wollen

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennungwol-len
Wortbildung mit ›wollen‹ als Letztglied: ↗halbwollen
eWDG, 1977

Bedeutung

aus Wolle
Beispiele:
eine wollene Decke, Jacke, Mütze
ein wollener Kissenbezug
wollene Strümpfe, Handschuhe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wolle · wollen1
Wolle f. ‘(zum Spinnen zu verwendende, bzw. versponnene) Tierhaare’, ahd. wolla (9. Jh.), mhd. wolle, mnd. wulle, mnl. wolle, wulle, nl. wol, aengl. wull, engl. wool, anord. schwed. ull, got. wulla (germ. *wullō mit ll aus ln) ist wie aind. ū́ṛṇā ‘Wolle’, griech. lḗnos (λῆνος) ‘Wolle, Wollfaser, -flocke’, lat. lāna ‘Wolle’, lit. vìlna ‘Wolle’, aslaw. vlьna ‘Wolle’, russ. (landschaftlich) vólna, volná (волна) ‘Schafs-, Ziegenwolle’ (aus ie. *u̯ḷnā) und kymr. gwlan, korn. gluan ‘Wolle’ (aus ie. *u̯lənā) mit dem Suffix ie. -nā (germ. -nō) gebildet. Verwandt sind ferner (hochstufig) lat. vellere ‘rupfen, zupfen, ausrupfen’, vellus ‘abgeschorene, noch zusammenhängende Wolle des Schafs, Pelz’ und wohl auch got. wilwan ‘rauben’. Als Wurzel läßt sich ie. *u̯el(ə)- ‘Haar, Wolle’, auch ‘Gras, Ähre, Wald’ bzw. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden, Wunde’ (s. auch ↗Walstatt) erschließen. Wolle meint in erster Linie ‘Schafwolle’ mit einer Ausgangsbedeutung ‘Gezupftes’. wollen1 Adj. ‘aus Wolle bestehend oder hergestellt’, ahd. wullīn (9. Jh.), mhd. wüllīn, wullīn.

wollen2 Vb. ‘wünschen, fordern, die Absicht haben’, ahd. (obd.) wellen (8. Jh.), mhd. wellen (aus germ. *waljan, s. ↗wählen) und ahd. (frk.) wollen (9. Jh., mit dem wohl schwundstufigen, wenn nicht aus e verdumpften Vokalismus des Prät. wolta), mhd. wollen, wöllen, wullen sowie (aus germ. *wiljan) asächs. willian, mnd. mnl. nl. willen, aengl. willan, engl. to will, anord. vilja, schwed. vilja, got. wiljan. Das gemeingerm. unregelmäßig flektierende Verb zeigt im Präsens die Formen eines Optativs (ahd. teilweise noch bewahrt im Präs. Sing.), der die Stelle des Indikativs eingenommen hat. Es führt mit aind. vṛṇā́ti, vṛṇītḗ, vṛṇōti ‘wählt, wählt aus, zieht vor, wünscht, liebt, mag’, vára- ‘Wahl, Wunsch, Begehr’, griech. (mit Dentalerweiterung) éldesthai (ἔλδεσθαι, aus *ϝελ-) ‘wünschen, verlangen’, lat. velle ‘wollen, die Absicht haben, übereinstimmen’, bret. guell ‘besser’, lit. vélmi, vélti ‘wünschen, lieber wollen, erlauben’, aslaw. velěti ‘gebieten, befehlen, wollen’, russ. velét’ (велеть) ‘befehlen’, (ablautend) aslaw. voliti ‘(lieber) wollen’, russ. (älter) volít’ (волить) ‘wollen’ auf die Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’. Dazu gehören auch ↗wählen, ↗Wille und ↗wohl (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · ↗sinnen (auf)  geh., veraltend · ↗trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · ↗(sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · ↗(sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es sich) zur Aufgabe machen · (für etwas) Sorge tragen · (seine) Aufgabe darin sehen · (sich) (alle) Mühe geben · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) kümmern · ↗(sich) mühen · bestrebt sein · darauf aus sein (zu) · sich ins Zeug legen  ●  (einer Sache) Sorge tragen  geh. · (jemandem) wichtig sein  ugs. · (jemandes ganzes) Dichten und Trachten  geh., veraltet · ↗(sich) (einer Sache) befleißigen  geh. · (sich) (etwas) angelegen sein lassen  geh.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • anpeilen · ↗ausrichten · ↗zielen  ●  ins Visier nehmen  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(getan haben) wollen · ↗behaupten (etwas getan zu haben) · nach seinen Worten · seiner Aussage nach · seiner Aussage zufolge · wie er behauptet  ●  ihm zufolge  Amtsdeutsch · nach dem, was er sagt  ugs. · so wie er sagt  ugs.
Assoziationen
  • als wahrscheinlich gelten(d) · angenommen werden (es) · anzunehmen sein · davon ausgehen (können) dass · dürfte (+ Infinitiv Perfekt) · ↗mutmaßlich · ↗vielleicht · ↗wahrscheinlich · werden + Partizip 2 (= Futur 2) · wie man sagt · ↗wohl  ●  ↗vermutlich  Hauptform · es heißt (dass)  geh. · zu vermuten stehen (es)  geh.
