zahlen

Grammatik Verb · zahlt, zahlte, hat gezahlt
Aussprache  [ˈʦaːlən]
Worttrennung zah-len
Wortbildung  mit ›zahlen‹ als Erstglied: Zahlbox · Zahlbrett · Zahlgrenze · Zahlkarte · Zahlkellner · Zahlknopf · Zahlmeister · Zahlschalter · Zahlschein · Zahlstelle · Zahltag · Zahltisch · zahlbar
 ·  mit ›zahlen‹ als Letztglied: abzahlen · anzahlen · aufzahlen · auszahlen · bezahlen · dazuzahlen · draufzahlen · einzahlen · fortzahlen · heimzahlen · hinzuzahlen · nachzahlen · rückzahlen · vorauszahlen · weiterzahlen · zurückzahlen · zuzahlen · überzahlen
eWDG

Bedeutung

mit einem Zahlungsmittel finanzielle Forderungen ausgleichen, besonders Geld als Gegenleistung für etw. geben
Beispiele:
bar, bargeldlos, mit (einem) Scheck zahlen
er hat (ihm) 20 Euro, 30 Dollar dafür gezahlt
umgangssprachlichfür das Gemälde hat er schweres Geld gezahlt
den Preis hätte ich nicht zahlen können
diese Gebühren sind in der Landeswährung zu zahlen
er wollte in Rubel(n), mit Rubeln zahlen
wir haben den Betrag auf einmal, im Voraus, in Raten gezahlt
er zahlte nur sein Bier, die ganze Zeche, noch eine Runde
er zahlte für jedes der Kinder ein Eis
Beitrag, Miete, Pacht, Steuern, Strafe, Zoll zahlen
dort werden hohe Löhne, Prämien gezahlt
am Monatsersten werden die Gehälter gezahlt (= ausgezahlt)
er wohnte in dem Haus als zahlender Gast
pünktlich, regelmäßig, gut, schlecht zahlen
umgangssprachlichaus der hohlen Hand zahlen (= genügend Geld haben)
»Dann zahlen Sie das Zimmer besser jetzt.« [ BöllWort168]
Delamarche zahlte jetzt … den Chauffeur [ KafkaAmerika278]
an etw. zahlenetw. auf Raten Gekauftes abzahlen
Beispiel:
sie zahlen immer noch an ihren Möbeln
übertragen
Beispiele:
Lehrgeld zahlen (= Erfahrungen durch Schaden erkaufen)
für ihren Leichtsinn zahlte sie (= ihren Leichtsinn büßte sie) mit einem Beinbruch
für diesen Erfolg zahlte er einen hohen Preis (= setzte er viel ein, nahm er jeden Verzicht auf sich)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zahl · zahlen · Zahlung · abzahlen · anzahlen · auszahlen · einzahlen · bezahlen · zahlbar · Anzahl · Zahlwort
Zahl f. ‘der Mengenbestimmung dienende, durch Zählen gewonnene Größe, Ziffer, Zahlzeichen, Anzahl, Menge, Numerus’, ahd. zala (8. Jh.), mhd. zal(e) ‘Zahl, Anzahl, Aufzählung, Erzählung, Rede’, asächs. tala, mnd. tal ‘Zahl, Anzahl, Zählung, Rechnung’, tāle ‘Sprache, Rede, Darlegung’, mnl. tāle ‘Erzählung, Rede, Sprache’, nl. taal ‘Rede, Sprache’, aengl. talu ‘Erzählung, Rede, Vortrag vor Gericht, Berechnung, Reihe’, engl. tale ‘Erzählung, Märchen, Sage’, anord. tala ‘Zahl, Zählung, Rechnung, Rede’ (germ. *talō), daneben die Neutra asächs. tal ‘Zahl, Reihe’, aengl. tæl ‘Zahl’, anord. tal ‘Zahl, Berechnung, Unterredung’, schwed. tal ‘Zahl, Rede’ (germ. *tala-); vgl. auch verwandtes got. talzjan ‘lehren’. Herkunft ungeklärt. Man nimmt Verwandtschaft mit griech. dólos (δόλος) ‘Köder, Lockmittel, Trug, List’, lat. dolus ‘List, Täuschung, Betrug’ an, wozu sich dehnstufig ahd. zāla ‘Not, Bedrängnis, Gefahr’ (8. Jh.), aengl. tǣl ‘Tadel, Spott’, anord. tāl ‘List, Betrug’ stellen würden, so daß von einer Wurzel ie. *del- ‘zielen, berechnen, nachstellen, listig schädigen, zählen, erzählen’ ausgegangen werden könnte. Andere halten Verwandtschaft mit der unter Zoll2 (s. d.) behandelten Wortgruppe für möglich, knüpfen also an die Wurzel ie. *del(ə)- ‘spalten, schnitzen, kunstvoll behauen’ an. Die Bedeutungen ‘Zahl, das Zählen’ und ‘Aufzählung, Erzählung, Rede, Sprache’ hätten sich dann in vorliterarischer Zeit aus ‘eingekerbtes Merkzeichen’ entwickelt. zahlen Vb. ‘bezahlen, eine Schuld tilgen, vergüten’, ahd. zalōn ‘zählen, berechnen, überdenken’ (um 1000), mhd. zalen, zaln ‘zählen, berechnen, aufzählen, berichten, erzählen’, asächs. talon ‘berechnen’, mnd. mnl. tālen ‘zählen, erzählen, bezahlen’, aengl. talian ‘zählen, rechnen, bedenken, schätzen, achten, erzählen, zuschreiben’, anord. tala ‘reden, sprechen’; vom Substantiv abgeleitet. Zahlung f. ‘das Zahlen, gezahlter Betrag’ (15. Jh.). abzahlen Vb. ‘eine Schuld (allmählich in Raten) abtragen’, mhd. abezal(e)n. anzahlen Vb. ‘einen Teilbetrag zahlen’, spätmhd. anzalen. auszahlen Vb. ‘eine bestimmte Menge Bargeld geben, entlohnen’ (15. Jh.). einzahlen Vb. ‘in eine Kasse, in ein Guthaben zahlen, zur Weiterbeförderung einliefern’ (19. Jh.). bezahlen Vb. ‘den Gegenwert aufbringen, Geld aushändigen, begleichen, aufkommen für, die Folgen tragen’, mhd. bezaln ‘überzählen, berechnen, erkaufen, erwerben, bezahlen’. zahlbar Adj. ‘fällig, zu zahlen’ (18. Jh.). Anzahl f. ‘gewisse Menge, bestimmte Stückzahl’, spätmhd. anzal ‘der dem einzelnen zufallende Teil, Verhältnis’. Zahlwort n. Übersetzung (Anfang 17. Jh.) von Numerale (s. d.).

