ziehen
GrammatikVerb · zog, hat/ist gezogen
Aussprache
Worttrennungzie-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›ziehen‹ als Erstglied: ↗Ziehbrunnen · ↗Zieheltern · ↗Ziehharmonika · ↗Ziehkind · ↗Ziehklinge · ↗Ziehleute · ↗Ziehmesser · ↗Ziehmutter · ↗Ziehsohn · ↗Ziehtochter · ↗Ziehvater · ↗Zögling
 ·  mit ›ziehen‹ als Letztglied: ↗abziehen · ↗anziehen · ↗aufziehen · ↗auseinanderziehen · ↗ausziehen · ↗beiziehen · ↗blankziehen · ↗breitziehen · ↗daherziehen · ↗dahinziehen · ↗darunterziehen · ↗davonziehen · ↗durchziehen · ↗einziehen · ↗emporziehen · ↗entgegenziehen · ↗entlangziehen · ↗festziehen · ↗fortziehen · ↗glattziehen · ↗gleichziehen · ↗großziehen · ↗heimziehen · ↗herabziehen · ↗heranziehen · ↗heraufziehen · ↗herausziehen · ↗herbeiziehen · ↗hereinziehen · ↗herumziehen · ↗herunterziehen · ↗hervorziehen · ↗herziehen · ↗herüberziehen · ↗hinabziehen · ↗hinaufziehen · ↗hinausziehen · ↗hindurchziehen · ↗hineinziehen · ↗hinterziehen · ↗hinunterziehen · ↗hinziehen · ↗hinzuziehen · ↗hinüberziehen · ↗hochziehen · ↗langziehen · ↗losziehen · ↗mitziehen · ↗nachziehen · ↗niederziehen · ↗rausziehen · ↗reinziehen · ↗straffziehen · ↗strammziehen · ↗umherziehen · ↗umziehen · ↗unterziehen · ↗vollziehen · ↗vorbeiziehen · ↗vorziehen · ↗vorüberziehen · ↗wegziehen · ↗weiterziehen · ↗zurechtziehen · ↗zurückziehen · ↗zusammenziehen · ↗zuziehen · ↗überziehen
 ·  mit ›ziehen‹ als Binnenglied: ↗Drahtzieher · ↗Strippenzieher
 ·  Ableitungen von ›ziehen‹: ↗Ziehe · ↗beziehen · ↗entziehen · ↗erziehen · ↗verziehen
 ·  Ableitung von ›ziehen‹: ↗Ziehen  ·  formal verwandt mit: ↗Tauziehen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw., jmdn. von der Stelle und hinter sich her bewegen
a)
ein Fahrzeug hinter sich her bewegen
Beispiele:
einen Handwagen ziehen
die Lokomotive zieht 20 Wagen
ddas Pferd, der Traktor zog die Egge über das Feld
Und der Bauer zog den Pflug [BrechtGedichte281]
b)
jmdn. (an der Hand) fortzerren
Beispiele:
jmdn. mit sich ziehen
Kind, lass dich nicht immer so ziehen!
