wursteln

Grammatik Verb
Worttrennung wurs-teln
Wortbildung  mit ›wursteln‹ als Letztglied: ↗dahinwursteln · ↗durchwursteln · ↗fortwursteln · ↗herumwursteln · ↗weiterwursteln
 ·  mit ›wursteln‹ als Grundform: ↗Wurstelei
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp langsam, im alten Trott arbeiten, dahinleben
Beispiele:
wenn ihr weiter so wurstelt, werdet ihr nie fertig
Bei uns wurstelte jeder vor sich hin [ SchallückReineke178]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wurst · wursteln · wurstig
Wurst f. ‘in Därme gefüllte, gewürzte Fleischspeise’, ein dt. und nl. Wort, ahd. (11. Jh.), mhd. wurst (md. auch worst), asächs. wurst, mnd. mnl. nl. worst. Herkunft ungewiß. Am besten ist wohl Anschluß (ausgehend von ie. *u̯ṛtsti-) im Sinne von ‘Gedrehtes’ an ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’ (s. ↗werden, ↗-wärts), Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’. Möglich ist ferner die Auffassung des Substantivs als ‘Durcheinandergemengtes, Gemengsel’ und Zusammenhang mit ↗wirr (s. d.), das (wenngleich unsicher) zu ie. *u̯ers- gestellt werden kann. In jedem Fall handelt es sich bei germ. *wursti- um eine schwundstufige Bildung mit (s)ti-Suffix. Redensartlich mit der Wurst nach dem Schinken werfen (18. Jh.), älter mit einer Wurst eine Speckseite abwerfen (Anfang 17. Jh.) ‘mit geringem Einsatz etw. Großes zu erreichen suchen’; es geht um die Wurst ‘es geht um die Entscheidung, kommt darauf an’ (19. Jh.); das ist mir Wurst (umgangssprachlich Wurscht) ‘gleichgültig’ (Anfang 19. Jh., aus der Studentensprache), im Hinblick auf die beiden sich einander gleichenden Enden der Wurst. wursteln Vb. ‘langsam, im alten Trott leben, arbeiten, wirtschaften’, auch ‘nicht ordentlich arbeiten’, meist (umgangssprachlich) wurschteln, Iterativbildung (Anfang 19. Jh.) zu wursten ‘Wurst machen’ (15. Jh.), ‘unordentlich, ungeschickt drehen, durcheinanderbringen, verwirren’ (17. Jh.), mnd. worstelen ‘ringen’. wurstig Adj. ‘gleichgültig’ (1. Hälfte 19. Jh., Studentensprache), älter ‘dick wie eine Wurst’ (18. Jh.), zuvor wursticht (vgl. würstet, 16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›wursteln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wursteln‹.

Verwendungsbeispiele für ›wursteln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sondern sie wurstele sich nur von Tag zu Tag und von Entscheidung zu Entscheidung.
Die Zeit, 05.09.2011, Nr. 36
Sie gehen nicht mehr so viel aus, "wursteln sich so durchs Leben", sagen sie salopp.
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2002
Seit Monaten regiert er nicht mehr wirklich, sondern reagiert nur noch und wurstelt sich damit von Tag zu Tag durch.
Die Welt, 21.12.2001
Merk war nicht im Bilde und wurstelte sich die Scheibe selbst ins Tor.
Der Tagesspiegel, 07.10.2001
Nur die wichtigste Mannschaft des ganzen Landes wurstelt ohne echten Manager!
Bild, 30.06.2000
Zitationshilfe
„wursteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wursteln>, abgerufen am 25.11.2020.

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