  • Berichten zufolge · ↗angeblich · wie behauptet wird · wie man sagt  ●  wie man nicht müde wird zu betonen  floskelhaft, variabel · ach so (Einschub vor Adjektiv)  ugs. · es heißt, dass  geh. · ↗sollen  geh.
  • (weiter) aufrechterhalten (Aussage, Behauptung) · beharren auf · bestehen auf · bleiben bei · nicht abzubringen sein von · steif und fest behaupten
Synonymgruppe
(etwas) wollen · (sich) interessieren für · an etwas (herankommen) wollen · an sich bringen wollen · hinter etwas her sein wie der Teufel hinter der armen Seele (Verstärkung) · in seinen Besitz bringen wollen · interessiert sein an · unbedingt haben wollen  ●  (etwas) haben wollen  Hauptform · (etwas) kriegen wollen  ugs. · (ganz) heiß sein auf  ugs. · (sich etwas) an Land ziehen wollen  ugs. · (sich etwas) grapschen wollen  ugs. · (sich etwas) krallen wollen  ugs., salopp · (sich etwas) schnappen wollen  ugs. · (sich) etwas unter den Nagel reißen wollen  ugs., fig. · geil sein auf  derb · hinter etwas her sein  ugs. · scharf sein auf  ugs. · spitz sein auf  ugs.
Unterbegriffe
  • es auf jemandes Geld abgesehen haben · jemandem ans Geld wollen · jemanden um sein Geld bringen wollen
Assoziationen
Synonymgruppe
(es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
Assoziationen
  • (auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · ↗sinnen (auf)  geh., veraltend · ↗trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
  • Streit suchen · Unfrieden stiften · Unruhe (in etwas) bringen · Unruhe stiften  ●  Stunk machen  ugs. · ↗stänkern  ugs.
  • (jemandem) frech kommen · ↗(jemanden) provozieren · (sich) Frechheiten herausnehmen · (sich) Unverschämtheiten herausnehmen · (sich) im Ton vergreifen · Streit suchen · ↗anpöbeln · aufsässig sein · ↗beleidigen · es an (dem nötigen) Respekt fehlen lassen · ↗herumpöbeln · im Ton danebengreifen · unverschämt werden  ●  ausfallend werden  Hauptform · (jemandem) blöd kommen  ugs. · (jemandem) dumm kommen  ugs. · frech werden  ugs. · rumpöbeln  ugs.
  • (einen) Streit provozieren · (einen) Streit vom Zaun brechen · ↗(jemanden) provozieren · (sich) mit jemandem anlegen  ●  Händel suchen  veraltet · Streit suchen  Hauptform · ↗(jemanden) anmachen  ugs.
  • (es) darauf ankommen lassen · (sein/das) Schicksal herausfordern · Gott versuchen (relig.) · alles auf eine Karte setzen · alles aufs Spiel setzen · aufs Ganze gehen  ●  (es) wissen wollen  ugs. · alles riskieren  ugs. · alles verlieren können  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Decke Faden Fäustling Gewand Gewebe Handschuh Hemd Jacke Kappe Kleid Kleidungsstück Kniestrumpf Kopftuch Kutte Mantel Mütze Poncho Pullover Schal Socke Socken Strumpf Tuch Unterhemd Unterhose Unterrock Unterwäsche Weste baumwollen seiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deine wollene Decke wärmt mich gut, mein Bett ist jetzt hinreichend warm für meine 72 Jahre.
Der Tagesspiegel, 14.04.2005
Aber wer würde sich in einer solch unheimlichen Umgebung schon länger aufhalten wollen.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2001
Auf letztere kommen über das feuchte Tuch noch warme wollene Tücher.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 332
Er kriegt und kriegt sie nicht an, wahrscheinlich liegt es an den dicken wollenen Socken.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 68
Dabei ist er durch Einhüllen in wollene Decken warm zu erhalten.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 179
Zitationshilfe
„wollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wollen#1>, abgerufen am 13.11.2019.

Weitere Informationen …

wollen

GrammatikVerb · will, wollte, hat gewollt
Aussprache
Worttrennungwol-len
Wortbildung mit ›wollen‹ als Letztglied: ↗anwollen · ↗durchwollen · ↗fortwollen · ↗heimwollen · ↗herauswollen · ↗hereinwollen · ↗hinaufwollen · ↗hinauswollen · ↗hineinwollen · ↗hinwollen · ↗hochwollen · ↗misswollen · ↗mitwollen · ↗nachwollen · ↗ranwollen · ↗rauswollen · ↗reinwollen · ↗wegwollen · ↗wohlwollen · ↗zurückwollen · ↗übelwollen
 ·  mit ›wollen‹ als Grundform: ↗Wollen · ↗gewillt · ↗gewollt
 ·  formal verwandt mit: ↗gottgewollt
eWDG, 1977

Bedeutung

Grammatik: »wollen« + Akk.obj., Inf. oder durch »dass« eingeleiteter Gliedsatz, bei vorangehendem Inf. steht in 1 b. 3. 5 der Inf. von »wollen« statt des Part. Prät., steht »wollen« ohne folgenden Inf. oder durch »dass« eingeleiteten Gliedsatz, so ergibt sich aus Zusammenhang und Situation der zu ergänzende Inf. oder der durch »dass« eingeleitete Gliedsatz
1.
drückt aus, dass der Wille, Wunsch oder die Absicht des Subjekts darauf gerichtet ist, dass mit dem Akkusativobjekt etw. geschieht, dass der Inhalt des Akkusativobjekts, des Infinitivs, des »dass«-Satzes realisiert wird
Grammatik: »wollen« + Akk.obj., Inf. oder durch »dass« eingeleiteter Gliedsatz
a)
wollen‹ + Akk.obj.
