Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

worfeln

Grammatik Verb · worfelt, worfelte, hat geworfelt
Aussprache [ˈvɔʁfl̩n]
Worttrennung wor-feln
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

Landwirtschaft, früher (das ausgedroschene Getreide) mit einer Schaufel gegen den Wind werfen, um so die leichtere Spreu von den schwereren Körnern zu trennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

worfeln Vb. ‘ausgedroschenes Getreide von der Spreu reinigen, indem man es mit einer Schaufel in die Höhe wirft’ (vgl. Wurf-, Worfschaufel, mhd. wurf-, worfschūfel, 14. Jh., ahd. worfscūvala, 9. Jh.). Der zuerst 1523 handschriftlich bei Luther bezeugte, vor allem durch dessen Bibelübersetzung sich verbreitende Ausdruck für die seit der Antike und noch bis zur Mechanisierung des Dreschens ausgeübte landwirtschaftliche Tätigkeit, durch die die Körner mit Hilfe des Luftzugs von den leichteren Verunreinigungen befreit werden, ist eine Iterativbildung zu ahd. worfōn (im Sinne von ‘nicht besitzen, meiden, sich versagen, von sich werfen’?, 8. Jh.), mhd. (md.) worfen, wurfen ‘Getreide reinigen, worfeln’, nhd. worfen, wörfen (im 18. Jh. durch worfeln verdrängt, nur noch in md. und nd. Mundarten bewahrt, vgl. nd. worpen, warpen, wörpen). Dieses schwach flektierende Verb ist wie aengl. worpian ‘werfen, bewerfen’ eine ablautende verbale Ableitung zu dem unter werfen (s. d.) dargestellten starken Verb; vgl. ferner ahd. wintworfa ‘Wurfschaufel’ (9. Jh.); s. auch Wurf.
Zitationshilfe
„worfeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/worfeln>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
worein
woraus
woraufhin
worauf
woran
worin
wortarm
wortbrüchig
worten
wortgetreu