zahlen
GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzah-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zahlen‹ als Erstglied: Zahlbox · Zahlbrett · Zahlgrenze · Zahlkarte · Zahlkellner · Zahlmeister · Zahlschalter · Zahlschein · Zahlstelle · Zahltag · Zahltisch · zahlbar
 ·  mit ›zahlen‹ als Letztglied: abzahlen · anzahlen · aufzahlen · auszahlen · dazuzahlen · draufzahlen · einzahlen · fortzahlen · heimzahlen · hinzuzahlen · nachzahlen · rückzahlen · vorauszahlen · weiterzahlen · zurückzahlen · überzahlen
eWDG, 1977

Bedeutung

mit einem Zahlungsmittel finanzielle Forderungen ausgleichen, besonders Geld als Gegenleistung für etw. geben
Beispiele:
bar, bargeldlos, mit (einem) Scheck zahlen
er hat (ihm) 20 Euro, 30 Dollar dafür gezahlt
für das Gemälde hat er schweres Geld gezahlt umgangssprachlich
den Preis hätte ich nicht zahlen können
diese Gebühren sind in der Landeswährung zu zahlen
er wollte in Rubel(n), mit Rubeln zahlen
wir haben den Betrag auf einmal, im Voraus, in Raten gezahlt
er zahlte nur sein Bier, die ganze Zeche, noch eine Runde
er zahlte für jedes der Kinder ein Eis
Beitrag, Miete, Pacht, Steuern, Strafe, Zoll zahlen
dort werden hohe Löhne, Prämien gezahlt
am Monatsersten werden die Gehälter gezahlt (= ausgezahlt)
er wohnte in dem Haus als zahlender Gast
pünktlich, regelmäßig, gut, schlecht zahlen
aus der hohlen Hand zahlen (= genügend Geld haben) umgangssprachlich
»Dann zahlen Sie das Zimmer besser jetzt.« [BöllWort168]
Delamarche zahlte jetzt ... den Chauffeur [KafkaAmerika278]
an etw. zahlenetw. auf Raten Gekauftes abzahlen
Beispiel:
sie zahlen immer noch an ihren Möbeln
übertragen
Beispiele:
Lehrgeld zahlen (= Erfahrungen durch Schaden erkaufen)
für ihren Leichtsinn zahlte sie (= ihren Leichtsinn büßte sie) mit einem Beinbruch
für diesen Erfolg zahlte er einen hohen Preis (= setzte er viel ein, nahm er jeden Verzicht auf sich)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zahl · zahlen · Zahlung · abzahlen · anzahlen · auszahlen · einzahlen · bezahlen · zahlbar · Anzahl · Zahlwort
Zahl f. ‘der Mengenbestimmung dienende, durch Zählen gewonnene Größe, Ziffer, Zahlzeichen, Anzahl, Menge, Numerus’, ahd. zala (8. Jh.), mhd. zal(e) ‘Zahl, Anzahl, Aufzählung, Erzählung, Rede’, asächs. tala, mnd. tal ‘Zahl, Anzahl, Zählung, Rechnung’, tāle ‘Sprache, Rede, Darlegung’, mnl. tāle ‘Erzählung, Rede, Sprache’, nl. taal ‘Rede, Sprache’, aengl. talu ‘Erzählung, Rede, Vortrag vor Gericht, Berechnung, Reihe’, engl. tale ‘Erzählung, Märchen, Sage’, anord. tala ‘Zahl, Zählung, Rechnung, Rede’ (germ. *talō), daneben die Neutra asächs. tal ‘Zahl, Reihe’, aengl. tæl ‘Zahl’, anord. tal ‘Zahl, Berechnung, Unterredung’, schwed. tal ‘Zahl, Rede’ (germ. *tala-); vgl. auch verwandtes got. talzjan ‘lehren’. Herkunft ungeklärt. Man nimmt Verwandtschaft mit griech. dólos (δόλος) ‘Köder, Lockmittel, Trug, List’, lat. dolus ‘List, Täuschung, Betrug’ an, wozu sich dehnstufig ahd. zāla ‘Not, Bedrängnis, Gefahr’ (8. Jh.), aengl. tǣl ‘Tadel, Spott’, anord. tāl ‘List, Betrug’ stellen würden, so daß von einer Wurzel ie. *del- ‘zielen, berechnen, nachstellen, listig schädigen, zählen, erzählen’ ausgegangen werden könnte. Andere halten Verwandtschaft