zählen · Zählung · Zähler
zählen Vb. ‘eine Anzahl feststellen, gelten, mit jmdm. rechnen, sich auf jmdn. verlassen’, ahd. zellen (8. Jh.), mhd. zel(e)n, zellen ‘(auf-, zu)zählen, berechnen, erzählen, verkünden, bekennen, halten für, (aus)sagen, sprechen’, asächs. tellian ‘zählen, erzählen, sagen’, mnd. tellen ‘zählen, zahlen, rechnen, erzählen’, mnl. tellen ‘zählen, rechnen, aufzählen, erzählen, achten’, nl. tellen ‘zählen, rechnen, beachten, berücksichtigen’, afries. tella, aengl. tellan ‘zählen, rechnen, betrachten, denken, schätzen, glauben, auf-, erzählen’, engl. to tell ‘sagen, erzählen, mitteilen, nennen’, anord. telja ‘zählen, rechnen, erzählen, sprechen’, schwed. tälja ‘zählen’ (germ. *taljan). Gebildet zum Stamm von Zahl (s. d.). Im Nhd. ist zählen (wie Zahl) beschränkt auf das rechnerische Ermitteln einer Menge von Einheiten; die Bedeutung des Sagens, Berichtens, Mitteilens wird von erzählen (s. d.) übernommen. Zählung f. ‘das Zählen’ (17. Jh.). Zähler m. ‘Zählender, Rechnender’, ahd. zel(l)āri (Hs. 13. Jh.), mhd. zeler, zeller; ‘Zahl über dem Bruchstrich’ (Anfang 16. Jh.), Übersetzung von mlat. numerator; ‘Gerät mit Zählwerk’ (19. Jh.).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
(Schaden) regulieren · (die) Zeche zahlen (für) · (eine) Zahlung leisten · Geld in die Hand nehmen (journal., polit.) · abführen (Steuern) · aufkommen (für) · ausgeben · begleichen (Rechnung) · bestreiten (Geldbetrag) · eintreten (Versicherung, Bürge) · entrichten · verausgaben (Verwaltungsdeutsch) · zahlen  ●  bezahlen  Hauptform · (die finanziellen Lasten) tragen  geh. · (etwas) springen lassen  ugs. · abdrücken  ugs. · ablatzen  ugs. · auf den Tisch blättern  ugs. · berappen  ugs. · blechen  ugs. · geben für  ugs. · hinblättern  ugs. · latzen  ugs. · lockermachen (Geldbetrag)  ugs. · löhnen  ugs. · prästieren  geh., lat. · raushauen  ugs. · rauspfeifen  ugs. · tief(er) in die Tasche greifen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›zahlen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zahlen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zahlen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frau zahlt nämlich mit dem Verlust, zumindest mit der Minderung ihres Rufes. [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 89]
Man zahle ihnen also nicht noch Geld dafür, wie es stellenweise vorgekommen ist. [Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16]
Und an die ausländischen Arbeiter zahltest du deutsches Geld durch die Einfuhr der Waren von dort. [o. A.: Germanische Osterfeier von den "Sieben Steinhäusern" bei Fallingbostel, 16.04.1933]
Was es kostete, zahlten in jedem Fall die tschechischen Bauern. [Mann, Golo: Das Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 1608]
Aber nachträglich mußte man dafür einen mehr als hohen Preis zahlen. [Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8799]
Zitationshilfe
„zahlen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zahlen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
zahlbar
zaghaft
zagen
zag
zaddrig
zahlenmäßig
zahlenschwach
zahlenstark
zahllos
zahlreich