daß Thomas den ehrenfesten Herrn Friedrich Wilhelm Marcus wie eine Bleikugel am Fuße hinter sich drein zu ziehen hatte [Th. MannBuddenbrooks1,272]
es zieht jmdn. wohin übertragen es drängt, lockt jmdn. wohin
Beispiele:
es zog ihn unwiderstehlich in die Ferne
es zieht mich sehr zu Vater [KlepperSchatten201]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw., jmdn. (aus etw.) herausholen, hervorholen
Beispiele:
er zog die Geldbörse, Uhr aus der Tasche, den Korken aus der Flasche
sich [Dativ] einen Splitter aus dem Finger ziehen
jmdn. aus dem Wasser ziehen
die Fäden ziehen (= nach der Operation aus der heilenden Wunde entfernen) Medizin
jmdm. einen Zahn ziehen
ein Los ziehen (= beim Lotteriespiel ein Los aus dem Behälter, nehmen und dadurch den Gewinner ermitteln)
das Schwert ziehen (= aus der Scheide herausnehmen)
der Offizier salutierte mit gezogenem Degen
bildlich
Beispiele:
die Wurzel aus einer Zahl ziehen (= die Grundzahl einer Potenz errechnen) Mathematik
das große Los ziehen (= großes Glück haben)
bei etw. (regelmäßig) den Kürzeren ziehen (= unterliegen, verlieren) umgangssprachlich
seinen Hals, Kopf, sich aus der Schlinge ziehen (= einer Gefahr geschickt entgehen, aus einer gefährlichen Lage einen Ausweg finden) umgangssprachlich
jmdn., sich geschickt aus der Klemme ziehen (= aus einer unangenehmen Lage befreien) umgangssprachlich
die Karre aus dem Dreck ziehen (= eine verfahrene Sache in Ordnung bringen) salopp
jmdm. die Würmer aus der Nase ziehen (= jmdn. geschickt ausfragen) salopp
So freilich ist ihr noch nie ... der Zahn gezogen worden (= die Illusion genommen worden) [FalladaWolf1,397] umgangssprachlich
3.
an etw. ziehen
mit Hilfsverb ›hat‹
an etw. zerren, reißen
Beispiele:
an einer Schnur, Glocke ziehen
sie zogen kräftig am Seil
wir ziehen (alle) am gleichen Strang (= wir vereinen unsere Kräfte, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen) umgangssprachlich
die Notbremse ziehen
die Reißleine des Fallschirmes ziehen
der Organist zog die Register Musik
eine Glocke, ein Signal ziehenan einer Glocke, einem Signal reißen und es dadurch betätigen, in Gang setzen
Beispiel:
das Signal war bereits gezogen
jmdn. an, bei etw. ziehen
Beispiele:
jmdn. am Ärmel, bei den Haaren ziehen
Ich habe ihn an den Ohren gezogen [MusilMann728]
übertragen
Beispiele:
alle Register ziehen (= alle Hebel in Bewegung setzen, alles aufbieten) umgangssprachlich
Leine ziehen (= sich zurückziehen, sich davonmachen) salopp
Überall seine Hände haben, alle Fäden ziehen (= alle Möglichkeiten ausnutzen) [BahrHimmelfahrt49]
4.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw., jmdn. in einer bestimmten Richtung bewegen, in eine bestimmte Lage, Stellung bringen
Beispiele:
den Hut (zum Gruß) ziehen (= abnehmen)
eine Schachfigur (auf ein anderes Feld) ziehen (= rücken)
Perlen auf eine Schnur ziehen (= reihen, fädeln)
den Ring vom Finger ziehen (= abziehen)
jmdn. zärtlich an die Brust, an sich ziehen (= drücken)
er wurde in den Strudel gezogen (= gerissen)
bildlich
Beispiele:
den Hut vor jmdm. ziehen (= jmdn. achten)
jmds. Blicke auf sich ziehen (= lenken)
jmdm. das Fell über die Ohren ziehen (= jmdn. arg betrügen) salopp
übertragen
Beispiele:
gegen jmdn. vom Leder ziehen (= zu schimpfen beginnen) (= jmdn. scharf angreifen)
jmdn., etw. durch den Kakao ziehen (= jmdn., etw. zur Zielscheibe seines Spottes machen, lächerlich machen)
jmdn. in ein längeres Gespräch ziehen (= verwickeln)
etw., jmdn. in den Dreck ziehen (= etw., jmdn. verunglimpfen, schlechtmachen) salopp
5.
mit Hilfsverb ›hat‹
einzelne Partien des Gesichts durch ein bestimmtes Mienenspiel verändern
Beispiele:
ein saures, schiefes Gesicht ziehen (= sein Missfallen ausdrücken) umgangssprachlich
ein schiefes Maul ziehen (= ein mürrisches, verdrießliches Gesicht machen) salopp, derb
Hans zog die Stirne kraus (= gab sich nachdenklich) und überlegte [SpoerlFeuerzangenbowle171]
6.
