zeugen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zeu-gen
Wortbildung  mit ›zeugen‹ als Erstglied: ↗Zeuger · ↗Zeugung  ·  mit ›zeugen‹ als Letztglied: ↗fortzeugen
eWDG

Bedeutung

ein Kind zeugensich durch den Geschlechtsakt in einem Kind fortpflanzen
Beispiele:
er hat (mit ihr) eine Tochter, einen Sohn gezeugt
die Eltern zeugten drei Kinder
gehoben, übertragen etw., jmdn. hervorbringen
Beispiele:
dieses Land hat große Künstler gezeugt
Dominik meinte, Schuld zeuge Schuld [ G. Hauptm.Quint1,375]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeugen1 · Zeugung · erzeugen · Erzeuger · Erzeugnis
zeugen1 Vb. ‘herstellen, hervorbringen’ (heute selten), ‘ein Lebewesen entstehen lassen, Kinder hervorbringen’, ahd. giziugōn ‘etw. (als Besitz, Vermögen) nachweisen’, ziugōn ‘zustande bringen’ (um 1000), mhd. ziugen ‘herstellen, (ein Buch) verfassen, anschaffen, ausrüsten, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnd. (ge)tǖgen ‘beschaffen, hervorbringen, beweisen, Zeugnis ablegen’, mnl. ghetūghen ‘beschaffen, beweisen, Zeugnis ablegen’, nl. getuigen ‘bezeugen, bekunden’. Das Verb (eigentlich ‘etw. heranschaffen, heranziehen’) ist etymologisch an das unter ↗Zeug (s. d.) behandelte Substantiv anzuschließen. Die alte Bedeutung ‘beschaffen, verfertigen’ tritt im 17. Jh. zurück, hält sich jedoch im Sinne von ‘hervorbringen’ in dichterischer oder gehobener Sprache; allgemein gilt dafür erzeugen (s. unten). Die im Mhd. auftretende Verwendung ‘geschlechtlich hervorbringen’ wird vom 17. Jh. an vorherrschend. In der Rechtssprache übliches zeugen ‘be-, nachweisen, Zeugnis ablegen’ liegt von da an semantisch weit ab und wird als eigenständiges Verb empfunden (s. ↗zeugen2). Zeugung f. ‘Fortpflanzung, Keimlegung für Nachkommenschaft’ (16. Jh.), mhd. ziugunge ‘das Machen, Tun’. erzeugen Vb. ‘hervorbringen, herstellen, produzieren’, mhd. erziugen ‘hervorbringen, machen lassen, die Kosten wovon bestreiten, ausrüsten’; Erzeuger m. ‘Hersteller, Produzent’, Erzeugnis n. ‘das Hervorgebrachte, Produkt’ (beide 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
machen · zeugen

Typische Verbindungen zu ›zeugen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zeugen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zeugen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es wird künftig ein wahres Vergnügen sein, Kinder zu zeugen.
Klabund: Kunterbuntergang des Abendlandes. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10449
Wie können sie nur so ein unglaublich schönes Kind gezeugt haben?
Bild, 23.09.1997
Drei Töchter nennt die Steuermännin beim Namen, jede Tochter von einem anderen Vater gezeugt.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 146
Hier muß ich den Protest meiner Mama einschieben, denn sie hat immer bestritten, auf dem Kartoffelacker gezeugt worden zu sein.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 16
Als sich Siegmund und seine Schwester allen Gesetzen zum Trotz im Wald lieben, zeugen sie einen Knaben.
Kerner, Charlotte: Blueprint Blaupause, Weinheim: Beltz & Gelberg 1999, S. 102
Zitationshilfe
„zeugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zeugen#1>, abgerufen am 16.04.2021.

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zeugen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zeu-gen
Wortbildung  mit ›zeugen‹ als Erstglied: ↗Zeugnis  ·  mit ›zeugen‹ als Letztglied: ↗bezeugen · ↗überzeugen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
    1. [gehoben] ⟨für, gegen jmdn. zeugen⟩ für, gegen jmdn. vor Gericht als Zeuge aussagen
    2. [übertragen] ⟨etw. zeugt für, gegen etw.⟩ etw. spricht für, gegen etw.
  2. 2. ⟨etw. zeugt von etw.⟩ etw. zeigt, beweist etw.
eWDG

Bedeutungen

1.
gehoben für, gegen jmdn. zeugenfür, gegen jmdn. vor Gericht als Zeuge aussagen
Beispiele:
das Arbeitskollektiv zeugte für den Beschuldigten
du selbst willst gegen mich zeugen? [ WiechertErzählungen254]
übertragen etw. zeugt für, gegen etw.etw. spricht für, gegen etw.
Beispiel:
diese neuen Entdeckungen zeugen für, gegen die bisherigen Theorien der Wissenschaftler
2.
etw. zeugt von etw.etw. zeigt, beweist etw.
Beispiel:
diese Arbeit zeugt von großem Können
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zeugen2 · bezeugen · überzeugen · Überzeugung
zeugen2 Vb. ‘Zeugnis ablegen, als Zeuge aussagen’, gleicher Herkunft wie ↗zeugen1 (s. d.), von dem es sich jedoch im 17. Jh. semantisch entfernt. bezeugen Vb. ‘durch Zeugenaussage bestätigen’, mhd. beziugen, auch ‘durch Zeugenaussage überführen’. überzeugen Vb. ‘jmdn. durch Zeugen oder entsprechende Beweismittel zur Anerkennung einer Tatsache oder Meinung bringen’, reflexiv ‘sich durch Nachprüfen Gewißheit verschaffen’ (16. Jh., geläufig 18. Jh.), mhd. überziugen ‘Zeugnis ablegen gegen jmdn., (mit Zeugen) überführen’; Überzeugung f. ‘feste Meinung, Gewißheit’ (18. Jh.), zuvor ‘Beweisführung’ (17. Jh.), ‘Überführung’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
machen · zeugen

Typische Verbindungen zu ›zeugen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

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Verwendungsbeispiele für ›zeugen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine sachlich aufgefaßten Plastiken zeugen von einem tiefen Begreifen der neuen sozialen Wirklichkeit.
o. A.: Lexikon der Kunst - L. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 31326
Das zeugt von wenig Vertrauen in meine ärztliche Kunst, in die ärztliche Kunst überhaupt.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 142
Es sei geradezu unanständig von so etwas zu sprechen, überdies zeuge es von Dummheit.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 79
Bald wird nur noch eine kleine Narbe im Nacken davon zeugen, daß sich hier einmal ein heimtückischer Feind eingenistet hatte.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 17
Aber seine Verse zeugen von einer aufrichtigen Liebe zum armen Manne.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8949
Zitationshilfe
„zeugen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zeugen#2>, abgerufen am 16.04.2021.

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