wurzeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungwur-zeln
Wortbildung mit ›wurzeln‹ als Erstglied: ↗-wurzler  ·  mit ›wurzeln‹ als Letztglied: ↗anwurzeln · ↗durchwurzeln · ↗einwurzeln · ↗festwurzeln
 ·  mit ›wurzeln‹ als Grundform: ↗bewurzeln · ↗entwurzeln · ↗verwurzeln
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
Wurzeln schlagen, mit den Wurzeln festwachsen
Beispiel:
der Baum wurzelt tief im Erdreich
bildlich
Beispiele:
ein Felsblock wurzelt am Hang
Der Florian stand wie an die Schwelle gewurzelt (= gebannt) [Rosegger12,210]
in etw. wurzelnin etw. heimisch, verwurzelt sein
Beispiele:
er wurzelt in seiner Heimat
sie wurzeln in den Vorstellungen ihrer Jugend
etw. wurzelt in jmdm., etw.etw. hat seinen Ursprung, seine Ursache in jmdm., etw.
Beispiel:
Die exakte Wissenschaft wurzelt im menschlichen Leben [PlanckSinn26]
2.
landschaftlich, salopp hart arbeiten
Beispiel:
sie haben schwer gewurzelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wurzel · wurzeln · verwurzeln
Wurzel f. ‘unterer, in der Erde wachsender Teil einer Pflanze’, ahd. wurzala (9. Jh.), mhd. wurzel, mnd. wortel, mnl. wortel(e), nl. wortel, aengl. wyrtwala, -walu ist aus einem Kompositum germ. *wurtwalu- ‘Krautstock’ entstanden, dessen erstes Kompositionsglied zu dem unter ↗Wurz (s. d.) behandelten Substantiv gehört. Das im Dt. zu -ala bzw. -el abgeschwächte Grundwort ist verwandt mit anord. valr ‘rund’, aengl. walu ‘Wulst, Streifen, Strieme’, anord. vǫlr ‘runder Stab’, got. walus ‘Stab’, vielleicht auch mit lat. vallus ‘(Schanz)pfahl’, griech. hḗlos (ἧλος) ‘Nagel(kopf)’, und stellt sich zu der unter ↗wallen (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *u̯el(ə)-, *u̯lē- ‘drehen, winden, wälzen’. wurzeln Vb. ‘Wurzeln treiben oder schlagen, Wurzeln haben, heimisch in etw. sein’, ahd. wurzalōn (um 1000), mhd. wurzel(e)n. verwurzeln Vb. ‘mit dem Wurzelstock anwachsen, Wurzel fassen’, mhd. verwurzel(e)n (14. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anschauung Erdreich Erleben Faser Frömmigkeit Gedankengut Humus Mutterboden Mystik Mythologie Rebstock Religiosität Religiöse Romantik Stammbaum Tradition Volksmusik Weltanschauung anderswo darin durchwurzeln einwurzeln festwurzeln hierin letzten Endes letztlich tief zutiefst Überlieferung Überzeugung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wurzeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wurzelt direkt an einem anderen, gemeinsam bilden sie ein Paar.
Die Zeit, 12.11.2012, Nr. 46
Alle drei wurzeln in der symphonischen Tradition des musischen Ortes.
Der Tagesspiegel, 10.11.2001
Sie gehen zwar darin nicht auf, aber sie wurzeln darin.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 276
Sie wurzelt in der Religion des griechischen Volks und der griechischen Dichtung und Plastik.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 255
Er wurzelt im Glauben, von einem Tier individuell magische Kräfte erhalten zu können und dieses Tier als Helfer für das ganze Leben gewinnen zu können.
Ohm, Th.: Afrika südlich der Sahara. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 956
Zitationshilfe
„wurzeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wurzeln>, abgerufen am 23.10.2019.

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