zausen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzau-sen
eWDG, 1977

Bedeutung

zupfen, an etw. zerren, reißen, etw. zupfend in Unordnung bringen
Beispiele:
der Wind zaust die Bäume
sie griff ihm ins Haar und zauste es, zauste daran
wir gingen so umeinander herum ... wie zwei Kater, die sich zausen wollen [G. KellerPankraz6,64]
Die Meise hackt in die Speckschwarte und zaust daran [StrittmatterTinko167]
bildlich
Beispiel:
auch er gehört zu denen, die das Leben tüchtig gezaust hat
übertragen
Beispiel:
Schiller hatte ihn [den Dichter Bürger] scharf gezaust (= kritisiert, gescholten) –, aber berühmt war er, gefeiert, überall gekannt! [A. ZweigRegenbogen254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zausen · zerzausen · zeisen · Zausel
zausen Vb. ‘zupfen, zerren, reißen’ (16. Jh.); früher bezeugt sind zerzausen Vb. ‘in Unordnung, in ein wirres Durcheinander bringen’, ahd. zirzūsōn (10. Jh.), spätmhd. zerzūsen sowie spätmhd. erzūsen ‘zausen, rupfen’. Dazu gehören, ebenfalls germ. -ū- voraussetzend, spätmhd. zūsach ‘Gestrüpp’, mhd. zūse ‘Gestrüpp, Haarlocke’ und ostfries. tūsen, mengl. totuse, betouse, engl. (mundartlich) to touse, norw. (mundartlich) tosa ‘zerfasern, zupfen’, auch ‘pfuschen, langsam arbeiten’, ablautend mnd. tōsen ‘zausen, zerren’. Auf germ. -ai- weisen ahd. zeisan (9. Jh.), mhd. frühnhd. nhd. zeisen Vb. ‘(auseinander)ziehen, zupfen, rupfen, pflücken’, dazu die j-Bildung aengl. tǣsan, engl. to tease ‘necken, hänseln, Wolle kämmen’, mnd. mnl. tēsen ‘pflücken, zupfen’, nl. tezen; germ. -a- zeigen spätmhd. zasen ‘zerfasern’, nd. tāsen ‘pflücken, rupfen’, schwed. (mundartlich) tasa ‘auffasern’, frühnhd. Zasel ‘Faser’. Eine außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit bietet höchstens lat. dūmus (aus *dū̌smos) ‘Gestrüpp’. Eine gemeinsame ie. Grundform läßt sich angesichts des unterschiedlichen Vokalismus nicht mit Sicherheit bestimmen; vielmehr muß mit affektisch-lautmalenden Bildungen um germ. *t-s- (ie. *d-s-) gerechnet werden. Zausel f. ‘Haarsträhne’, übertragen ‘liederliches Mädchen’ (mit wirrem Haar), m. ‘Weihwedel’, (berlin.) ‘griesgrämiger Kerl’, oller Zausel.

Thesaurus

Synonymgruppe
durcheinander bringen · strubbeln · ↗verstrubbeln · ↗verwuscheln · wuschig machen · zausen · ↗zerraufen · ↗zerstrubbeln · zerwuseln · ↗zerzausen  ●  strubbelig machen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Haar Sturm Wind

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zausen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist zehn nach zehn, Herr Kroh zaust sich den Bart.
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2002
Manches Jahr wird er angeblich so gezaust, daß man ihn am Morgen nicht mehr beerdigen kann.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 218
Er zauste den Bart, kostete dran und sang ihn an.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 602
Nachdem wir erst durch Sturm gezaust und danach im Regen standen, haben nur wir uns kräftig erkältet.
Der Tagesspiegel, 31.12.2003
Sie packte die kleine Hexe mit ihren Spinnenfingern und zauste sie an den Haaren.
Preußler, Otfried: Die kleine Hexe, Stuttgart: Thienemann 1980 [1957], S. 111
Zitationshilfe
„zausen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zausen>, abgerufen am 12.12.2019.

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