wurstig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungwurs-tig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›wurstig‹ als Erstglied: ↗Wurstigkeit
eWDG, 1977

Bedeutung

salopp gleichgültig
Beispiele:
ein wurstiger Mensch
wurstig sein
Die Krämerin sieht wurstig vor sich hin [StrittmatterOchsenkutscher66]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wurst · wursteln · wurstig
Wurst f. ‘in Därme gefüllte, gewürzte Fleischspeise’, ein dt. und nl. Wort, ahd. (11. Jh.), mhd. wurst (md. auch worst), asächs. wurst, mnd. mnl. nl. worst. Herkunft ungewiß. Am besten ist wohl Anschluß (ausgehend von ie. *u̯ṛtsti-) im Sinne von ‘Gedrehtes’ an ie. *u̯ert- ‘drehen, wenden’ (s. ↗werden, ↗-wärts), Dentalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’. Möglich ist ferner die Auffassung des Substantivs als ‘Durcheinandergemengtes, Gemengsel’ und Zusammenhang mit ↗wirr (s. d.), das (wenngleich unsicher) zu ie. *u̯ers- gestellt werden kann. In jedem Fall handelt es sich bei germ. *wursti- um eine schwundstufige Bildung mit (s)ti-Suffix. Redensartlich mit der Wurst nach dem Schinken werfen (18. Jh.), älter mit einer Wurst eine Speckseite abwerfen (Anfang 17. Jh.) ‘mit geringem Einsatz etw. Großes zu erreichen suchen’; es geht um die Wurst ‘es geht um die Entscheidung, kommt darauf an’ (19. Jh.); das ist mir Wurst (umgangssprachlich Wurscht) ‘gleichgültig’ (Anfang 19. Jh., aus der Studentensprache), im Hinblick auf die beiden sich einander gleichenden Enden der Wurst. wursteln Vb. ‘langsam, im alten Trott leben, arbeiten, wirtschaften’, auch ‘nicht ordentlich arbeiten’, meist (umgangssprachlich) wurschteln, Iterativbildung (Anfang 19. Jh.) zu wursten ‘Wurst machen’ (15. Jh.), ‘unordentlich, ungeschickt drehen, durcheinanderbringen, verwirren’ (17. Jh.), mnd. worstelen ‘ringen’. wurstig Adj. ‘gleichgültig’ (1. Hälfte 19. Jh., Studentensprache), älter ‘dick wie eine Wurst’ (18. Jh.), zuvor wursticht (vgl. würstet, 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
freudlos · gelangweilt · ↗lieblos · nicht mit dem Herzen dabei · nicht mit ganzem Herzen dabei · ohne Begeisterung · ohne Einsatz · ohne Engagement · ohne Freude dabei · ohne sich Mühe zu geben · ohne sich anzustrengen · ↗unengagiert  ●  ↗lustlos  Hauptform · ↗wurschtig  ugs. · wurstig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wurstig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manchmal kommt Ihre Art aber auch arg wurschtig rüber, fast emotionslos.
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2000
Sie umschlang mich mit ihren wurstigen Armen, stolperte neben mir her und sah stolz zu mir auf.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 180
Die dicken Beine, die wurstigen Finger und den Knüppel kannte er doch.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 126
Er scheint oberflächlich, bleibt von Lob und Tadel unberührt und verhält sich wurstig gegenüber Lebensaufgaben.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 71
Oskar (Till Huster), wurschtig und herzlich pragmatisch, ist ziemlich glücklich geschieden, hat sich in seinem Junggesellenleben prima eingerichtet.
Die Welt, 15.11.2005
Zitationshilfe
„wurstig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wurstig>, abgerufen am 24.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Wursthaut
Wurstfülle
Wurstfinger
Wursterei
Wurster
Wurstigkeit
Wurstkammer
Wurstkessel
Wurstknödel
Wurstkraut