mit der unter ↗Zoll (s. d.) behandelten Wortgruppe für möglich, knüpfen also an die Wurzel ie. *del(ə)- ‘spalten, schnitzen, kunstvoll behauen’ an. Die Bedeutungen ‘Zahl, das Zählen’ und ‘Aufzählung, Erzählung, Rede, Sprache’ hätten sich dann in vorliterarischer Zeit aus ‘eingekerbtes Merkzeichen’ entwickelt. zahlen Vb. ‘bezahlen, eine Schuld tilgen, vergüten’, ahd. zalōn ‘zählen, berechnen, überdenken’ (um 1000), mhd. zalen, zaln ‘zählen, berechnen, aufzählen, berichten, erzählen’, asächs. talon ‘berechnen’, mnd. mnl. tālen ‘zählen, erzählen, bezahlen’, aengl. talian ‘zählen, rechnen, bedenken, schätzen, achten, erzählen, zuschreiben’, anord. tala ‘reden, sprechen’; vom Substantiv abgeleitet. Zahlung f. ‘das Zahlen, gezahlter Betrag’ (15. Jh.). abzahlen Vb. ‘eine Schuld (allmählich in Raten) abtragen’, mhd. abezal(e)n. anzahlen Vb. ‘einen Teilbetrag zahlen’, spätmhd. anzalen. auszahlen Vb. ‘eine bestimmte Menge Bargeld geben, entlohnen’ (15. Jh.). einzahlen Vb. ‘in eine Kasse, in ein Guthaben zahlen, zur Weiterbeförderung einliefern’ (19. Jh.). bezahlen Vb. ‘den Gegenwert aufbringen, Geld aushändigen, begleichen, aufkommen für, die Folgen tragen’, mhd. bezaln ‘überzählen, berechnen, erkaufen, erwerben, bezahlen’. zahlbar Adj. ‘fällig, zu zahlen’ (18. Jh.). Anzahl f. ‘gewisse Menge, bestimmte Stückzahl’, spätmhd. anzal ‘der dem einzelnen zufallende Teil, Verhältnis’. Zahlwort n. Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von ↗Numerale (s. d.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
(die) Zeche zahlen (für) · (etwas) springen lassen  ugs. · (Schaden) regulieren · abdrücken  ugs. · abführen (Steuern) · ablatzen  ugs. · auf den Tisch blättern  ugs. · aufkommen (für) · ausgeben · begleichen (Rechnung) · berappen  ugs. · bestreiten (Geldbetrag) · bezahlen · blechen  ugs. · entrichten · geben für  ugs. · Geld in die Hand nehmen (journal., polit.) · hinblättern  ugs. · in die Tasche greifen  ugs. · latzen  ugs. · lockermachen (Geldbetrag)  ugs. · löhnen  ugs. · prästieren  geh. · raushauen  ugs. · rauspfeifen  ugs. · verausgaben (Verwaltungsdeutsch)
Unterbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zum einen ist die Entwicklung von Apps teuer, zum anderen ist die Bereitschaft, angemessene Preise für die digitalen Angebote zu zahlen, gering.
Die Zeit, 25.11.2013, Nr. 47
Weil wir so hilflos sind, brauchen wir nicht zu zahlen.
konkret, 1982
Die Frau zahlt nämlich mit dem Verlust, zumindest mit der Minderung ihres Rufes.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 89
Man zahlte oder man zahlte auch nicht, und meistens wählte man das letztere Teil.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 683
Das brauchte ich nicht erst anzusehen, das kann ich nicht zahlen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1918. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1918], S. 0
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beiträge DM Dividende Dollar Entschädigung Euro Gebühren Gehälter Geld Geldstrafe Kassen Kunden Löhne Mark Miete Millionen Preis Prämie Steuern Strafe Summe Zeche Zinsen auszahlt dafür einzahlen künftig mehr weniger zurückzahlt

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