Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zücken

Grammatik Verb
Aussprache  [ˈʦʏkən]
Worttrennung zü-cken
eWDG

Bedeutung

etw. aus etw., besonders aus seiner Tasche, herausnehmen, hervorholen und zum Gebrauch bereithalten
Beispiele:
umgangssprachlich, scherzhaftdie Geldbörse, den Kugelschreiber, ein Notizbuch, das Handy zücken
umgangssprachlich, scherzhafter zückte den Bleistift und begann zu schreiben (= richtete den Bleistift auf sie)
einen Dolch, das Schwert zücken (= aus der Scheide ziehen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zucken · zuckeln · zockeln · Zuckung
zucken Vb. ‘eine kurze, schnelle, ruckartige Bewegung machen’, besonders von unwillkürlichen Muskelbewegungen (17. Jh.). Ahd. (9. Jh.), mhd. zucken ‘schnell und mit Gewalt ziehen, schnell ergreifen, an sich reißen, weg-, entreißen’, mnd. mnl. tucken, tocken ‘zucken, zappeln, zucken machen, rasch ziehen’, engl. (aus dem Mnd. oder Mnl.) to tuck ‘wegstecken, zusammenziehen’ ist eine Intensivbildung (germ. *tukkjan) zu dem unter ziehen (s. d.) behandelten Verb. Der bei dem jan-Verb zu erwartende Umlaut wird zunächst von kk verhindert, begegnet dann im Mhd. (vereinzelt und nur md.) und gelegentlich im Mnd. (s. zücken). Doch bleibt die umlautlose Form (wie bei anderen Intensiva) im Nhd. erhalten. Vom 17. Jh. an bezeichnet zucken ruckartige Bewegungen von Gliedmaßen, Körperteilen (vgl. die Achsel(n) zucken), besonders heftige, plötzliche Muskelbewegungen. Damit wird die alte Bedeutung ‘schnell ziehen’ aufgegeben; sie wird jedoch von zücken weitergeführt, von dem sich zucken damit semantisch trennt. Dazu die Iterativbildung zuckeln, zockeln Vb. ‘sich langsam, müde fortbewegen’ (18. Jh.). Zuckung f. ‘kurze, ruckartige, krampfartige Bewegung’ (15. Jh.).

zücken Vb. ‘schnell (heraus)ziehen’, nur noch in Verwendungen wie das Schwert, den Dolch, die Brieftasche, den Bleistift zücken u. dgl. Mhd. (selten und nur md.) zücken ‘schnell und mit Gewalt ziehen, schnell ergreifen, an sich reißen, entreißen’, mnd. (selten) tücken ‘ziehen, schnell ergreifen’ ist die Umlaut aufweisende Form von (bis ins 17. Jh. gleichbed.) zucken (s. d.). Die alte (von umlautlosem zucken aufgegebene) Bedeutung ‘schnell ziehen’ wird von zücken (s. oben) bewahrt.

Thesaurus

Synonymgruppe
herausholen · herausnehmen · herausziehen · hervorholen · hervorziehen · ziehen · zücken  ●  (etwas irgendwoher) kramen  ugs. · (umständlich) hervorkramen  ugs. · blank ziehen (blankziehen)  geh., historisch, auch figurativ · herauskramen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›zücken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zücken‹.

Verwendungsbeispiele für ›zücken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er zückte das Messer, er wollte sich auf die Pilze stürzen, um sie zu ernten. [Preußler, Otfried: Krabat, Stuttgart: Thienemann o.J. [1995] [1971], S. 76]
Miro hat zwei Fouls gemacht und zweimal zückt er gelb. [Die Zeit, 19.06.2010 (online)]
Der Kanzler habe "einfach mal so" ein Papier gezückt, das gehe doch nicht. [Süddeutsche Zeitung, 15.06.2000]
Schließlich zückt er ein Blatt und reicht es einer jungen Dame zum Abstempeln. [Süddeutsche Zeitung, 02.08.1994]
In einem plötzlich entbrennenden Kampf fließt Blut, sie zückt ein Messer, sie beißt zu. [Die Welt, 14.08.2004]
Zitationshilfe
„zücken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/z%C3%BCcken>.

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