zeugen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzeu-gen
Wortbildung mit ›zeugen‹ als Erstglied: ↗Zeuger · ↗Zeugung  ·  mit ›zeugen‹ als Letztglied: ↗fortzeugen
eWDG, 1977

Bedeutung

ein Kind zeugensich durch den Geschlechtsakt in einem Kind fortpflanzen
Beispiele:
er hat (mit ihr) eine Tochter, einen Sohn gezeugt
die Eltern zeugten drei Kinder
gehoben, übertragen etw., jmdn. hervorbringen
Beispiele:
dieses Land hat große Künstler gezeugt
Dominik meinte, Schuld zeuge Schuld [G. Hauptm.Quint1,375]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeugen1 · Zeugung · erzeugen · Erzeuger · Erzeugnis
zeugen1 Vb. ‘herstellen, hervorbringen’ (heute selten), ‘ein Lebewesen entstehen lassen, Kinder hervorbringen’, ahd. giziugōn ‘etw. (als Besitz, Vermögen) nachweisen’, ziugōn ‘zustande bringen’ (um 1000), mhd. ziugen ‘herstellen, (ein Buch) verfassen, anschaffen, ausrüsten, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnd. (ge)tǖgen ‘beschaffen, hervorbringen, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnl. ghetūghen ‘beschaffen, beweisen, Zeugnis ablegen’, nl. getuigen ‘bezeugen, bekunden’. Das Verb (eigentlich ‘etw. heranschaffen, heranziehen’) ist etymologisch an das unter ↗Zeug (s. d.) behandelte Substantiv anzuschließen. Die alte Bedeutung ‘beschaffen, verfertigen’ tritt im 17. Jh. zurück, hält sich jedoch im Sinne von ‘hervorbringen’ in dichterischer oder gehobener Sprache; allgemein gilt dafür erzeugen (s. unten). Die im Mhd. auftretende Verwendung ‘geschlechtlich hervorbringen’ wird vom 17. Jh. an vorherrschend. In der Rechtssprache übliches zeugen ‘be-, nachweisen, Zeugnis ablegen’ liegt von da an semantisch weit ab und wird als eigenständiges Verb empfunden (s. ↗zeugen). Zeugung f. ‘Fortpflanzung, Keimlegung für Nachkommenschaft’ (16. Jh.), mhd. ziugunge ‘das Machen, Tun’. erzeugen Vb. ‘hervorbringen, herstellen, produzieren’, mhd. erziugen ‘hervorbringen, machen lassen, die Kosten wovon bestreiten, ausrüsten’; Erzeuger m. ‘Hersteller, Produzent’, Erzeugnis n. ‘das Hervorgebrachte, Produkt’ (beide 18. Jh.).

zeugen2 · bezeugen · überzeugen · Überzeugung
zeugen2 Vb. ‘Zeugnis ablegen, als Zeuge aussagen’, gleicher Herkunft wie ↗zeugen (s. d.), von dem es sich jedoch im 17. Jh. semantisch entfernt. bezeugen Vb. ‘durch Zeugenaussage bestätigen’, mhd. beziugen, auch ‘durch Zeugenaussage überführen’. überzeugen Vb. ‘jmdn. durch Zeugen oder entsprechende Beweismittel zur Anerkennung einer Tatsache oder Meinung bringen’, reflexiv ‘sich durch Nachprüfen Gewißheit verschaffen’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.), mhd. überziugen ‘Zeugnis ablegen gegen jmdn., (mit Zeugen) überführen’; Überzeugung f. ‘feste Meinung, Gewißheit’ (18. Jh.), zuvor ‘Beweisführung’ (17. Jh.), ‘Überführung’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
machen · zeugen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arroganz Baby Befruchtung Bemühen Einsicht Fingerspitzengefühl Geschmack Hilflosigkeit Ignoranz Kind Klugheit Mut Nachkomme Nachwuchs Naivität Reagenzglas Realitätssinn Reichtum Respekt Sachkenntnis Selbstbewußtsein Sensibilität Sohn Tatsache Unkenntnis Weitsicht davon fortzeugen gerade heiraten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zeugen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hinderte ihn nicht daran, mit seinen vier Frauen 15 Kinder zu zeugen.
Die Welt, 14.03.2003
Ein einziges Bild zeugt von seinem Leben vor dem 20.
Der Tagesspiegel, 27.09.2001
Wie sich Zug um Zug das Drama enthüllt, zeugt von großem dramatischem Geschick.
Fath, Rolf: Werke - J. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9234
Seine sachlich aufgefaßten Plastiken zeugen von einem tiefen Begreifen der neuen sozialen Wirklichkeit.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 31326
Es gilt daher als ratsam, nur einen Sohn zu zeugen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9629
Zitationshilfe
„zeugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zeugen#1>, abgerufen am 24.09.2019.

