zerzausen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzer-zau-sen (computergeneriert)
eWDG, 1977

Bedeutung

Haare zerzausenHaare in Unordnung, in ein wirres Durcheinander bringen
Beispiele:
der Wind zerzauste ihr Haar
zerzaustes Haar, Gefieder
bildlich
Beispiel:
vom Sturm zerzauste Kiefern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zausen · zerzausen · zeisen · Zausel
zausen Vb. ‘zupfen, zerren, reißen’ (16. Jh.); früher bezeugt sind zerzausen Vb. ‘in Unordnung, in ein wirres Durcheinander bringen’, ahd. zirzūsōn (10. Jh.), spätmhd. zerzūsen sowie spätmhd. erzūsen ‘zausen, rupfen’. Dazu gehören, ebenfalls germ. -ū- voraussetzend, spätmhd. zūsach ‘Gestrüpp’, mhd. zūse ‘Gestrüpp, Haarlocke’ und ostfries. tūsen, mengl. totuse, betouse, engl. (mundartlich) to touse, norw. (mundartlich) tosa ‘zerfasern, zupfen’, auch ‘pfuschen, langsam arbeiten’, ablautend mnd. tōsen ‘zausen, zerren’. Auf germ. -ai- weisen ahd. zeisan (9. Jh.), mhd. frühnhd. nhd. zeisen Vb. ‘(auseinander)ziehen, zupfen, rupfen, pflücken’, dazu die j-Bildung aengl. tǣsan, engl. to tease ‘necken, hänseln, Wolle kämmen’, mnd. mnl. tēsen ‘pflücken, zupfen’, nl. tezen; germ. -a- zeigen spätmhd. zasen ‘zerfasern’, nd. tāsen ‘pflücken, rupfen’, schwed. (mundartlich) tasa ‘auffasern’, frühnhd. Zasel ‘Faser’. Eine außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit bietet höchstens lat. dūmus (aus *dū̌smos) ‘Gestrüpp’. Eine gemeinsame ie. Grundform läßt sich angesichts des unterschiedlichen Vokalismus nicht mit Sicherheit bestimmen; vielmehr muß mit affektisch-lautmalenden Bildungen um germ. *t-s- (ie. *d-s-) gerechnet werden. Zausel f. ‘Haarsträhne’, übertragen ‘liederliches Mädchen’ (mit wirrem Haar), m. ‘Weihwedel’, (berlin.) ‘griesgrämiger Kerl’, oller Zausel.

Thesaurus

Synonymgruppe
durcheinander bringen · strubbeln · ↗verstrubbeln · ↗verwuscheln · wuschig machen · zausen · ↗zerraufen · ↗zerstrubbeln · zerwuseln · zerzausen  ●  strubbelig machen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Fahrtwind Fell Frisur Haar Sturm Wind arg

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zerzausen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sieht gelöst aus auf dem Bild, der Wind zerzaust ihr langes Haar, eine Frau in den Dreißigern.
Der Tagesspiegel, 19.05.2004
Er wetzt sich pfeifend an den Häusern, zerzaust unser Haar, bläst die leuchtenden Blätter von den Bäumen.
Bild, 07.10.1998
Sein Haar ist arg zerzaust, der schöne Scheitel ist futsch.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 22777
Ohne alle Höflichkeitspräliminarien begann sie sofort meinen Plan rücksichtslos zu zerzausen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1386
Kahl fürchtet, daß sein Bart zerzaust - er ist ein Badehasser.
Tucholsky, Kurt: Badetag. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919]
Zitationshilfe
„zerzausen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zerzausen>, abgerufen am 25.08.2019.

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