Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

wund

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›wund‹ als Erstglied: wund liegen · wundliegen  ·  mit ›wund‹ als Letztglied: todwund · waidwund · weidwund
Mehrwortausdrücke  wunder Punkt
eWDG

Bedeutungen

1.
an der Oberfläche der Haut durch Reibung, Schürfung leicht verletzt
Beispiele:
eine (vom vielen Tragen) wunde (= aufgeriebene) Schulter
wunde Fersen (vom vielen Laufen) haben
er hat sich [Dativ] die Füße ganz wund gelaufen
sich wund reiben
das Pferd hat sich [Dativ] das Fell wund gescheuert (= aufgescheuert)
Die Knöchel ihrer Finger waren wund vom Wäschewaschen [ NollHolt2,246]
bildlich
Beispiel:
saloppsie schrieb sich [Dativ] die Finger wund (= schrieb sehr viel)
übertragen
Beispiel:
saloppsich [Dativ] die Füße nach etw. wund laufen (= lange herumlaufen, um etw. zu bekommen)
ein wunder Punkt, eine wunde Stelleeine für jmdn. unangenehme Angelegenheit, eine empfindliche Stelle
Beispiel:
hier ist, liegt der wunde Punkt
2.
durch eine Waffe verletzt
Beispiele:
ein wunder (= angeschossener) Hirsch
ein Wild wund schießen
3.
gehoben innerlich getroffen, leidend
Beispiele:
ein wundes Gemüt
eine wunde Seele
Und als ich, das Herz wund vor Angst, in der Klinik nach ihr fragte [ WelkHoher Befehl417]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wund · verwunden · Wunde · Wundfieber
wund Adj. ‘verletzt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. wunt, asächs. wund, mnl. wont, nl. wond, aengl. wund, got. wunds (germ. *wunda-). Aus einem Verbaladjektiv auf ie. -to- (*u̯ṇto-), das mit mnd. wene ‘Geschwulst, Beule’, aengl. wen(n), wæn(n) ‘Geschwulst’ (eigentlich ‘Beule von einem Schlag’), engl. wen, kymr. ym-wan ‘kämpfen’, mkymr. gweint ‘ich durchbohrte’ zu einer Wurzel ie. *u̯en- ‘schlagen, verwunden’ gestellt wird. Das Adjektiv bedeutet eigentlich ‘durch Schlagen verletzt’, bezieht sich in neuerer Sprache dagegen meist auf offene, aufgeriebene Hautstellen (16. Jh.). – verwunden Vb. ‘verletzen’ (besonders durch Waffen), mhd. verwunden; vgl. ahd. wuntōn ‘verwunden’ (8. Jh.), mhd. wunden, nhd. wunden (dichterisch noch im 19. Jh.). Wunde f. ‘offene Körperverletzung’, ahd. wunta (8. Jh.), mhd. wunde, asächs. wunda, mnl. wonde, nl. wond(e), aengl. wund, engl. wound, anord. und, tiefstufiges Nomen actionis (germ. *wundō) mit dem Suffix ie. -tā zur oben angegebenen Wurzel. Wundfieber n. ‘durch Infektion einer Wunde hervorgerufenes Fieber’ (16. Jh., Paracelsus).

Thesaurus

Synonymgruppe
entzündet · vereitert · wund  ●  schlimm  ugs., regional
Assoziationen
Synonymgruppe
verletzt · wund · zerkratzt · zerrissen · zerschunden
Assoziationen
  • entzündet · vereitert · wund  ●  schlimm  ugs., regional

Typische Verbindungen zu ›wund‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wund‹.

Verwendungsbeispiele für ›wund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weshalb aber klatscht sich die Mehrheit, die sich auf eine andere Art von Theater eingelassen hat, am Ende die Hände wund? [Die Zeit, 16.04.1998, Nr. 17]
Daß die Arena zu füllen ist, steht für Wund außer Frage. [Die Zeit, 03.11.1989, Nr. 45]
Das ist die wunde Stelle beider Stücke: Sie stehen auf dramaturgisch wackligen Beinen. [Die Zeit, 02.11.1984, Nr. 45]
An der Geschichte der Burg haben sich Historiker die Finger wund geschrieben. [Die Zeit, 25.06.1982, Nr. 26]
Tagelang, berichtete der Schauspieler weiter, saß der wunde Held, er hatte sich anläßlich der nationalen Revolution den Arm verstaucht, in dumpfem Brüten. [Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 641]
Zitationshilfe
„wund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wund>.

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