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zeugen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzeu-gen
Wortbildung mit ›zeugen‹ als Erstglied: ↗Zeugnis  ·  mit ›zeugen‹ als Letztglied: ↗überzeugen  ·  mit ›zeugen‹ als Grundform: ↗bezeugen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
gehoben für, gegen jmdn. zeugenfür, gegen jmdn. vor Gericht als Zeuge aussagen
Beispiele:
das Arbeitskollektiv zeugte für den Beschuldigten
du selbst willst gegen mich zeugen? [WiechertErzählungen254]
übertragen etw. zeugt für, gegen etw.etw. spricht für, gegen etw.
Beispiel:
diese neuen Entdeckungen zeugen für, gegen die bisherigen Theorien der Wissenschaftler
2.
etw. zeugt von etw.etw. zeigt, beweist etw.
Beispiel:
diese Arbeit zeugt von großem Können
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeugen1 · Zeugung · erzeugen · Erzeuger · Erzeugnis
zeugen1 Vb. ‘herstellen, hervorbringen’ (heute selten), ‘ein Lebewesen entstehen lassen, Kinder hervorbringen’, ahd. giziugōn ‘etw. (als Besitz, Vermögen) nachweisen’, ziugōn ‘zustande bringen’ (um 1000), mhd. ziugen ‘herstellen, (ein Buch) verfassen, anschaffen, ausrüsten, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnd. (ge)tǖgen ‘beschaffen, hervorbringen, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnl. ghetūghen ‘beschaffen, beweisen, Zeugnis ablegen’, nl. getuigen ‘bezeugen, bekunden’. Das Verb (eigentlich ‘etw. heranschaffen, heranziehen’) ist etymologisch an das unter ↗Zeug (s. d.) behandelte Substantiv anzuschließen. Die alte Bedeutung ‘beschaffen, verfertigen’ tritt im 17. Jh. zurück, hält sich jedoch im Sinne von ‘hervorbringen’ in dichterischer oder gehobener Sprache; allgemein gilt dafür erzeugen (s. unten). Die im Mhd. auftretende Verwendung ‘geschlechtlich hervorbringen’ wird vom 17. Jh. an vorherrschend. In der Rechtssprache übliches zeugen ‘be-, nachweisen, Zeugnis ablegen’ liegt von da an semantisch weit ab und wird als eigenständiges Verb empfunden (s. ↗zeugen). Zeugung f. ‘Fortpflanzung, Keimlegung für Nachkommenschaft’ (16. Jh.), mhd. ziugunge ‘das Machen, Tun’. erzeugen Vb. ‘hervorbringen, herstellen, produzieren’, mhd. erziugen ‘hervorbringen, machen lassen, die Kosten wovon bestreiten, ausrüsten’; Erzeuger m. ‘Hersteller, Produzent’, Erzeugnis n. ‘das Hervorgebrachte, Produkt’ (beide 18. Jh.).

zeugen2 · bezeugen · überzeugen · Überzeugung
zeugen2 Vb. ‘Zeugnis ablegen, als Zeuge aussagen’, gleicher Herkunft wie ↗zeugen (s. d.), von dem es sich jedoch im 17. Jh. semantisch entfernt. bezeugen Vb. ‘durch Zeugenaussage bestätigen’, mhd. beziugen, auch ‘durch Zeugenaussage überführen’. überzeugen Vb. ‘jmdn. durch Zeugen oder entsprechende Beweismittel zur Anerkennung einer Tatsache oder Meinung bringen’, reflexiv ‘sich durch Nachprüfen Gewißheit verschaffen’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.), mhd. überziugen ‘Zeugnis ablegen gegen jmdn., (mit Zeugen) überführen’; Überzeugung f. ‘feste Meinung, Gewißheit’ (18. Jh.), zuvor ‘Beweisführung’ (17. Jh.), ‘Überführung’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
machen · zeugen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arroganz Baby Befruchtung Bemühen Einsicht Fingerspitzengefühl Geschmack Hilflosigkeit Ignoranz Kind Klugheit Mut Nachkomme Nachwuchs Naivität Reagenzglas Realitätssinn Reichtum Respekt Sachkenntnis Selbstbewußtsein Sensibilität Sohn Tatsache Unkenntnis Weitsicht davon fortzeugen gerade heiraten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zeugen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das hinderte ihn nicht daran, mit seinen vier Frauen 15 Kinder zu zeugen.
Die Welt, 14.03.2003
Ein einziges Bild zeugt von seinem Leben vor dem 20.
Der Tagesspiegel, 27.09.2001
Wie sich Zug um Zug das Drama enthüllt, zeugt von großem dramatischem Geschick.
Fath, Rolf: Werke - J. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 9234
Seine sachlich aufgefaßten Plastiken zeugen von einem tiefen Begreifen der neuen sozialen Wirklichkeit.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 31326
Es gilt daher als ratsam, nur einen Sohn zu zeugen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 9629
Zitationshilfe
„zeugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zeugen#2>, abgerufen am 24.09.2019.

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