α)
drückt aus, dass der Wille, der Wunsch des Subj. darauf gerichtet ist, etw., jmdn. zu haben
Grammatik: es kann »haben« ergänzt werden
Beispiele:
willst du einen Apfel, noch eine Tasse Kaffee?
ich will eine Schnitte, jetzt mein Essen
er will sie zur Frau
sie haben keine Kinder gewollt
sein Recht, seine Ruhe wollen
man darf nicht alles, zuviel auf einmal wollen
der liebt dich nicht, der will nur die Ochsen [BaierlFlinz11]
β)
jmd. will etw.jmd. erstrebt etw.
Beispiele:
ich habe doch nur dein Bestes, Glück gewollt
wir wollen Freundschaft mit allen
[er] will in seinem Herzen nur Gutes [P. WeissMarat4]
b)
jmd. will etw. tun, jmd. will, dass jmd. etw. tutjmds. Wille, Wunsch, Absicht ist darauf gerichtet, dass er oder ein anderer etw. tut
Grammatik: der zu ergänzende Inf. kann durch »es«, »das«, der zu ergänzende durch »dass« eingeleitete Gliedsatz durch »es«, »das«, »was«, »etwas« ersetzt werden
α)
Grammatik: »wollen« + Inf. oder durch »dass« eingeleiteter Gliedsatz
Beispiele:
ich will Medizin studieren
ich will nach N fahren, morgen abreisen, in diesem Jahr die Prüfung machen
wolltest du nicht ins Kino gehen?
er sagte, dass er schon längst habe kommen wollen
sie hatte nicht lange bleiben wollen
ich will dich nicht stören
ich vergaß, was ich sagen wollte
was ich (noch) sagen wollte ...
ich will mich rasch noch umziehen
ich wollte gerade gehen, als sie hereinkam
ich wollte dich deshalb schon anrufen, da fiel mir ein, dass ...
etw. haben, sehen wollen
er hat Geld von mir haben wollen
ich will etwas vom Leben haben
umgangssprachlichich will meine Ruhe haben
willst du nicht hierbleiben?
ich will nicht, dass er mitkommt
er wollte nicht daran erinnert werden
er will um Erlaubnis gefragt werden, immer Recht haben
ich will wissen, was geschehen ist
du musst nur wollen, dann geht es auch
nun gut, wie du willst
»warum hast du es ihm nicht gegeben?« »Meine Mutter hat es nicht gewollt«
du hast es selbst so gewollt, ja nicht anders gewollt
ohne es zu wollen, ...
das habe ich nicht gewollt
das wollte er um gar keinen Preis
hier wird gemacht, was ich will
(nicht) wissen, was man will
umgangssprachlichmit jmdm., etw. nichts zu tun haben wollen (= jmdn., etw. ablehnen)
das will ich nicht gesehen haben
wenn es sich so verhält, dann will ich nichts gesagt haben (= nehme ich meine Behauptung zurück)
etw. nicht wahrhaben wollen
jmdn. etw. glauben machen wollen (= jmdm. etw. einzureden versuchen)
umgangssprachlichdas will, wollte ich dir auch geraten haben (= drückt eine Drohung aus)
umgangssprachlich, scherzhaft»borgst du mir deinen Wagen?« »Nun gut, ich will mal nicht so sein« (= »borgst du mir deinen Koffer?« »Nun gut, ich gebe meinem Herzen einen Stoß und tue es«)
umgangssprachlichwas will man da machen (= da kann man nichts machen), das ist eben so
umgangssprachlichdu kannst schimpfen, wie du willst (= du kannst noch so sehr schimpfen), du musst es machen
umgangssprachlichich kann machen, was ich will (= was ich auch immer mache), ich schaffe es nicht
salopp»möchtest du noch ein Stück Kuchen?« »Nein, danke.« »Wer nicht will, der hat (schon)« (= »möchtest du noch ein Stück Kuchen?« »Nein, danke.« »Dann eben nicht«)
umgangssprachlichhier ist nichts mehr zu wollen (= hier kann man nichts mehr machen, daran ist nichts mehr zu ändern)
umgangssprachlichvon ihm ist nichts mehr zu wollen (= von ihm kann man nichts mehr verlangen, erwarten)
umgangssprachlichdu hast hier gar nichts zu wollen (= zu bestimmen)
umgangssprachlichwas willst du (eigentlich, noch mehr) (= was verlangst du noch, gib dich doch mit dem Erreichten zufrieden), es ist doch alles gut gegangen
Wär's möglich? Könnt' ich nicht mehr, wie ich wollte? [SchillerWallenst. TodI 4]
umgangssprachlichder General, der Oberst ... die waren weit weg, die konnten ihnen nichts wollen (= anhaben) [BöllAdam13]
umgangssprachlichGar nichts können sie dir wollen [FalladaWolf1,395]
das Wollen
Beispiele:
sein ehrliches, künstlerisches Wollen
daß die Bürger ... mit der Autorität ihrer gesellschaftlichen Organisationen ihrem Wollen und ihren Forderungen Ausdruck geben [Verfassung DDR22]
etw., nichts von jmdm. wollen
Beispiele:
Er wollte etwas von mir, so viel begriff ich
was willst du (von mir)?
