zaghaft

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung zag-haft
Wortzerlegung zagen-haft
Wortbildung  mit ›zaghaft‹ als Erstglied: ↗Zaghaftigkeit
eWDG

Bedeutung

schüchtern, furchtsam und unentschlossen
Beispiele:
ein zaghaftes Klopfen
zaghafte Schritte
seine zaghaften Versuche waren von Vornherein zum Scheitern verurteilt
sei nicht so zaghaft!
wenn ... unter den ersten zaghaften Sonnenstrahlen alles auf neue und eigene Art zu leuchten anhebt [ WilleUsedom187]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zagen · verzagen · zag · zaghaft · Zaghaftigkeit · Zagheit
zagen Vb. ‘aus Ängstlichkeit, Unsicherheit zögern, unentschlossen sein’, ahd. (vereinzelt) zagēn (11. Jh., zuvor irzagēn ‘furchtsam, schlaff werden’, 9. Jh.), mhd. zagen ‘feige, furchtsam sein’, ein nur im Hd. bezeugtes Verb, für das weitere Anknüpfungsmöglichkeiten fehlen. Man nimmt daher an, daß es aus einem ahd. *aʒ-agēn (germ. *at-agēn) durch falsche Abtrennung des Präfixes ahd. aʒ- (vgl. nur im 8./9. Jh. übliches ahd. Präp. ‘zu, an, in’, ferner asächs. anord. got. at, aengl. æt ‘bei, zu, an, auf, nach’ und gleichbed. lat. ad) entstanden ist. Ahd. *-agēn ließe sich zu ahd. egī ‘Schrecken, Strafe, harte Zucht’ (9. Jh.), mhd. ege, aengl. ege, ōga ‘Furcht, Schrecken’, anord. ōgn ‘Schrecken, Drohung, Streit’, got. agis ‘Furcht, Schrecken ken’, afagjan ‘abschrecken, ängstigen’, ōgjan ‘in Furcht versetzen’ stellen und mit den außergerm. Verwandten griech. áchos (ἄχος) ‘Trauer, Schmerz, Leid’, air. adāgor, adāgur ‘ich fürchte’ auf die Wurzel ie. *agh- ‘seelisch bedrückt sein, sich fürchten’ zurückführen. Geläufiger als zagen ist heute verzagen Vb. ‘den Mut, die Zuversicht verlieren’, mhd. verzagen. zag Adj. ‘ängstlich, zaghaft’, ahd. zag (9. Jh.), mhd. zage ‘zaghaft, verzagt, feige’, wohl Rückbildung aus dem Verb, früh geläufig in der Substantivierung ahd. zago m. ‘Feigling’ (9. Jh.), mhd. zage ‘verzagter, feiger Mensch, elender, durchtriebener Kerl’. zaghaft Adj. ‘schüchtern, scheu, ängstlich, unentschlossen’, mhd. zag(e)haft; dazu Zaghaftigkeit f. (17. Jh.). Zagheit f. ‘zaghaftes Wesen’, ahd. zagaheit (9. Jh.), mhd. zag(e)heit ‘Feigheit, Verzagtheit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
gehemmt · ↗kontaktarm · ↗kontaktscheu · ↗scheu · ↗schüchtern · selbstunsicher (psychol.) · ↗unsicher · zaghaft · ↗zurückhaltend  ●  ↗verklemmt  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
halbherzig · ↗unentschlossen · ↗unsicher · ↗verhalten · zaudernd · ↗zögerlich · zögernd  ●  zaghaft  Hauptform · ↗schüchtern  geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›zaghaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zaghaft‹.

Verwendungsbeispiele für ›zaghaft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst zehn Jahre später begann sie zaghaft aufzubegehren, verliebte sich in andere Männer.
Süddeutsche Zeitung, 17.02.1998
Noch haben die Regierungen Zeit, die nun viel zu zaghaft begonnene politische Reform unter Dach und Fach zu bringen.
Der Tagesspiegel, 18.06.1997
Das aber schon deutete er nur mit zaghaft umschreibenden Worten an.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 891
Aber bei dem «zaghaften Bewerber», da verweilt man schon länger.
Francke, Alexander: Fünf Wochen im Osten der Vereinigten Staaten und Kanadas, Bern: A. Francke 1913, S. 108
Jemand steckte etwas zaghaft lächelnd seinen Kopf durch und kam dann schnell nach.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 370
Zitationshilfe
„zaghaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zaghaft>, abgerufen am 04.03.2021.

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