zerstieben

Grammatik Verb · zerstiebt, zerstob, ist zerstoben
Aussprache 
Worttrennung zer-stie-ben
Wortzerlegung zer-stieben
eWDG, 1977

Bedeutung

stiebend sich in kleinste Teilchen auflösen
Beispiele:
über dem Wasserfall zerstieben die Tropfen wie ein feiner Nebel
zerstiebende Schneeflocken, Funken
bildlich
Beispiele:
seine ehemaligen Freunde waren in alle Winde zerstoben (= nach überallhin verstreut)
der Traum, Spuk, Unfug, alle Traurigkeit war zerstoben (= schnell vorbei, vergangen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stieben · auseinanderstieben · zerstieben
stieben Vb. ‘fortwirbeln, umherwirbeln sprühen’. Das stark (nhd. auch schwach) flektierende Verb ahd. stioban (8. Jh.), mhd. stieben, stiuben ‘als oder wie Staub umherfliegen, Staub von sich geben, schnell laufen, rennen, fliegen’, mnd. mnl. stūven, nl. stuiven, (mundartlich) stieven (germ. *steuban) hat keine sicheren Anschlußmöglichkeiten. Nahe steht griech. tȳ́phesthai (τύφεσθαι) ‘rauchen, qualmen, Rauch machen, langsam verbrennen’, tȳphṓs (τυφώς) ‘Wirbelwind’, tȳ́phos (τῦφος) ‘Rauch, Dampf, Qualm, Dunst’, zu ie. *dheubh- ‘stieben, rauchen’, Labialerweiterung der unter ↗Dunst (s. d.) angeführten Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə ‘stieben wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf. Zugehörige Kausativa sind stauben, stäuben (s. ↗Staub). auseinanderstieben Vb. ‘umher-, auseinanderwirbeln’ (18. Jh.); zerstieben Vb. ahd. zi(r)stioban (um 1000), mhd. zerstieben.

Typische Verbindungen zu ›zerstieben‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerstieben‹.

Verwendungsbeispiele für ›zerstieben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Rest der Glut zerstiebt bis zum Morgen der Wind.
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2004
Noch ehe die Geschichte begonnen hat, ist sie schon in verschiedene Richtungen zerstoben.
Die Zeit, 28.08.1992, Nr. 36
Das Ziel, etwa fünfhundert Meter entfernt am Fuß eines Hügels aufgestellt, zerstob in Fetzen.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 158
Die englischen Illusionen, die alle Belastungsproben der vergangenen sechs Jahre überstanden hatten, zerstoben vor der Wirklichkeit.
Bracher, Karl Dietrich: Zusammenbruch des Versailler Systems und zweiter Weltkrieg. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 18972
Vor den ersten Kugeln der Reichswehr war der ganze Zug zerstoben.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 1057
Zitationshilfe
„zerstieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zerstieben>, abgerufen am 04.12.2020.

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