zerplatzen

Grammatik Verb · zerplatzt, zerplatzte, ist zerplatzt
Aussprache 
Worttrennung zer-plat-zen
Wortzerlegung zer-platzen1
eWDG

Bedeutung

auseinanderplatzen
Beispiel:
eine Seifenblase, ein Luftballon, eine Leuchtkugel, Bombe zerplatzt
bildlich
Beispiel:
saloppvor Neid, Wut zerplatzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platzen · zerplatzen · herausplatzen · Platzregen · Platzpatrone · Platze
platzen Vb. ‘mit großem Knall zerspringen, durch übermäßigen Druck von innen auseinandergerissen werden, bersten’ (um 1600), (vor Lachen, Ärger, Neugier, Zorn) ‘außer sich geraten’ (Anfang 18. Jh.), ‘aus allen Nähten gehen’ (Ende 19. Jh.), ‘ein plötzliches Ende nehmen, scheitern’ (Anfang 20. Jh.). Mhd. blatzen, platzen ‘klatschend aufschlagen, geräuschvoll auffallen, schlagen, hastig stürzen, fallen’ gehört zu mhd. blaz, plaz ‘platschender Schlag’, einer lautmalenden Bildung wie ↗plätschern (s. d.). zerplatzen Vb. ‘auseinanderbersten’ (Ende 16. Jh.); herausplatzen Vb. ‘plötzlich herausbrechen’, übertragen ‘mit Ungeduld eine Neuigkeit erzählen, losprusten’ (Mitte 18. Jh.). Platzregen m. ‘plötzlich in großen Tropfen niederprasselnder Regen’ (Ende 15. Jh.). Platzpatrone f. ‘nur Pulver (in Holz oder Papier), kein Geschoß enthaltende, daher nur knallende Patrone’ (19. Jh.). Platze f. in umgangssprachlichen Wendungen wie die Platze kriegen, sich die Platze ärgern, junge Rückbildung (1. Hälfte 20. Jh.) zu platzen ‘außer sich geraten’ (vor Ärger, Zorn).

Thesaurus

Synonymgruppe
knallen · zerplatzen  ●  peng machen  ugs.
Synonymgruppe
aufplatzen · ↗bersten · in Scherben gehen · in tausend Stücke auseinanderfliegen · in tausend Stücke zerspringen · platzen · ↗reißen · ↗splittern · ↗springen · ↗zerbrechen · zerplatzen · ↗zerschellen · ↗zersplittern · ↗zerspringen · zu Bruch gehen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sich) als Illusion herausstellen · (sich) als unrealistisch erweisen · (sich) nicht erfüllen · (sich) nicht realisieren · (zer)platzen wie eine Seifenblase · nicht Realität werden · nicht in Erfüllung gehen · zunichte gemacht werden (Hoffnung) · ↗zunichte machen · zunichtegemacht werden · ↗zunichtemachen  ●  (sich) zerschlagen (Hoffnungen)  fig. · begraben müssen (die Hoffnungen auf ...)  fig. · zerplatzen (Träume)  fig. · (in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus  ugs.
Assoziationen
  • Ausgedachtes · Erdachtes · ↗Erdichtung · ↗Fiktion · Fiktionales · Vorgestelltes
  • (an einer Sache) ist kein wahres Wort · (ein) Produkt der Phantasie · ausgedacht · ↗belegfrei · ↗eingebildet · erfunden · ↗erlogen · ↗fiktiv · ↗frei erfunden · frei phantasiert · ↗haltlos · ↗imaginär · ↗irreal · nicht auf Tatsachen beruhen(d) · ohne Realitätsbezug · ohne Realitätsgehalt · ↗spekulativ · ↗surreal  ●  (an einer Sache) ist nichts Wahres dran  ugs. · (da ist) nichts dran  ugs. · an den Haaren herbeigezogen  ugs., fig. · aus der Luft gegriffen  ugs., fig. · erstunken und erlogen  ugs. · imaginiert  geh. · von A bis Z gelogen  ugs., variabel · zusammenfantasiert  ugs.
  • (etwas) gar nicht (erst) so weit kommen lassen · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · (etws) von vornherein unterbinden · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen  ●  (etwas) im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren  geh.
  • (jemandem) ein Schnippchen schlagen · ↗(jemandes Plan) durchkreuzen · scheitern lassen · ↗vereiteln (Plan) · ↗verunmöglichen · zu Fall bringen (Gesetzesvorhaben) · ↗zunichte machen · ↗zunichtemachen  ●  (jemandem einen) Strich durch die Rechnung machen  fig. · (jemandem) die Suppe versalzen  fig.
  • Wunschdenken · ↗illusionär · ↗illusorisch · ↗irreal · ↗lebensfremd · ↗realitätsfremd · ↗unrealistisch · ↗utopisch · ↗wirklichkeitsfremd  ●  ↗(ein) frommer Wunsch  ugs., ironisierend
  • nur in der Fantasie möglich · nur in der Phantasie möglich · ↗realitätsfern · ↗realitätsfremd · ↗unerfüllbar · ↗unrealistisch · ↗utopisch · ↗visionär · ↗wirklichkeitsfremd  ●  über den Wolken schweben  ugs.
  • Ausgeburt der Fantasie · Ausgeburt der Phantasie · ↗Fantasiegebilde · ↗Fantasieprodukt · ↗Fantasterei · ↗Flausen im Kopf · ↗Kopfgeburt · ↗Luftnummer · ↗Phantasiegebilde · ↗Phantasieprodukt · ↗Phantasterei · Produkt der Fantasie  ●  Ausgeburt einer kranken Fantasie  stark abwertend · Ausgeburt einer kranken Phantasie  stark abwertend · ↗Hirngespinst  ugs. · ↗Luftschloss  ugs. · ↗Spinnerei  ugs. · ↗Wolkenkuckucksheim  ugs. · ↗Wolkenschloss  ugs., fig.
  • (immer) unwahrscheinlicher werden (lassen) · (sich) weiter entfernen von · auf unbestimmte Zeit verschoben werden · im Schwinden begriffen sein · ↗schwinden (lassen)  ●  auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben  fig. · in weite Ferne rücken (lassen)  Hauptform
  • (es war) (alles) nur ein schöner Traum · aus der Traum · es hat sich ausgeträumt · willkommen zurück in der Realität
  • (die) Hürde (des/der ...) nicht überwinden · (ein Ziel) nicht erreichen · (etwas) nicht schaffen · (jemandem) zum Verhängnis werden · nicht über die ...hürde kommen · ↗versagen (bei)  ●  ↗scheitern (an)  Hauptform
  • (sich etwas) zu Kopf steigen lassen · (sich) Illusionen machen · (sich) falsche Hoffnungen machen (auf) · Illusionen haben · Rosinen im Kopf haben · in der Illusion leben, dass

Typische Verbindungen zu ›zerplatzen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerplatzen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zerplatzen‹

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Das künstlerische Ergebnis jedoch lässt diese schöne Idee gleich wieder zerplatzen.
Die Zeit, 13.12.2010, Nr. 50
Das Brett zerplatzt, Splitter regnen auf den 23 Jahre alten Studenten nieder.
Die Welt, 09.01.2004
Und nun fürchte ich, es möchte zerplatzen wie eine übertriebene Seifenblase.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1928. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1928], S. 272
Statt darüber zu lachen, wollte Weitbrecht vor Wut schier zerplatzen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1583
Ein Füllhorn zerplatzte und warf den krachenden Regen der Sterne in riesigen Bogen empor.
Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 275
Zitationshilfe
„zerplatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zerplatzen>, abgerufen am 10.04.2021.

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