zagen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung za-gen
Wortbildung  mit ›zagen‹ als Erstglied: ↗zaghaft
Mehrwortausdrücke Zittern und Zagen
eWDG

Bedeutung

gehoben ängstlich, unsicher zögern, sich unschlüssig zeigen
Beispiele:
zagend ging sie zum Pult
Er zagte fast davor, daß er jetzt entweder zuviel oder zuwenig behaupten könnte [ MusilMann1346]
mit Zittern und Zagen (= angstvoll, voller Furcht)
Beispiel:
sie hatte mit Zittern und Zagen das Ergebnis der Untersuchung abgewartet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zagen · verzagen · zag · zaghaft · Zaghaftigkeit · Zagheit
zagen Vb. ‘aus Ängstlichkeit, Unsicherheit zögern, unentschlossen sein’, ahd. (vereinzelt) zagēn (11. Jh., zuvor irzagēn ‘furchtsam, schlaff werden’, 9. Jh.), mhd. zagen ‘feige, furchtsam sein’, ein nur im Hd. bezeugtes Verb, für das weitere Anknüpfungsmöglichkeiten fehlen. Man nimmt daher an, daß es aus einem ahd. *aʒ-agēn (germ. *at-agēn) durch falsche Abtrennung des Präfixes ahd. aʒ- (vgl. nur im 8./9. Jh. übliches ahd. Präp. ‘zu, an, in’, ferner asächs. anord. got. at, aengl. æt ‘bei, zu, an, auf, nach’ und gleichbed. lat. ad) entstanden ist. Ahd. *-agēn ließe sich zu ahd. egī ‘Schrecken, Strafe, harte Zucht’ (9. Jh.), mhd. ege, aengl. ege, ōga ‘Furcht, Schrecken’, anord. ōgn ‘Schrecken, Drohung, Streit’, got. agis ‘Furcht, Schrecken ken’, afagjan ‘abschrecken, ängstigen’, ōgjan ‘in Furcht versetzen’ stellen und mit den außergerm. Verwandten griech. áchos (ἄχος) ‘Trauer, Schmerz, Leid’, air. adāgor, adāgur ‘ich fürchte’ auf die Wurzel ie. *agh- ‘seelisch bedrückt sein, sich fürchten’ zurückführen. Geläufiger als zagen ist heute verzagen Vb. ‘den Mut, die Zuversicht verlieren’, mhd. verzagen. zag Adj. ‘ängstlich, zaghaft’, ahd. zag (9. Jh.), mhd. zage ‘zaghaft, verzagt, feige’, wohl Rückbildung aus dem Verb, früh geläufig in der Substantivierung ahd. zago m. ‘Feigling’ (9. Jh.), mhd. zage ‘verzagter, feiger Mensch, elender, durchtriebener Kerl’. zaghaft Adj. ‘schüchtern, scheu, ängstlich, unentschlossen’, mhd. zag(e)haft; dazu Zaghaftigkeit f. (17. Jh.). Zagheit f. ‘zaghaftes Wesen’, ahd. zagaheit (9. Jh.), mhd. zag(e)heit ‘Feigheit, Verzagtheit’.

Typische Verbindungen zu ›zagen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zagen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es rockt nicht, es wimmert und weint und zagt und zaudert.
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2004
Man darf darauf wetten, dass dann alle jene, die jetzt zögern und zagen, immer schon dafür gewesen sein wollen.
Die Zeit, 08.05.2000, Nr. 19
Und als der Engel von IHM gewichen war, hörte ER auf, zu zittern und zu zagen.
Die Welt, 03.04.1999
Kinder blicken auf, zagen hoch, schleichen scheu den Blick zurück.
Stramm, August: Geschehen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1915], S. 27452
Schnaut sucht trotz ihrer Rollenroutine nach zarteren Tönen, als man sie bislang von ihr gehört hat, wagt etwas, zagt etwas.
Der Tagesspiegel, 02.02.2001
Zitationshilfe
„zagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zagen>, abgerufen am 11.04.2021.

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