aber was konnte er wollen? [GoesAber im Winde243]
Was will man von mir? – Ich bin unschuldig [FrischBiedermann3]
höflich ›ich wollte‹, ›wir wollten‹ + Inf.drückt einen bescheidenen Wunsch aus
Beispiele:
ich wollte Sie fragen, ob ...
wir wollten dich bitten, dass ...
drückt einen irrealen Wunsch aus
Grammatik: im Konjunktiv Prät.
Beispiele:
ich wollte, er käme endlich, ich hätte mehr Zeit, es wäre schon alles vorbei
der Arzt will, dass ich zur Kur fahre
wenn du willst, kannst du mitkommen
Sie können kommen, wann Sie wollen
er hat erreicht, was er wollte
»kommst du mit?« »Ich will nicht«
was willst du damit?
du kannst tun und lassen, was du willst
ob du willst oder nicht, du musst mit
er war redselig, wenn du (so) willst, geschwätzig
irgendwohin wollen
Beispiele:
umgangssprachlichich will ins Grüne
umgangssprachlicher hat nicht ins Bett gewollt
umgangssprachlicher wollte nach Hause
umgangssprachlichsie will zum Theater (= Schauspielerin werden)
wohin willst du?
zu wem wollen Sie?
etw. will etw. tundrückt aus, dass etw. eine bestimmte Funktion haben soll
Grammatik: »wollen« + Inf. mit sächlichem Subj.
Beispiele:
dieser Aufsatz will nur einen kurzen Überblick geben
diese Studie will dazu beitragen ...
Die Kybernetik ... will eine Theorie der Verhaltensweisen von möglichen Maschinen sein [KlausKybernetik12]
β)
von Menschen gebraucht, die an ein Schicksal, an Gott glauben und diesem einen Willen zusprechen
Grammatik: »w.« + Inf. oder durch »dass« eingeleiteter Gliedsatz
Beispiele:
Wenn es das Schicksal will, daß gesühnt werden muß [L. Frank2,276]
da es das Unglück gewollt hatte, daß ... [MusilMann210]
γ)
abgeblasst
Grammatik: in Verbindung mit Infinitiven, drückt aus, dass das Subj. den Inhalt des Inf. bestimmt realisieren wird, kann in Versprechen, Einräumungen, Drohungen stehen
Beispiele:
er sagte, er wolle ihr schreiben (= er sagte, er werde ihr schreiben)
er versprach, sie abholen zu wollen
nun gut, dann will ich es dir doch zeigen
sagen will ich es ihm schon, aber ...
umgangssprachlichdem will ich's aber zeigen!
wir wollen sehen (= es wird sich zeigen), wer hier zu bestimmen hat
umgangssprachlichwir wollen sehen, was sich machen lässt
du wirst doch nicht im Ernst behaupten wollen, dass ...
das will ich dir gern glauben
ich will (nicht) hoffen, dass ...
das will ich meinen! (= davon bin ich überzeugt!)
umgangssprachlicher wollte sich totlachen, ausschütten vor Lachen (= er lachte sehr)
Wir wollen aber jedenfalls feststellen (= wir stellen aber jedenfalls fest), daß ... [KlausLogik156]
Grammatik: im Konjunktiv Prät. in Bedingungssätzen
Beispiele:
es führte zu weit, wollten wir auf alle Fragen näher eingehen (= gingen wir auf alle Fragen näher ein, würden wir auf alle Fragen näher eingehen)
es wäre falsch, wollte man leugnen, wenn man leugnen wollte, dass ...
ich würde mich freuen, wenn du mich am Sonntag besuchen wolltest
δ)
gewolltunnatürlich, gekünstelt, weil zu sehr beabsichtigt
Grammatik: im Part. Prät.
Beispiele:
mit gewollter Heiterkeit
ein gewollt gleichgültiges Gesicht machen
das sagte sie gewollt lustig
die Darstellung von N wirkt etwas gewollt
der Schluss des Romans hat etwas Gewolltes
Freilich, immer wird in der Kunst das Neue gewollt und künstlich erscheinen [Erh. KästnerZeltbuch159]
2.
wollen‹ + Inf.drückt die Aufforderung zur Realisation des Inhaltes des Inf. aus
a)
›wir wollen‹ + Inf., wollen wir‹ + Inf.drückt aus, dass sich der Sprecher an den Angesprochenen mit der Aufforderung, dem Vorschlag wendet, den Inhalt des Inf. gemeinsam zu realisieren
α)
der Sprecher entscheidet nicht nur für sich, sondern auch für den Angesprochenen, dessen Zustimmung voraussetzend, über die gemeinsame Realisation
Grammatik: als Aussage
Beispiele:
wir wollen gehen! (= lass, lasst uns gehen!)
komm, kommt, wir wollen es noch einmal versuchen!
darauf wollen wir unser Glas erheben!
umgangssprachlichwir wollen uns doch nichts vormachen
umgangssprachlichna, dann wollen wir mal!
