zackig

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈʦakɪç]
Worttrennung za-ckig
Wortzerlegung Zacke-ig, ↗Zacken-ig
Wortbildung  mit ›zackig‹ als Erstglied: ↗Zackigkeit  ·  mit ›zackig‹ als Letztglied: ↗dreizackig · ↗feinzackig · ↗fünfzackig · ↗scharfzackig · ↗zehnzackig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Zacken aufweisend, gezackt
  2. 2. [veraltend] schneidig
eWDG

Bedeutungen

1.
Zacken aufweisend, gezackt
Beispiele:
zackige Felsen, Eisberge
Mauerreste ragten zackig und schwarz in die Luft
ein Blitz fuhr zackig über den Himmel
Die Sterne funkelten […] durch das zackige Laub der Platane [ Tageszeitung1955]
in dem zackigen Ausschnitt der durchgeschlagenen Scheibe zeigte sich das Gesicht der Hausmeisterfrau [ SeghersRettung3,150]
2.
veraltend schneidig
Beispiel:
Er sitzt stramm da […] bemüht, mit möglichst wenigen zackigen Bewegungen auszukommen [ Feuchtw.Oppermann50]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zack · Zack · zackig1
zack Interjektion lautmalend als Wiedergabe einer kurzen, scharfen, vorstoßenden Bewegung, oft in der Doppelung zack zack! als Aufforderung zu Schnelligkeit. Hierzu die Substantivierung Zack m. oder n. in Wendungen wie auf Zack sein ‘tüchtig, gewitzt sein’, etw. auf Zack bringen ‘die vorgeschriebene Ordnung herbeiführen’, so besonders soldatensprachlich, und davon abgeleitetes zackig1 Adj. ‘stramm, schneidig, forsch’, eigentlich ‘mit knappen, ruckartigen, eckigen Bewegungen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Vgl. auch ↗Zickzack (s. d.).

Zacke · Zacken · zackig2
Zacke f. Zacken m. ‘spitzzulaufendes, herausragendes, oft in größerer Anzahl in einer Reihe stehendes Gebilde, Spitze, Zinke, Zahn, Zinne’, mhd. (zuerst md.) zacke (m. f.?, belegt ist nur zacken Plur.) ‘Spitze, Zinke’ geht wohl zurück auf mnd. tack(e) ‘Ast, Zweig, Zacke’; vgl. ferner mnl. tacke, tac ‘mit Spitzen versehener Gegenstand, Spitze, Zweig’, nl. tak ‘Zweig, Ast’, engl. tack ‘Stift, Reißnagel, Zwecke’, auch mengl. takke, engl. to tack ‘lose befestigen, (an)heften’ (alle mit expressiv verschärftem Guttural?) sowie mnd. tagge ‘Zacke’, engl. tag ‘Stift, Spitze, Anhängsel’, to tag ‘mit einem Anhänger, Stift versehen, anheften’, schwed. tagg ‘Zinke, Zacke, Stachel, Dorn’. Die weitere Herleitung ist unklar. Erwogen wird Verwandtschaft mit mnd. tākel ‘Ausrüstung, Ackergerät, Schiffsausrüstung, Tauwerk und Hebezeug’, nhd.Takel (s. ↗Takelage) oder Übernahme aus einer Substratsprache, doch ist auch die Möglichkeit lautmalenden Ursprungs nicht auszuschließen, vgl. ↗zack Interjektion (s. d.) zur Wiedergabe einer kurzen, scharfen, vorstoßenden Bewegung (18. Jh.) und s. ↗Zickzack. Seit dem Frühnhd. stehen das Femininum Zacke und das Maskulinum Zacken (mit aus den flektierten Formen stammendem -n, älter vereinzelt auch Zacke, Zack) bedeutungsgleich nebeneinander. Redensartlich ist einen Zacken haben ‘leicht betrunken sein’ (Mitte 19. Jh.), sich keinen Zacken, keine Zacke aus der Krone brechen ‘sich nichts vergeben’ (1. Hälfte 20. Jh.). zackig2 Adj. ‘mit Zacken versehen, gezackt’ (1. Hälfte 18. Jh., vgl. älteres zackicht, 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
gezackt · ↗gezähnt · zackig · zinkig
Oberbegriffe
Synonymgruppe
forsch · ↗schneidig · ↗schnittig · zackig
Assoziationen
Synonymgruppe
Zeit sparend · ↗behänd(e) · ↗eilig · ↗flink · ↗flott · ↗flugs · ↗hurtig · ↗munter · ↗rapid · ↗rapide · ↗rasch · ↗schleunig · unerwartet schnell · ↗zeitsparend · ↗zügig  ●  ↗geschwind  veraltend · ↗schnell  Hauptform · ↗speditiv  schweiz. · ↗zeitnah  Jargon, floskelhaft · ↗dalli  ugs. · ↗eilends  geh. · ↗fix  ugs. · ↗hopphopp  ugs. · in lebhafter Fortbewegungsweise  ugs., ironisch · mit Karacho  ugs. · mit Schmackes  ugs., regional · mit einem Wuppdich  ugs. · ↗subito  ugs. · ↗umgehend  geh., kaufmännisch, Schriftsprache · zackig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›zackig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zackig‹.

Verwendungsbeispiele für ›zackig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zackig flattert sie über den Monitor, surft durch die Tiefen des Screens.
Süddeutsche Zeitung, 21.08.1999
Hier geht jetzt nichts mehr rund, hier geht es nur noch zackig.
Die Zeit, 09.03.1984, Nr. 11
Am Schluß zackige Musik, der Filmvorführer drehte extra laut auf.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 333
Auf den Leichen der Männer war der fünf zackige Stern mit einem Eisen eingebrannt oder mit einem Messer ausgeschnitten.
o. A.: Materialien und Dokumente. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 325
Die Sterne waren klar und böse und manche sahen aus wie kleine zackige Monde.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 331
Zitationshilfe
„zackig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zackig>, abgerufen am 26.02.2021.

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