zürnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzür-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zürnen‹ als Letztglied: ↗verzürnen
eWDG, 1977

Bedeutung

gehoben (mit) jmdm. zürnenauf jmdn. zornig, böse, sehr ärgerlich sein
Beispiele:
sie zürnt (mit) ihrem Sohn, weil er ...
eigentlich müsste ich dir zürnen
lange hat sie (mit) ihrem Schicksal gezürnt
zürnen Sie (ihm) nicht länger!
»Sei still!« zürnte der Vater (= »Sei still!« sprach der Vater zornig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zorn · zornig · zürnen · erzürnen
Zorn m. ‘Wut, Entrüstung, Unwille’, ahd. zorn n. ‘Erbitterung, Wut, Entrüstung’ (9. Jh.), mhd. zorn m. ‘plötzlich entstandener Unwille, Heftigkeit, Wut, Zank, Streit’, asächs. torn n., mnd. torn, tarn, mnl. torn, toren, toorn, nl. toorn, aengl. torn n. ‘Grimm, Kummer, Leid, Elend’. Das in älterer Sprache neutrale Substantiv westgerm. *turna- n. ist vielleicht eine Substantivierung des in mhd. zorn(e) ‘zornig, erzürnt’, asächs. torn ‘bitter, leidvoll’, aengl. torn ‘bitter, grausam, schrecklich, schmerzlich’ erhaltenen Adjektivs, das als alte Partizipialbildung mit dem Suffix ie. -no- / -nā- aufgefaßt werden kann. Verwandtschaft besteht mit den unter ↗trennen, ↗zehren, ↗zerren (s. d.) genannten Formen, die an die Wurzel ie. *der(ə)-, *drē- ‘schinden, (ab)spalten’ anzuschließen sind. Als Ausgangsbedeutung ist für das Adjektiv ‘zerrissen, gespalten’, für das Substantiv ‘Zwist, Streit’ anzunehmen, woraus ‘wütende Gemütserregung’. zornig Adj. ‘wütend, grimmig’, ahd. zornag (9. Jh.), mhd. zornec, zornic ‘zürnend, erzürnt, heftig, grimmig’. zürnen Vb. ‘zornig sein’, ahd. zurnen (um 800), zornōn (um 1000), mhd. zürnen (md. zurnen, zornen). erzürnen Vb. ‘zornig machen, werden’, ahd. irzurnen (Hs. 12. Jh.), mhd. erzürnen, -zornen ‘in Zorn versetzen, in Zorn geraten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Geduld verlieren · ↗(sich) aufregen · Wut haben · keine Geduld mehr haben · wütend sein · Überdruss empfinden  ●  ↗(sich) ärgern  Hauptform · vor Wut kochen  fig. · (jemandem) reißt der Geduldsfaden  ugs. · ↗(sich) grämen  geh., veraltend · Schnappatmung bekommen  ugs., fig. · Wut im Bauch haben  ugs. · einen Föhn kriegen  ugs., fig. · einen dicken Hals kriegen  ugs., fig. · genervt sein  ugs. · mit der Geduld am Ende sein  ugs. · sauer sein  ugs. · so eine Krawatte kriegen  ugs., norddeutsch · so einen Hals kriegen  ugs. · verrückt werden  ugs. · zürnen  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · zürnen  geh., veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnete Anwalt Fan Finanzminister Gott Herr Kanzler Kritiker Manager Oberbürgermeister Torwart Trainer als bald damals deshalb du gestern grollen heftig jüngst lachen lange schimpfen weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zürnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da wolle man "mit aller Kraft und mutwillig negativ über das Unternehmen berichten", zürnt er.
Süddeutsche Zeitung, 07.06.2002
Viele dieser jungen Kommunisten zürnen dem Professor nun, weil er sich zu früh zu weit vorgewagt habe.
Die Zeit, 02.03.1964, Nr. 09
Als sie aber später in der Einsamkeit ihres Zimmers seinen Brief gelesen hatte, vermochte sie ihm nicht mehr zu zürnen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 90
Ich hatte also gar keine Ursache, dem Dr. Ries zu zürnen.
Friedländer, Hugo: Die Oldenburgischen Spielerprozeße. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 22397
G. ist ewige Liebe, aber obschon er zürnt, ist er nicht ewiger Zorn.
Klein, J.: Gott. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16481
Zitationshilfe
„zürnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zürnen>, abgerufen am 24.03.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Zurna
zuriegeln
Zurichtung
Zurichter
zurichten
zurollen
zurren
Zurrgurt
Zurring
Zurschaustellen