β)
der Sprecher überlässt die Entscheidung über die gemeinsame Realisation dem Angesprochenen
Grammatik: als Frage
Beispiele:
wollen wir gehen?
wollen wir Freunde sein?
wollen wir uns nicht setzen?
b)
α)
höflich wollen Sie (bitte)‹ + Inf.drückt eine bestimmte Aufforderung aus
Beispiele:
wollen Sie bitte Platz nehmen
bitte, wollen Sie Platz nehmen
wollen Sie (bitte) einmal herschauen, einen Augenblick warten
wollen Sie bitte so freundlich sein und mir den Weg zeigen
wollen Sie mir erlauben, das Fenster zu schließen
Wollen Sie jetzt auf der Stelle, in aller Form darüber Rechenschaft geben?! [GoetzHokuspokusI]
papierdeutsch ›Sie wollen, ihr wollt, man wolle‹ + Inf.
Beispiele:
Sie wollen sich bitte um 8 Uhr einfinden (= finden Sie sich bitte um 8 Uhr ein)
bei eventuell auftretenden Mängeln an Ihrem Gerät wollen Sie sich bitte mit dem Kundendienst in Verbindung setzen
gespreiztSie wollen mir gestatten, das näher zu begründen
β)
umgangssprachlich willst du, wollt ihr wohl (endlich)‹ + Inf.drückt eine sehr bestimmte, leicht drohende Aufforderung aus
Beispiele:
willst du wohl (endlich) still sein!
wollt ihr wohl eure Suppe essen!
3.
wollen‹ + Inf.drückt aus, dass der Sprecher den Inhalt des Inf. als eine Behauptung des Subj. hinstellt, deren Richtigkeit er bezweifelt
Beispiele:
er will dich gestern gesehen haben (= er behauptet, dich gestern gesehen zu haben)
er will selbst dabeigewesen sein
man hat später wissen wollen, dass ...
umgangssprachlichund du willst krank sein?
umgangssprachlichniemand wollte, keiner will es gewesen sein
Er sagte ganz gewiß: ›Dreißigtausend‹. Nachher wollte er dreitausend gesagt haben [StrittmatterWundertäter300]
der junge Mann, der da Maler sein will [R. BartschTür zu24]
4.
drückt eine Notwendigkeit aus
Grammatik: in Verbindung mit Akkusativobjekten, in Verbindung mit Infinitiven, im Präs., im Prät., meist mit sächlichem Subj.
a)
umgangssprachlich drückt aus, dass die Realisation der dem Partizip zugrundeliegenden Handlung (als Voraussetzung für etw.) notwendig ist und meist Schwierigkeiten bereitet, Aufwand kostet
Grammatik: mit Part. Prät. + »sein«
Beispiele:
das will gelernt sein
diese Summe will erst mal verdient sein
auf meinem Schreibtisch liegen viele Bücher, die wollen gelesen sein
ein Hund will täglich ausgeführt sein
So ein Trick will gekonnt sein [NollHolt1,20]
vier hungrige Kindermäuler wollten gestopft sein [M. W. SchulzStaub im Wind16]
b)
Grammatik: in Verbindung mit Akkusativobjekten, in Verbindung mit Infinitiven
Beispiele:
umgangssprachlichdiese Pflanze will viel Pflege, Feuchtigkeit, Wasser (= diese Pflanze braucht, verlangt viel Pflege, Feuchtigkeit, Wasser)
sprichwörtlichgut Ding will Weile haben
umgangssprachlichdie Kartoffeln wollen auch dringend in die Erde [Frau von heute1954]
5.
Grammatik: in Verbindung mit Infinitiven
a)
etw. will etw. tunetw. ist im Begriff, nahe daran, etw. zu tun
Beispiele:
ihr wollten wieder die Tränen kommen
es scheint ein schöner Tag werden zu wollen
es will Abend werden
ständig wollte das Angstgefühl siegen [SchnurreRechnung20]
Indes sie einander ansehen ... will ihr die Serviette entfallen [Th. MannZauberb.2,204]
jmd. will etw. tun
Beispiele:
ich habe es doch noch erreicht, selbst wenn ich oft verzagen wollte
draußen liegt eener und will verbluten [G. Hauptm.PippaI]
b)
etw. will etw. nicht tunetw. Erwünschtes, Erwartetes tritt nicht in befriedigendem Maße oder gar nicht ein
Beispiele:
die Wunde wollte nicht heilen
der Wagen will und will nicht anspringen
der Koffer wollte nicht zugehen
der Frost hatte nicht weichen wollen
es will noch immer nicht regnen
die uns zur Verfügung stehende Zeit wollte nicht ausreichen
umgangssprachlichdie Arbeit will mir heute nicht schmecken
es wollte und wollte nicht gelingen
der Zug wollte kein Ende nehmen
nicht enden wollender Beifall
nur ein dumpfer Druck wollte nicht von der Stirn weichen [NollHolt1,6]
umgangssprachlichNa, manchmal steht er schon wieder auf ... aber es will noch nicht so recht [WiechertErzählungen10]
jmd. will etw. nicht tun
Beispiel:
er wollte (und wollte) nicht zunehmen
c)
abgeblasst
Beispiele:
das will nichts besagen (= das besagt, bedeutet nichts)
das will viel, (schon) etw., wenig, nichts heißen
es will mir, mir will es scheinen, dass ...
