zertrümmern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zer-trüm-mern
Wortbildung  mit ›zertrümmern‹ als Erstglied: Zertrümmerung
eWDG

Bedeutung

etw. in Stücke schlagen, zerstören
Beispiele:
Flaschen, einen Spiegel, eine Fensterscheibe (mit einem Stein), eine Tür zertrümmern
ein Teil der Einrichtung wurde zertrümmert
ein herabstürzender Felsbrocken hätte ihm beinahe den Schädel zertrümmert
Physikeinen Atomkern zertrümmern
bildlich
Beispiel:
seine Illusionen waren zertrümmert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trümmer · Trumm · zertrümmern
Trümmer Plur. ‘Ruinen, Reste, Bruchstücke eines einstmals Ganzen’, verselbständigter Plural von obd. und rhein. Trumm n. m. ‘großer, schwerer Brocken’, ahd. thrum (8. Jh.), mhd. drum, trum, frühnhd. trum ‘Endstück, Ende, Stück, Splitter’, wozu entsprechend mnd. drōm, drȫm, drum, mnl. drom, dreum, drōme ‘Fadenende eines Gewebes’, nl. dreum, drom ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’, aengl. þrum in (under)tungeþrum ‘Gewebeband unter der Zunge’, engl. thrum ‘Endfaden der Kette, Garnabfall’ (Weberei) und (ablautend) mnd. dram ‘Endstück’, besonders ‘Fadenende’ (in der Weberei), anord. þrǫmr (aus *þramuʀ) m. ‘Rand’. Ausgehend von einer Bedeutung ‘Ende, Endstück’, vergleicht man außergerm. aind. *tárman- ‘Ziel, Spitze, Ende’ (vgl. su-tárman- ‘gut zum Ziel führend, eine gute Überfahrt habend’, zu aind. tárati ‘setzt über, fährt darüber, überwindet, übertrifft’), griech. térma (τέρμα) ‘Ziel (der Rennbahn), Endpunkt, höchster Punkt, oberste Gewalt’, lat. terminus ‘Grenzstein, Grenze, Ende, Schluß’ und schließt alle Formen als Bildungen mit m-Suffix an die unter durch (s. d.) angegebene Wurzel ie. *ter(ə)- ‘hinübergelangen, hindurchdringen, überqueren’ an. Neben dem alten Plural mhd. drum (vereinzelt bis ins 17. Jh. belegt) entwickelt sich ein neuer Plural mhd. drumer, nhd. Trümmer, der seit dem 15. Jh. vorherrscht und seit Mitte des 18. Jhs. auch als Singular (f. m. n.) gebraucht wird (bis Ende 19. Jh.). Er steht in poetischer Sprache (Mitte 18. Jh.) speziell für Ruinen, Überreste großer Bauten, dann überhaupt für Überreste großer, bedeutender Gegenstände, aber auch politischer Institutionen, Imperien u. dgl. zertrümmern Vb. ‘in Trümmer zerfallen, mit Gewalt zerschlagen’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) kleinschlagen · entzweischlagen · in Stücke schlagen · zertrümmern  ●  (etwas) zerschlagen  auch figurativ · kurz und klein schlagen  fig. · Kleinholz machen (aus)  ugs., fig. · in Kleinholz verwandeln  ugs., fig. · in Stücke hauen  ugs. · in seine Einzelteile zerlegen  ugs., verhüllend, ironisch · kaputthauen  ugs. · kaputtschlagen  ugs. · zerdeppern  ugs. · zu Kleinholz machen  ugs., fig. · zu Kleinholz verarbeiten  ugs., ironisch, fig.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›zertrümmern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zertrümmern‹.

Verwendungsbeispiele für ›zertrümmern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung. [Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts Neues, Berlin: Propyläen 1929, S. 0]
Eine junge Frau zertrümmerte sieben Fenster des Hauses der Lords mit einem Hammer. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1912]
Sie wird frei, wenn es gelingt, den Kern zu zertrümmern. [Die Zeit, 10.03.1949, Nr. 10]
Längst ist das Bild vom gelobten Land, in dem die Steine aus Gold sind, zertrümmert. [Die Zeit, 10.02.1986, Nr. 06]
Es stellte sich auch hier heraus, daß es selbst bei allerbestem Willen schwer ist, die hemmende Schale des brancheninternen Denkens zu zertrümmern. [Die Zeit, 06.09.1956, Nr. 36]
Zitationshilfe
„zertrümmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zertr%C3%BCmmern>.

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