wortkarg

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung wort-karg
Wortzerlegung Wort karg
Wortbildung  mit ›wortkarg‹ als Grundform: Wortkargheit
eWDG

Bedeutung

wenig redend
Beispiele:
ein wortkarger Mensch
sie war durch die Einsamkeit wortkarg geworden
wortkarg saßen sie am Tisch, gingen sie nebeneinander her
er verrichtete seine Arbeit konzentriert und wortkarg
aus wenigen Worten bestehend
Beispiele:
eine wortkarge Antwort, Anweisung
ein schleppendes und wortkarges Gespräch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

karg · wortkarg · kargen · Kargheit · kärglich
karg Adj. ‘knapp bemessen, nicht reichlich, spärlich, kümmerlich, ärmlich, nicht sehr fruchtbar’. Das westgerm. Adjektiv ahd. karag ‘traurig, besorgt, betrübt’ (9. Jh.), mhd. karc ‘klug, listig, schlau, streng, sparsam, knapp, knauserig’, asächs. in mōdkarag ‘bekümmert’, mnd. karch ‘sparsam, geizig, hartherzig’, mnl. cārich, nl. karig ‘karg, spärlich, dürftig’, aengl. cearig ‘traurig’, engl. chary ‘behutsam, sparsam’ ist von dem unter Karfreitag (s. d.) als Bestimmungswort angeführten Substantiv germ. *karō mit der Bedeutung ‘Trauer, Klage, Kummer, Sorge’ abgeleitet. Die ursprüngliche Bedeutung ‘traurig, bekümmert, sorgenvoll’ entwickelt sich schon im Ahd. wohl über ‘besorgt, ängstlich, vorsichtig, umsichtig’ zu ‘klug, listig, geschickt, schlau’, aber auch, da vielfach auf Geldsachen bezogen, zu ‘sparsam, knauserig’, weiter zu ‘knapp bemessen, spärlich’. wortkarg Adj. ‘sparsam mit Worten, wenig redend’ (18. Jh.). kargen Vb. ‘sparsam sein, geizen’, mhd. kargen ‘betrübt, ängstlich, besorgt sein, unfreigebig sein, knausern’. Kargheit f. ‘Ärmlichkeit, Dürftigkeit’, ahd. karagheit ‘Umsicht’ (10. Jh.), mhd. karcheit, karkeit ‘Schlauheit, Hinterlist, Sparsamkeit, Knauserei’. kärglich Adj. ‘knapp bemessen, kümmerlich, ärmlich’, mhd. kerclich ‘listig, schlau, knapp, sparsam’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(sich) kurz fassen · einsilbig · kurz angebunden · nicht gesprächig · nicht viele Worte machen · redescheu · wenig auskunftsfreudig · wortarm · wortkarg · zurückhaltend (reagieren)  ●  kurzsilbig  veraltet · nicht kooperativ (mit Ermittlern)  Jargon · schmallippig (reagieren)  fig. · kurz ab  ugs. · maulfaul  ugs. · zugeknöpft  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›wortkarg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wortkarg‹.

Verwendungsbeispiele für ›wortkarg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Je wortkarger er in solchen Dingen war, um so eifriger beschäftigte er sich mit ihnen. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 14625]
Sie lebten in einer Welt für sich, bedürfnislos, wortkarg, apathisch. [Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870]
Manchen war er zu wortkarg – sie empfanden ihn als dröge. [Die Zeit, 23.02.2013 (online)]
In diesem Auto wird der kinderlose Mann zum extrem wortkargen kinderlosen Mann. [Die Zeit, 18.07.2011, Nr. 29]
Soweit gibt sich der Fonds wortkarg, will sich anscheinend nicht gemein machen mit seinem Chef. [Die Zeit, 16.05.2011 (online)]
Zitationshilfe
„wortkarg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wortkarg>.

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