das will mir nicht gefallen
umgangssprachlichdu willst mir gar nicht gefallen (= du machst auf mich den Eindruck, als wärst du krank)
6.
umgangssprachlich etw. will nicht mehretw. versagt den Dienst
Beispiele:
meine Beine wollen nicht mehr
der Motor will nicht mehr
die alten Knochen wollen halt doch manchmal nicht mehr [G. Hauptm.Einsame MenschenIII]
komme, was da wollewas auch immer komme, ungeachtet dessen, was kommt
Grammatik: in festen konzessiven Wendungen, die eine Verallgemeinerung ausdrücken
Beispiele:
mag kommen, was (da) will, ich bleibe
mochte kommen, was da wollte
ich werde kommen, koste es, was es wolle (= ich werde unter allen Umständen, unbedingt kommen)
es mag sein, wie es will, ich fahre morgen
dem sei, wie ihm wolle (= wie dem auch sei), ich gehe
er sei, wer er wolle (= wer er auch sei), ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wolle · wollen1
Wolle f. ‘(zum Spinnen zu verwendende, bzw. versponnene) Tierhaare’, ahd. wolla (9. Jh.), mhd. wolle, mnd. wulle, mnl. wolle, wulle, nl. wol, aengl. wull, engl. wool, anord. schwed. ull, got. wulla (germ. *wullō mit ll aus ln) ist wie aind. ū́ṛṇā ‘Wolle’, griech. lḗnos (λῆνος) ‘Wolle, Wollfaser, -flocke’, lat. lāna ‘Wolle’, lit. vìlna ‘Wolle’, aslaw. vlьna ‘Wolle’, russ. (landschaftlich) vólna, volná (волна) ‘Schafs-, Ziegenwolle’ (aus ie. *u̯ḷnā) und kymr. gwlan, korn. gluan ‘Wolle’ (aus ie. *u̯lənā) mit dem Suffix ie. -nā (germ. -nō) gebildet. Verwandt sind ferner (hochstufig) lat. vellere ‘rupfen, zupfen, ausrupfen’, vellus ‘abgeschorene, noch zusammenhängende Wolle des Schafs, Pelz’ und wohl auch got. wilwan ‘rauben’. Als Wurzel läßt sich ie. *u̯el(ə)- ‘Haar, Wolle’, auch ‘Gras, Ähre, Wald’ bzw. *u̯el- ‘reißen, rupfen, an sich reißen, rauben, ritzen, verwunden, Wunde’ (s. auch ↗Walstatt) erschließen. Wolle meint in erster Linie ‘Schafwolle’ mit einer Ausgangsbedeutung ‘Gezupftes’. wollen1 Adj. ‘aus Wolle bestehend oder hergestellt’, ahd. wullīn (9. Jh.), mhd. wüllīn, wullīn.

wollen2 Vb. ‘wünschen, fordern, die Absicht haben’, ahd. (obd.) wellen (8. Jh.), mhd. wellen (aus germ. *waljan, s. ↗wählen) und ahd. (frk.) wollen (9. Jh., mit dem wohl schwundstufigen, wenn nicht aus e verdumpften Vokalismus des Prät. wolta), mhd. wollen, wöllen, wullen sowie (aus germ. *wiljan) asächs. willian, mnd. mnl. nl. willen, aengl. willan, engl. to will, anord. vilja, schwed. vilja, got. wiljan. Das gemeingerm. unregelmäßig flektierende Verb zeigt im Präsens die Formen eines Optativs (ahd. teilweise noch bewahrt im Präs. Sing.), der die Stelle des Indikativs eingenommen hat. Es führt mit aind. vṛṇā́ti, vṛṇītḗ, vṛṇōti ‘wählt, wählt aus, zieht vor, wünscht, liebt, mag’, vára- ‘Wahl, Wunsch, Begehr’, griech. (mit Dentalerweiterung) éldesthai (ἔλδεσθαι, aus *ϝελ-) ‘wünschen, verlangen’, lat. velle ‘wollen, die Absicht haben, übereinstimmen’, bret. guell ‘besser’, lit. vélmi, vélti ‘wünschen, lieber wollen, erlauben’, aslaw. velěti ‘gebieten, befehlen, wollen’, russ. velét’ (велеть) ‘befehlen’, (ablautend) aslaw. voliti ‘(lieber) wollen’, russ. (älter) volít’ (волить) ‘wollen’ auf die Wurzel ie. *u̯el- ‘wollen, wählen’. Dazu gehören auch ↗wählen, ↗Wille und ↗wohl (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · ↗sinnen (auf)  geh., veraltend · ↗trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
Assoziationen
  • (einen) Plan fassen · ↗(sich etwas) vornehmen · (sich) Ziele setzen · (sich) Ziele stecken · ↗(sich) anschicken · ↗(sich) daranmachen · ↗festlegen · ↗planen · ↗vormerken  ●  (sich etwas) auf die Fahnen schreiben  fig. · in den Blick nehmen  fig. · Pläne schmieden  ugs. · ins Auge fassen  ugs.
