zerfallen

GrammatikVerb · zerfällt, zerfiel, ist zerfallen
Aussprache
Worttrennungzer-fal-len
Wortzerlegungzer-fallen
Wortbildung mit ›zerfallen‹ als Grundform: ↗Zerfall
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
auseinanderfallen, sich auflösen
a)
sich durch Witterungseinflüsse allmählich in seine Bestandteile auflösen
Beispiele:
das alte Bauwerk, die Mauer, Ruine zerfällt (immer mehr)
ein zerfallenes Schloss, Gehöft
in, zu Staub, in, zu Asche zerfallen
zerfallende tierische Substanz
b)
Physik
Beispiel:
radioaktive Atomkerne zerfallen (= spalten sich spontan)
c)
zugrunde gehen, untergehen
Beispiel:
das römische Weltreich zerfiel
d)
übertragen
Beispiel:
sein Gesicht ist zerfallen (= abgemagert, ohne Frische)
2.
mit jmdm. zerfallen seinmit jmdm. uneins, verfeindet sein
Beispiele:
er war mit seinen Verwandten zerfallen
sie sind miteinander zerfallen
mit sich selbst, mit sich und der Welt zerfallen sein (= äußerst unzufrieden sein)
3.
etw. zerfällt in etw.etw. gliedert sich in etw.
Beispiele:
das Buch, die Abhandlung zerfällt in 5 Kapitel, Abschnitte
der Apparat zerfällt in folgende Teile
dieser Prozess zerfällt in mehrere Phasen, Stadien

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auflösen · zerfallen (in)
Synonymgruppe
(sich) zersetzen · auseinander bröckeln · ↗heruntergekommen · ↗renovierungsbedürftig · rissig werden · ↗verfallen · zerfallen  ●  aus den Fugen geraten  ugs.
Physik
Synonymgruppe
radioaktiv sein · ↗strahlen · zerfallen · ↗zerstrahlen
Oberbegriffe
Biologie
Synonymgruppe
faul · ↗faulig · ↗modrig · ↗morsch · verfault · vermodert · verrottet · zerfallen · zersetzt  ●  ↗putrid  fachspr., lat., historisch · vermorscht  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Burg Dach Dorf Gebäude Haus Hütte Imperium Kloster Körper Mauer Ostblock Reich Scheune Schloß Sowjetreich Sowjetunion Staat Tempel Vielvölkerstaat Villa faktisch grau halb inzwischen längst mittlerweile völlig zerrissen zerstört

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerfallen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solange sie kann, nimmt sie alles auf; aber da sie alles aufnimmt, muss sie zerfallen.
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2001
Allerdings zerfällt ihm die Symphonie darüber in viele "schöne Stellen", die nur lose zusammengehalten werden.
Der Tagesspiegel, 14.09.1998
Die bisherigen zentralen autokratischen Strukturen sind in atemberaubender Schnelligkeit zerfallen.
Nr. 105: Fernschreiben der Ständigen Vertretung an das Bundeskanzleramt vom 1. Dezember 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 22384
Mit allen andern, zur Zeit auch wieder akut mit seiner Frau, ist er zerfallen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 167
Es zerfiel mir alles in Teile, die Teile wieder in Teile, und nichts mehr ließ sich mit einem Begriff umspannen.
Hofmannsthal, Hugo von: Ein Brief. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 29237
Zitationshilfe
„zerfallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zerfallen>, abgerufen am 06.12.2019.

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