ (16. Jh.), Abstraktum neben gleichbed. frühnhd. wolfaren n. (substantivierter Infinitiv, 15. Jh.); vgl. auch mhd. wolvar f. Wohlstand m. ‘Wohlhabenheit, Besitz, materiell gesicherte Verhältnisse’ (18. Jh.), zuvor ‘Wohlergehen, Gesundheit, was schön ist, gefällt, geziemt’ (16. Jh.). Wohltat f. ‘sittlich richtiges Verhalten, gute Tat, Geschenk, Labsal’, ahd. wolatāt (9. Jh.), mhd. woltāt. Wohltäter m. ‘wer richtig handelt, mildtätig ist, Gutes tut’ (16. Jh.), Gegensatz ↗Übeltäter (s. d.). Wohlwollen n. ‘Gunst, Zuneigung’ (18. Jh.), ‘sittlich richtiges Wollen’ (17. Jh.). wohlhabend Adj. ‘vermögend, begütert, reich’, wolhabend (14. Jh.); vgl. ahd. sie habent wola ‘sie befinden sich wohl’ (9. Jh.), d. h. sie (die Kranken) gesunden (nach Handauflegen).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) gute Partie (sein) · ↗begütert · ↗bemittelt · besitzend · ↗bessergestellt · ↗betucht · finanziell gut gestellt · ↗finanzkräftig · ↗finanzstark · gut betucht · ↗gut situiert · gutbetucht · ↗gutsituiert · ↗schwerreich · ↗steinreich · ↗stinkreich · ↗superreich · ↗vermögend · wohlhabend · ↗wohlsituiert · ↗zahlungskräftig  ●  (finanziell) gut dastehen  variabel · ↗reich  Hauptform · vermöglich  schweiz. · (mit) ordentlich Patte  ugs., salopp · Geld wie Heu (haben)  ugs. · auf einem Haufen Geld sitzen  ugs. · auf großem Fuße lebend  ugs. · es ja haben  ugs. · ↗geldig  ugs., süddt. · in Geld schwimmen  ugs., fig. · mit gut Geld  ugs., salopp · mit richtig Geld (auf der Tasche)  ugs., regional · ↗potent  ugs. · was an den Füßen haben  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›wohlhabend‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wohlhabend‹.

Verwendungsbeispiele für ›wohlhabend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber Geld allein machte einen in der DDR 1953 noch lange nicht wohlhabend.
Der Tagesspiegel, 15.06.2003
Die Banken waren reich, jetzt sind sie noch immer wohlhabend.
Süddeutsche Zeitung, 26.10.2002
Wollt ihr nicht an der selbständigen Verarbeitung zu wohlhabenden Handwerkern werden?
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 70
Dem wohlhabenden Vater imponiert es, wenn seine Tochter selbst in der Lage ist, Geld zu verdienen, um in der Not auf eigenen Füßen zu stehen.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16855
Er sei imstande, sie wohlhabend zu machen und überlasse ihr nun, was sie unternehmen wolle.
Friedländer, Hugo: Der Zaubermord am Teufelssee vor dem Schwurgericht zu Potsdam. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 27393
Zitationshilfe
„wohlhabend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wohlhabend>, abgerufen am 02.06.2020.

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