  • (ein) gutes Wort einlegen (für) · (etwas) tun für · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) engagieren · (sich) starkmachen (für) · Partei ergreifen (für, gegen) · ↗agitieren (für, gegen) · eintreten für · ↗kämpfen (für, um) · ↗propagieren · ↗streiten (für) · ↗werben (für)  ●  (eine) Lanze brechen für  fig. · (sich) einsetzen (für)  Hauptform · (sich) aus dem Fenster hängen (für)  ugs., fig.
  • (es sich) zur Aufgabe machen · (für etwas) Sorge tragen · (seine) Aufgabe darin sehen · (sich) (alle) Mühe geben · (sich) bemühen (um) · ↗(sich) kümmern · ↗(sich) mühen · bestrebt sein · darauf aus sein (zu) · sich ins Zeug legen  ●  (einer Sache) Sorge tragen  geh. · (jemandem) wichtig sein  ugs. · (jemandes ganzes) Dichten und Trachten  geh., veraltet · ↗(sich) (einer Sache) befleißigen  geh. · (sich) (etwas) angelegen sein lassen  geh.
  • (etwas) mit allen Fasern seines Herzens (wollen) · alles einem Ziel unterordnen · nur noch ein (einziges) Ziel kennen · nur noch ein Ziel haben · nur noch ein(e)s im Sinn haben  ●  (jemandes) ganzes Sinnen und Trachten (ist)  variabel · nur noch für (ein Ziel) leben  variabel
  • (es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
  • (inständig) verlangen nach · (jemandem) steht der Sinn nach · (sich) sehnen nach · (sich) verzehren nach · ...närrisch · Lust haben (auf) · aus sein auf · ↗begehren · begehren nach · begehrlich nach · begierig auf · besessen von · brennen auf · ↗ersehnen · fiebern nach · ↗gieren (nach) · ↗herbeisehnen · ↗herbeiwünschen · kaum erwarten können · nicht warten können auf · schmachten nach · sehnlichst begehren · sehnlichst vermissen · spitzen auf · süchtig nach · unbedingt haben wollen · vergehen nach · verrückt nach · ↗verschmachten (nach) · versessen auf · vor Lust (auf etwas) vergehen · vor Verlangen (nach etwas) vergehen  ●  (sehr) verlangen nach  Hauptform · (sich die) Finger lecken nach  fig. · hinter etwas her (sein) wie der Teufel hinter der armen Seele  sprichwörtlich · hungern nach  fig. · ↗(einen) Gieper (haben) auf  ugs. · ↗(einen) Jieper (haben) auf  ugs. · (einen) Jieper haben (auf)  ugs., norddeutsch · (ganz) wild auf (etwas)  ugs. · (jemandem) (das) Wasser im Mund zusammenlaufen (beim Gedanken an)  ugs. · (sehr) hinter (etwas) her sein  ugs. · dürsten nach  geh., poetisch, fig. · erpicht auf  geh., veraltend · geil auf (etwas)  ugs. · gelüsten nach  geh. · giepern nach  ugs., regional · heiß auf (etwas)  ugs. · jiepern nach  ugs., regional · lange Zähne kriegen  ugs., selten · ↗lechzen (nach)  geh. · scharf auf (etwas)  ugs. · spitz sein auf  ugs. · verrückt auf (etwas)  ugs.
  • anpeilen · ↗ausrichten · ↗zielen  ●  ins Visier nehmen  ugs.
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(getan haben) wollen · ↗behaupten (etwas getan zu haben) · nach seinen Worten · seiner Aussage nach · seiner Aussage zufolge · wie er behauptet  ●  ihm zufolge  Amtsdeutsch · nach dem, was er sagt  ugs. · so wie er sagt  ugs.
Assoziationen
  • als wahrscheinlich gelten(d) · angenommen werden (es) · anzunehmen sein · davon ausgehen (können) dass · dürfte (+ Infinitiv Perfekt) · ↗mutmaßlich · ↗vielleicht · ↗wahrscheinlich · werden + Partizip 2 (= Futur 2) · wie man sagt · ↗wohl  ●  ↗vermutlich  Hauptform · es heißt (dass)  geh. · zu vermuten stehen (es)  geh.
  • Berichten zufolge · ↗angeblich · wie behauptet wird · wie man sagt  ●  wie man nicht müde wird zu betonen  floskelhaft, variabel · ach so (Einschub vor Adjektiv)  ugs. · es heißt, dass  geh. · ↗sollen  geh.
