zünden

Grammatik Verb · zündet, zündete, hat gezündet
Aussprache 
Worttrennung zün-den
Wortbildung  mit ›zünden‹ als Erstglied: Zündanlage · Zündbatterie · Zündblättchen · Zünder · Zündfunke · Zündfunken · Zündholz · Zündhütchen · Zündkabel · Zündkapsel · Zündkerze · Zündkopf · Zündmittel · Zündnadel · Zündpfanne · Zündplättchen · Zündsatz · Zündschalter · Zündschloss · Zündschlüssel · Zündschnur · Zündspule · Zündstein · Zündstoff · Zündtemperatur · Zündverteiler · Zündware · zündbar
 ·  mit ›zünden‹ als Letztglied: anzünden · entzünden1 · entzünden2
eWDG

Bedeutungen

1.
anfangen zu brennen, in Brand geraten
Beispiele:
nasse Streichhölzer zünden nicht
Technikder Motor zündet nicht (= der Motor kommt nicht in Gang, da keine Zündung stattfindet)
Technikdas Triebwerk der Rakete hat gleich beim ersten Probelauf erfolgreich gezündet
der Blitz hat gezündet (= hat eingeschlagen und einen Brand verursacht)
2.
etw. in Brand setzen, bei etw. den Beginn eines Verbrennungsprozesses, einer Explosion herbeiführen
Beispiele:
dieses Gas wird erfahrungsgemäß durch Funken nicht gezündet
eine Bombe, den Sprengkörper, die Sprengladung zünden
bei diesem Versuch wurde auch die zweite Stufe der Rakete gezündet
in dem Kraftwerk soll der erste von vier Kesseln erstmalig gezündet werden
landschaftlich, besonders süddeutschFeuer zünden (= anzünden)
bildlich
Beispiele:
salopp, scherzhaftendlich hat es bei ihm gezündet (= hat er es verstanden)
Die Stimmung war einer Explosion nahe, nur der zündende Funke fehlte noch [ WintersteinLeben2,260]
eine Rede zündeteine Rede erweckt Begeisterung, reißt mit, inspiriert, aktiviert
Beispiele:
sein Vorschlag, Wort, seine Idee zündete
die Reden Dantons hatten gezündet; das Volk von Paris hatte sich erhoben [ BredelHeerstraßen196]
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
eine zündende Rede
ein zündender Rhythmus
zündende Pointen, Lieder, Melodien
die zündende Wirkung seiner Ansprache
seine Worte, Songs wirkten zündend auf die jungen Zuhörer
plötzlich sprang zündend der Gedanke in ihm auf ...
Der Beifall wurde lebhafter, aber nicht zündend [ BöllZug140]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zünden · Zünder · Zündung · entzünden · Entzündung · Zündholz
zünden Vb. ‘in Brand geraten, in Brand setzen, anzünden’, ahd. zunten ‘in Brand setzen, entzünden, entfachen’ (9. Jh.), zuntēn ‘brennen, glühen’ (um 1000), zuntōn ‘entflammen’ (um 1000), mhd. zünden, zunden, zünten ‘entzünden, anzünden, sich entzünden, brennen, leuchten’ zeigen wie got. tundnan ‘entzündet werden, verbrennen’ schwundstufigen Vokal im Unterschied zu mhd. enzenden ‘an-, entzünden’ (also ‘brennen machen’), aengl. ontendan, engl. (mundartlich) to tind, anord. tenda, (mit r-Erweiterung) tendra, schwed. tända, got. tandjan. Dieses steht kausativ zu einem in mhd. zinden, zinnen ‘brennen, glühen’, aengl. tinnan ‘entbrennen’ belegten starken Verb; s. verwandtes Zunder. Herkunft unbekannt (Vermutungen zitieren Feist ³474 und Knobloch in: Ahd. 2 (1987) 1231 ff.). Zünder m. ‘wer anzündet oder leuchtet, Vorrichtung zum Anzünden’ (16. Jh.), als Fachwort der Pyrotechnik und Waffentechnik ‘Vorrichtung zum Entzünden einer Sprengladung’ (18. Jh.), ahd. zuntāri ‘wer etw. anbrennt, Anzünder’ (11. Jh.); vgl. mhd. anzünder, auch ‘Anstifter’. Zündung f. ‘Vorgang des (An)zündens’ (zundunge, 15. Jh.), ahd. zuntunga (nur übertragen) ‘Anreizung, Antrieb’ (um 800); heute besonders ‘Anlage, die den Zündfunken im Verbrennungsmotor hervorbringt’ (19. Jh.). entzünden Vb. ‘anzünden, entflammen’, übertragen ‘entstehen lassen, verursachen’, medizinisch (reflexiv) ‘durch Bakterien, Reiz sich krankhaft röten’ (18. Jh.), ahd. inzunten ‘in Brand setzen’ (8. Jh.), mhd. enzünden, -zünten ‘in Brand setzen, leuchten’, reflexiv ‘entbrennen, in Zorn geraten’; Entzündung f. ‘entzündlicher krankhafter Zustand’ (18. Jh.); vgl. ahd. inzuntunga ‘das Anzünden, Brandstiftung’ (10. Jh.). Zündholz n. ‘Brennholz’ (16. Jh.), ‘Streichholz’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›zünden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zünden‹.

Verwendungsbeispiele für ›zünden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wenn man das Stück ordentlich kürzt, dann zündet es auch.
Die Zeit, 05.07.2013 (online)
Was in der Theorie wunderbar funktioniert, hat in der Praxis bisher nicht so recht gezündet.
Der Tagesspiegel, 14.05.2000
Er hatte ein Vermögen dafür ausgegeben und zündete nun hingerissen einen nach dem anderen.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 134
Dann fuhr sie hastig in die Höhe und zündete das Licht an.
Nabl, Franz: Die Augen. In: ders., Der Tag der Erkenntnis, Graz u. a.: Stiasny 1961 [1919], S. 78
Auf seinem Zimmer zündete er ein Licht an und las noch lange in den Aufzeichnungen seines Lebens.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 449
Zitationshilfe
„zünden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/z%C3%BCnden>, abgerufen am 25.10.2021.

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