zermürben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzer-mür-ben
Grundformmürbe
eWDG, 1977

Bedeutung

jmdn. mürbe machen, jmds. Widerstandskraft zum Erlahmen bringen
Beispiele:
der Kummer, die Sorge hatte ihn zermürbt
jmdn. körperlich, seelisch, moralisch zermürben
jmds. (Widerstands)kraft zermürben
ein vom Leid zermürbter Mensch
ein zermürbender Rechtsstreit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mürbe · zermürben
mürbe Adj. ‘leicht zerfallend, zerbrechlich, weich, widerstandslos’, ahd. mur(u)wi ‘zart, jung’ (9. Jh.), mhd. mürwe, mür(e) ‘zerbrechlich, dünn, zart, schwach, welk’, mnd. mȫr(e), mnl. morwe, nl. murw stehen schwundstufig (westgerm. *murwja-) neben hochstufigem ahd. maro, mar(a)wi (9. Jh.), mhd. mar ‘reif, mürbe, zart’, aengl. mearu, mnl. maru, meru (westgerm. *marwja-, s. auch ↗Mahr). Sie lassen sich vergleichen mit griech. mará͞inein (μαραίνειν) ‘aufreiben, entkräften’, lat. morbus ‘Krankheit’, air. meirb ‘leblos’, kymr. merw ‘schlaff, schwach’ und mit diesen auf die Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’ zurückführen, an deren Schwundstufe sich auch ↗morsch und ↗Mord (s. d.) anschließen. zermürben Vb. ‘mürbe, widerstandslos machen’, mhd. zermürfen ‘mürbe machen, zerquetschen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
abhetzen · ↗aufreiben · ↗brechen · ↗enervieren · ↗entkräften · ↗entnerven · ↗ermatten · ↗ermüden · ↗heimsuchen · mürbe hauen · mürbe klopfen · mürbe kriegen · mürbe machen · ↗strapazieren · zermürben  ●  ↗kleinkriegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ass Attacke Gegner Grundlinie Hitze Hunger Intrige Kleinkrieg Kontrahent Machtkampf Moral Nadelstich Nerv Querele Schikane Streiterei Taktik Toreschießen Ungewißheit Verhör Warten Widerstandskraft allmählich demütigen dezimieren einschüchtern erschöpfen seelisch zerschlagen zusehends

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zermürben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ständig die Ohren zu spitzen und dennoch nichts zu hören war zermürbend.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 75
Wer so zermürbt ist von der Not, hat wohl keine Zeit für Helden.
Die Zeit, 05.08.1999, Nr. 32
Er hat geglaubt, dadurch vielleicht das deutsche Volk zermürben zu können.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]
Er war durch und durch zermürbt und zerstört von dem Ereignis.
Jacques, Norbert: Dr. Mabuse, der Spieler, Gütersloh: Bertelsmann 1961 [1920], S. 110
Seine eigene Revolution war ein läppischer Kampf mit einem subalternen Kerkermeister, zermürbend, aussichtslos.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 951
Zitationshilfe
„zermürben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zermürben>, abgerufen am 22.04.2019.

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