  • (weiter) aufrechterhalten (Aussage, Behauptung) · beharren auf · bestehen auf · bleiben bei · nicht abzubringen sein von · steif und fest behaupten
Synonymgruppe
(etwas) wollen · (sich) interessieren für · an etwas (herankommen) wollen · an sich bringen wollen · hinter etwas her sein wie der Teufel hinter der armen Seele (Verstärkung) · in seinen Besitz bringen wollen · interessiert sein an · unbedingt haben wollen  ●  (etwas) haben wollen  Hauptform · (etwas) kriegen wollen  ugs. · (ganz) heiß sein auf  ugs. · (sich etwas) an Land ziehen wollen  ugs. · (sich etwas) grapschen wollen  ugs. · (sich etwas) krallen wollen  ugs., salopp · (sich etwas) schnappen wollen  ugs. · (sich) etwas unter den Nagel reißen wollen  ugs., fig. · geil sein auf  derb · hinter etwas her sein  ugs. · scharf sein auf  ugs. · spitz sein auf  ugs.
Unterbegriffe
  • es auf jemandes Geld abgesehen haben · jemandem ans Geld wollen · jemanden um sein Geld bringen wollen
Assoziationen
Synonymgruppe
(es) abgesehen haben auf · ↗(etwas) provozieren · (etwas) wollen · aus sein auf · ↗suchen (Streit / die Konfrontation)  ●  (Streit) vom Zaun brechen  fig., variabel · es anlegen auf (es angelegt haben auf)  Hauptform · (etwas) nicht anders wollen  ugs.
Assoziationen
  • (auf etwas) aus sein · (die) Absicht hegen (etwas zu tun) · (etwas) in den Blick nehmen · (sich etwas) fest vornehmen · (sich etwas) in den Kopf setzen · (sich etwas) zum Programm gemacht haben · (sich etwas) zum Ziel setzen · (sich) konzentrieren (auf) · ↗(zu tun) gedenken · ↗abzielen (auf) · alles tun, um zu · ↗anpeilen · ↗anstreben · ↗anvisieren · ↗beabsichtigen · ↗bezwecken · das Ziel verfolgen (zu) · ↗erstreben · es abgesehen haben auf · es anlegen auf · gewillt sein · ↗hinarbeiten (auf) · im Sinne haben · ↗intendieren · ringen um · streben nach · ↗vorhaben  ●  (erreichen) wollen  Hauptform · (sich) auf die Fahnen geschrieben haben  fig. · hinter etwas her sein  ugs. · ↗sinnen (auf)  geh., veraltend · ↗trachten (nach)  geh., veraltend · willens sein  geh.
  • Streit suchen · Unfrieden stiften · Unruhe (in etwas) bringen · Unruhe stiften  ●  Stunk machen  ugs. · ↗stänkern  ugs.
  • (jemandem) frech kommen · ↗(jemanden) provozieren · (sich) Frechheiten herausnehmen · (sich) Unverschämtheiten herausnehmen · (sich) im Ton vergreifen · Streit suchen · ↗anpöbeln · aufsässig sein · ↗beleidigen · es an (dem nötigen) Respekt fehlen lassen · ↗herumpöbeln · im Ton danebengreifen · unverschämt werden  ●  ausfallend werden  Hauptform · (jemandem) blöd kommen  ugs. · (jemandem) dumm kommen  ugs. · frech werden  ugs. · rumpöbeln  ugs.
  • (einen) Streit provozieren · (einen) Streit vom Zaun brechen · ↗(jemanden) provozieren · (sich) mit jemandem anlegen  ●  Händel suchen  veraltet · Streit suchen  Hauptform · ↗(jemanden) anmachen  ugs.
  • (es) darauf ankommen lassen · (sein/das) Schicksal herausfordern · Gott versuchen (relig.) · alles auf eine Karte setzen · alles aufs Spiel setzen · aufs Ganze gehen  ●  (es) wissen wollen  ugs. · alles riskieren  ugs. · alles verlieren können  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Decke Faden Fäustling Gewand Gewebe Handschuh Hemd Jacke Kappe Kleid Kleidungsstück Kniestrumpf Kopftuch Kutte Mantel Mütze Poncho Pullover Schal Socke Socken Strumpf Tuch Unterhemd Unterhose Unterrock Unterwäsche Weste baumwollen seiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deine wollene Decke wärmt mich gut, mein Bett ist jetzt hinreichend warm für meine 72 Jahre.
Der Tagesspiegel, 14.04.2005
Aber wer würde sich in einer solch unheimlichen Umgebung schon länger aufhalten wollen.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2001
Auf letztere kommen über das feuchte Tuch noch warme wollene Tücher.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 332
Er kriegt und kriegt sie nicht an, wahrscheinlich liegt es an den dicken wollenen Socken.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 68
Dabei ist er durch Einhüllen in wollene Decken warm zu erhalten.
Körting, Georg Friedrich: Unterrichtsbuch für die weibliche freiwillige Krankenpflege, Berlin: Mittler 1913 [1907], S. 179
Zitationshilfe
„wollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wollen#2>, abgerufen am 13.11.2019.

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