zerstäuben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzer-stäu-ben
Grundformstäuben
Wortbildung mit ›zerstäuben‹ als Erstglied: ↗Zerstäuber · ↗Zerstäubung
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., besonders Flüssigkeiten, fein wie Staub verteilen, versprühen
Beispiel:
ein Parfüm, Mittel gegen Ungeziefer zerstäuben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staub · staubig · stauben · stäuben · abstauben · verstauben · verstäuben · verstaubt · bestäuben · zerstäuben · Zerstäuber
Staub m. ‘(aufwirbelnde) feine Schmutzteilchen’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub (germ. *stauba-) und (mit anderer Bildungsweise) mnd. stof, stōf, mnl. nl. stof (germ. *stuba-) sowie (mit j-Suffix) ahd. stubbi (8. Jh.), mnd. stübbe, mnl. (ge)stubbe, got. stubjus (germ. *stubja-) sind ablautende Verbalsubstantive zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb. staubig Adj. ‘voller Staub, mit Staub bedeckt’, mhd. stoubec, stoubic. stauben Vb. ‘als Staub umherwirbeln, Staub abgeben, Staub beseitigen’, ahd. stouben ‘stieben machen’ (10. Jh.; vgl. irstouben, 8. Jh.), mhd. stouben ‘stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, aufscheuchen, aufjagen’ und gleichbed. stäuben Vb. mhd. stöuben sind Kausativa zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb; heutiges Sprachempfinden sieht darin Ableitungen vom Substantiv Staub. abstauben Vb. auch abstäuben, ‘Staub abschütteln, entfernen’ (16. Jh.), ‘von Staub reinigen’ (17. Jh.), ‘sich etw. (unerlaubt) aneignen, zunutze machen’ (Anfang 20. Jh.). verstauben Vb. ‘staubig werden, sich mit Staub überziehen’ (18. Jh.); vgl. mhd. verstouben ‘verscheuchen’. verstäuben Vb. ‘wie Staub auseinanderwirbeln, versprühen’, mhd. versteuben ‘sich verflüchtigen’. verstaubt Part.adj. ‘mit Staub bedeckt’, übertragen ‘veraltet, altmodisch’ (18. Jh.). bestäuben Vb. ‘mit Staub bedecken’, ahd. bistouben (um 1000), mhd. bestouben; ‘mit Blütenstaub befruchten’ (19. Jh.). zerstäuben Vb. ‘auseinanderjagen, zerstreuen’, ahd. zistouben (um 1000), mhd. zerstouben; ‘zu Staub machen, wie Staub verwehen, verschwinden lassen’ (17. Jh.), ‘fein versprühen’ (19. Jh.); Zerstäuber m. ‘wer etw. auseinanderjagt’ (17. Jh.), ‘Gerät zum Versprühen einer wohlriechenden Flüssigkeit’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
verdampfen · ↗verdunsten  ●  ↗vaporisieren  fachspr. · zerstäuben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flüssigkeit Kraftstoff Luft Meerwasser Partikel Teilchen Tropfen Wasser Wind fein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerstäuben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie tauchen auf und verschwinden wieder, scheinen schließlich zu zerstäuben.
Süddeutsche Zeitung, 09.09.1997
Bevor der Wind mich zerstäuben konnte, begann ich zu zählen, langsam, hinauf bis zehn, hinab, wieder von vorn.
Die Zeit, 07.02.2012 (online)
Siebenunddreißig Tage lang hatte der Vorrat gereicht, aber am achtunddreißigsten Tag wurde alles fadenscheinig, flatterte, riß, zerstäubte.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 153
Die Flüssigkeit wird auf diese Weise zerstäubt und übersprüht die nicht bedeckten Teile.
Croy, Otto: Fotomontage, Düsseldorf: Knapp 1952 [1937], S. 95
Heute habe ich den Himmel zerbrechen sehen wie Glas, Eiskristalle zerstäubt im Licht, winzige Splitter.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 323
Zitationshilfe
„zerstäuben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zerstäuben>, abgerufen am 11.12.2019.

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