Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zeichnerisch

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung zeich-ne-risch
Wortzerlegung Zeichner -isch
eWDG

Bedeutungen

1.
das künstlerische Zeichnen betreffend
Beispiele:
zeichnerisches Talent (= Talent zum künstlerischen Zeichnen) haben
jmds. zeichnerische Fähigkeiten entwickeln
etw. mit zeichnerischen Mitteln (= mit den spezifischen Mitteln des künstlerischen Zeichnens) darstellen
die dargestellten Figuren haben zeichnerische Mängel (= Mängel in der künstlerischen Ausführung der Zeichnung)
2.
technische Zeichnungen betreffend
Beispiele:
die zeichnerischen Unterlagen (= die technischen Zeichnungen) sind bereits vorhanden
nach Abschluss der zeichnerischen Arbeiten (= der Arbeiten an den technischen Zeichnungen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeichnen · Zeichner · zeichnerisch · Zeichnung · auszeichnen · ausgezeichnet · Auszeichnung · bezeichnen · Bezeichnung · unterzeichnen · Unterzeichnung · verzeichnen · Verzeichnis
zeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, kenntlich machen, (durch Striche) bildlich wiedergeben’, ahd. zeihhanen ‘kennzeichnen, bezeichnen, anzeigen, Wunder tun’ (8. Jh.), mhd. zeichen(en) ‘mit einem Zeichen versehen, (be)zeichnen, aufschreiben, verzeichnen, anzeigen’, asächs. tēknian, mnd. tēken(en), mnl. tēkenen, teikenen, nl. tekenen ‘zeichnen’, aengl. tǣcnan ‘bezeichnen’ (daraus durch Schwund des stammhaften -n- aengl. tǣcan ‘zeigen, erklären, lehren’, engl. to teach ‘unterrichten’), anord. teikna ‘Zeichen geben, bezeichnen’, schwed. teckna ‘zeichnen’, got. taiknjan ‘zeigen’ und ahd. zeihhanōn ‘bezeichnen, bezeugen’ (9. Jh.), aengl. tācnian, tǣcnian ‘kennzeichnen, anzeigen’ sind jan- bzw. ōn-Ableitungen von dem unter Zeichen (s. d.) behandelten germ. Substantiv. Als frühe Bedeutung ist anzusetzen ‘mit Zeichen versehen’; dazu tritt bald ‘mit einem Zeichen ausdrücken, anzeigen, nachbilden’, woraus (spätmhd.) ‘niederschreiben’ und ‘in Linien, Strichen (künstlerisch) gestalten’ (16. Jh.), dann auch ‘seine Unterschrift unter ein Schriftstück setzen, unterschreiben’ (seit dem 17. Jh. in der Kaufmannssprache, sonst meist unterzeichnen, s. unten). Zeichner m. ‘wer (künstlerische, technische) Zeichnungen anfertigt’ (um 1600), älter ‘wer etw. mit einem Zeichen versieht’ (16. Jh.); vom Substantiv mhd. zeichen ‘Wunder’ ist abgeleitet mhd. zeichenære ‘wer Zeichen und Wunder tut, Wundertäter’, an ahd. zeihhan schließt sich an ahd. zeihhanāri ‘Träger des Feldzeichens, Bannerträger’ (11. Jh.). zeichnerisch Adj. ‘das Zeichnen betreffend’ (17. Jh.). Zeichnung f. ‘vorwiegend in Strichen, Linien ausgeführte bildliche Darstellung, natürliche, in einem bestimmten Muster verteilte Färbung bei Tieren und Pflanzen’ (17. Jh.); vgl. ahd. zeihhanunga (um 800), mhd. zeichenunge ‘Bezeichnung, Kennzeichnung’. auszeichnen Vb. ‘mit einem Zeichen versehen, prämieren’, (reflexiv) ‘sich durch besondere Kennzeichen unterscheiden, sich (aus einer Menge) herausheben’, mhd. ūʒzeichenen ‘kennzeichnen, anmerken, auswählen’; ausgezeichnet Part.adj. ‘hervorragend, vorzüglich’ (18. Jh.); Auszeichnung f. ‘Preisangabe, Hervorhebung, Ehrung, Orden, Titel’ (18. Jh.), zuvor (vereinzelt) ‘das Auswählen’ (15. Jh.). bezeichnen Vb. ‘durch Zeichen kenntlich machen, markieren, (be)nennen, charakterisieren’, ahd. bizeihhanen, bizeihhanōn (9. Jh.), mhd. bezeichenen ‘bildlich vorstellen, mit einem Zeichen ausdrücken, bedeuten’; Bezeichnung f. ‘das Kenntlichmachen, Kennzeichnung, Benennung’, ahd. bizeihhanunga (11. Jh.), mhd. bezeichenunge ‘Vorzeichen, Symbol, Bedeutung’. unterzeichnen Vb. ‘(ein Schriftstück) mit seinem Namen unterschreiben’, eigentlich ‘sein (Namens)zeichen unter etw. setzen’; Unterzeichnung f. (beide 16. Jh.). verzeichnen Vb. ‘schriftlich festhalten, aufführen, falsch, in unzutreffenden Formen zeichnen’, übertragen ‘falsch oder übertrieben darstellen, entstellen’; Verzeichnis n. ‘Zusammenstellung in Form einer Liste, Aufstellung, Register’ (beide 15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›zeichnerisch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zeichnerisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›zeichnerisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Infolgedessen überzeugt sie mehr, als eine noch so gute zeichnerische Darstellung. [Behrmann, Hermann: Das Inserat, Wien: Barth 1928, S. 264]
Sie vertrete "mit ihrer deutlich zeichnerisch bestimmten Haltung eine abstrakt‑konkret orientierte Position", urteilte die Jury. [Die Zeit, 31.03.2008 (online)]
Es sieht so aus, als hätten die nach 1945 geborenen Künstler an zeichnerischer Kraft eingebüßt. [Die Zeit, 15.01.2001, Nr. 03]
Und er galt als eines der größten zeichnerischen Talente seiner Zeit. [Süddeutsche Zeitung, 15.02.2003]
Da hat man das zeichnerische Werk oftmals nicht entsprechend wahrgenommen. [Süddeutsche Zeitung, 26.09.2002]
Zitationshilfe
„zeichnerisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zeichnerisch>.

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