zerrütten

GrammatikVerb · zerrüttet, zerrüttete, hat zerrüttet
Aussprache
Worttrennungzer-rüt-ten (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zerrütten‹ als Erstglied: ↗Zerrüttung  ·  mit ›zerrütten‹ als Letztglied: ↗Nervenzerrüttung · ↗Staatszerrüttung · ↗nervenzerrüttend
eWDG, 1977

Bedeutung

jmds. geistigen, körperlichen Zustand durch Überanstrengung, Aufregungen, Kummer stark erschüttern, schädigen
Beispiele:
jmds. Gesundheit, Geist, Widerstandskraft zerrütten
jene Jahre hatten seine Nerven zerrüttet
jmdn. geistig, körperlich, seelisch zerrütten
eine zerrüttete Gesundheit
etw. in Unordnung bringen und in seinen Grundlagen in Frage stellen
Beispiele:
diese Streitigkeiten, Belastungen haben ihre Ehe (völlig) zerrüttet
eine zerrüttete Ehe, Familie
zerrüttete häusliche Verhältnisse, Finanzen
das Wirtschaftsleben befand sich in einem zerrütteten Zustand
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zerrütten · zerrüttet · Zerrüttung
zerrütten Vb. ‘ins Wanken bringen, zerstören’ (15. Jh.), übertragen auf Körper und Seele des Menschen (16. Jh.), vgl. auch sich zerrütten ‘sich entzweien’ (15. Jh.); Präfixbildung zu dem ↗rütteln (s. d.) zugrundeliegenden Simplex mhd. rütten ‘in Erschütterung versetzen, schütteln’. zerrüttet Part.adj. ‘nicht bei Sinnen, irre’ (16. Jh.), ‘zugrunde gerichtet’ (von Menschen, 15. Jh.); heute besonders auf zerstörte menschliche Beziehungen (zerrüttete Ehe, Familie), auf finanzielle Verhältnisse u. ä. angewendet; Zerrüttung f. ‘Zerstörung, Erschütterung’ (um 1400).

Thesaurus

Synonymgruppe
abwirtschaften · ↗ruinieren · ↗runterwirtschaften · zerrütten · zu Grunde richten · zugrunde richten
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkohol Arbeitsverhältnis Autorität Beziehung Bürgerkrieg Ehe Familie Finanzen Geist Gesundheit Koalition Korruption Krieg Moral Nerv Nerve Seele Staatsfinanzen Verhalten Verhältnis Vertrauen Vertrauensverhältnis Volkswirtschaft Wirklichkeit Wirtschaft Währung vollends vollständig völlig zerstören

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerrütten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Ruhm, der sich nie voll entfaltete, zerrüttete die Band.
Süddeutsche Zeitung, 18.04.2002
Wer hat die Koalition zerrüttet; wer ist für das Scheitern verantwortlich?
Die Zeit, 22.10.1982, Nr. 43
Ein Jahr später wechselte die Regierung wieder, und er zog sich zurück, gesundheitlich vollständig zerrüttet.
Subirá, José: Clavé. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 6734
Nie hört es auf, es zerrüttet Dich, gegen Deinen Willen.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 28560
Zitationshilfe
„zerrütten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zerrütten>, abgerufen am 15.11.2019.

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