zeichnen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzeich-nen
Wortbildung mit ›zeichnen‹ als Erstglied: ↗Zeichenblock · ↗Zeichenbrett · ↗Zeichenfeder · ↗Zeichenfilm · ↗Zeichenheft · ↗Zeichenklasse2 · ↗Zeichenkohle · ↗Zeichenlehrer · ↗Zeichenmappe · ↗Zeichenmaschine · ↗Zeichenmaterial · ↗Zeichenpapier · ↗Zeichenprogramm · ↗Zeichenstift · ↗Zeichenstunde · ↗Zeichentalent · ↗Zeichentisch · ↗Zeichentrick · ↗Zeichentrickfilm · ↗Zeichenunterricht · ↗Zeichenutensil · ↗Zeichenwettbewerb · ↗Zeichenwinkel
 ·  mit ›zeichnen‹ als Letztglied: ↗abzeichnen · ↗anzeichnen · ↗aufzeichnen · ↗auszeichnen · ↗bezeichnen · ↗durchzeichnen · ↗einzeichnen · ↗freizeichnen · ↗gegenzeichnen · ↗hinzeichnen · ↗kennzeichnen · ↗nachzeichnen · ↗umzeichnen · ↗unterzeichnen · ↗vollzeichnen · ↗vorzeichnen · ↗überzeichnen
 ·  mit ›zeichnen‹ als Grundform: ↗Zeichnen · ↗gez. · ↗verzeichnen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. zeichneneine (technische, künstlerische) Zeichnung von etw., jmdm. schaffen, anfertigen
Beispiele:
eine Landschaft, ein Porträt, eine Karikatur zeichnen
etw. aus dem Kopf, Gedächtnis, nach der Natur zeichnen
etw., jmdn. mit nur wenigen Strichen, in Umrissen, flüchtig zeichnen
einen Akt zeichnen
mit Bleistift, Kohle, Rötel, Tusche, mit der Feder zeichnen
er zeichnet gern
kannst du gut zeichnen?
im Zeichnen ist er sehr gut, hat er die Note Eins
das technische Zeichnen
einen Grundriss, Aufriss zeichnen
Weil es soviel Schweiß kostet, ein Haus aufzustellen / Die Balken zu fällen, den Plan zu zeichnen [BrechtGedichte266]
übertragen
Beispiele:
die Figuren, Charaktere des Romans sind realistisch gezeichnet (= der Dichter hat sie realistisch dargestellt)
er hat mit seinem Helden eine Gestalt von wirklicher Größe gezeichnet
2.
in bestimmter Weise gezeichnet seineine bestimmte natürliche Musterung haben
Beispiele:
das Fell, Tier, der Schmetterling ist schön, auffallend gezeichnet
eine schön gezeichnete Katze, Tulpe
3.
etw. mit (einem) Zeichen versehen, etw. kennzeichnen
Beispiele:
die Wäsche, Taschentücher (mit dem Monogramm) zeichnen
Bäume (zum Fällen) zeichnen
wie wenn man die Schafe einer Herde mit einem glühenden Stempel zeichnet [G. Hauptm.Ketzer4,114]
gehoben, bildlich
Beispiele:
sein Gesicht war von Leid gezeichnet
das Alter, die Krankheit hat ihn gezeichnet
er ist vom Tode gezeichnet (= ist dem Tode sichtbar nahe)
ein vom Unglück Gezeichneter
man vergißt mir meine Strafen nicht, man sieht mich für gezeichnet an [H. KurzSonnenwirt103]
4.
etw. unterzeichnen
a)
seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen
Beispiele:
veraltendin Erwartung einer zusagenden Antwort zeichnen wir hochachtungsvoll ... (= Briefschluss, besonders in Geschäftsbriefen)
als Verfasser des Artikels, als Herausgeber des Werkes zeichnet Dr. B (= Dr. B ist der Verfasser, Herausgeber)
für etw. verantwortlich zeichnen (= sein)
gezeichnetVermerk auf vervielfältigten Schriftstücken, Abschriften vor der maschinenschriftlichen Unterschrift
Beispiel:
gezeichnet Werner Müller (= das Original ist unterschrieben von Werner Müller)
b)
Beispiele:
bei einer Sammlung 20 Euro zeichnen (= sich mit 20 Euro in die Sammelliste eintragen)
Geld, eine Geldspende zeichnen
c)
Beispiele:
Aktien zeichnen (= Aktien als Besitz erwerben)
eine Anleihe zeichnen (= einen bestimmten Geldbetrag für eine Anleihe zur Verfügung stellen)
5.
Jägersprache
Beispiel:
der Hirsch, das Reh zeichnet (= ist vom Schuss getroffen und verliert Blut, Haare)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter ↗Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bildlich darstellen · ↗malen · zeichnen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktie Anleger Autor Bild Comic Figur Gesicht Herausgeber Karikatur Karikaturist Karte Kontur Landkarte Linie Porträt Privatanleger Skizze Strich Umriß Zerrbild ab abzeichnen aufzeichnen aus auszeichnen einzeichnen malen nachzeichnen verantwortlich vorzeichnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zeichnen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die vergangenen Tage haben den Vater gezeichnet, er ist mager, bleich.
Bild, 14.01.2006
Ebenso wenig haben wir Bilder einer perfekten sozialistischen Welt gezeichnet.
Der Tagesspiegel, 28.06.2002
Noch sind die Halme gelb, leblos dürr, vom Winter gezeichnet.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 30.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Aber wenn dieser Zug als realistisch auch nicht beizubehalten ist, virtuell zeichnet er das Wesen der Situation.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 6271
Die E. P. zeichnet sich aus durch ihre enge Verbindung mit dem exakten Wissen.
o. A.: E. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 5625
Zitationshilfe
„zeichnen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zeichnen>, abgerufen am 08.12.2019.

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