mit Hilfsverb ›hat‹
eine (langgestreckte) Linie herstellen
a)
etw. zeichnen
Beispiele:
einen Strich, eine Parallele mit dem Lineal ziehen
einen Kreis, Bogen mit dem Zirkel ziehen
bildlich
Beispiele:
die Affäre zog immer größere Kreise (= verbreitete sich immer mehr)
einen Schlussstrich unter etw. ziehen (= etw. endgültig abschließen)
[Melusine] fuhr fort ... Achten zu ziehen (= beim Eislauf zu fahren) [Hausm.Überfall266]
b)
eine Vertiefung graben
Beispiel:
einen Graben, viele Furchen ziehen
c)
Beispiel:
eine Wand ziehen (= errichten, mauern)
7.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. in seine ganze Länge ausdehnen, strecken
Beispiele:
Stoff, Garn (in die Länge) ziehen
Wäschestücke in Form ziehen
eine Wäscheleine ziehen (= spannen)
das Brett, Holz zieht sich (= wirft sich)
bildlich
Beispiele:
der Prozeß müsse künstlich in die Länge gezogen werden! (= absichtlich verzögert werden!) [MoloEin Deutscher37]
wenn die Suche nach dem Fischer sich in die Länge zog (= lange dauerte) [Bergengr.Rittmeisterin307]
8.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. durch Strecken, Dehnen eines Werkstoffs erzeugen
Beispiel:
Draht, Röhren, Kerzen ziehen
bildlich
Beispiel:
die Spinne zieht Fäden (= sondert sie aus ihren Spinndrüsen ab)
etw. zieht Fäden, Blasen umgangssprachlich etw. ist zähflüssig, bildet Fäden, Blasen
Beispiel:
Leim, Honig zieht (beim Entnehmen aus einem Gefäß) Fäden
9.
etw. zieht sich irgendwohin
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. erstreckt sich irgendwohin
Beispiele:
die Straße zieht sich durch den Ort
das Gewitter zog sich nach Westen
die Narbe zieht sich über die Stirn
übertragen
Beispiel:
dieses Motiv zieht sich (= geht) durch den ganzen Roman
10.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. einsaugen, aufnehmen
Beispiele:
den Atem durch die Nase ziehen
er zog die frische Luft tief in die Lungen
bildlich
Beispiele:
die Pflanzen ziehen Nahrung aus dem Boden
Ein alter Kahn, der Wasser zog (= leck war) [WelkGrambauer227]
an etw. ziehenan etw. saugen
Beispiele:
an der Pfeife, an einem Strohhalm ziehen
lass mich mal an deiner Zigarette ziehen! (= einen Zug tun!)
dann zog einer allzu kräftig an der Zigarette [WelkHoher Befehl137]
11.
mit Hilfsverb ›hat‹
Pflanzen anbauen, Tiere züchten
Beispiele:
Gemüse, Blumen, Geflügel ziehen
Pflanzen aus Samen, Stecklingen ziehen
[er] zog schließlich aus ihnen [den Raupen] Schmetterlinge [Sinn u. Form1954]
übertragen
Beispiel:
Ich ziehe ihn mir schon noch (= ich werde ihn schon noch nach meinem Willen formen) [H. MannBrabachI 7]
12.
mit Hilfsverb ›hat‹ in Verbindung mit Substantiven
dient oft zur Umschreibung eines Verbalbegriffs; abgeblasst
Beispiele:
Nutzen aus etw. ziehen (= etw. für sich nützen)
die Lehren aus etw. ziehen (= aus etw. lernen)
eine Folgerung aus etw. ziehen (= etw. aus etw. folgern)
das Fazit (aus etw.) ziehen (= das Ergebnis feststellen, etw. zusammenfassen)
um aus der Vergangenheit die für unsere Gegenwart und Zukunft lebensnotwendigen Lehren zu ziehen [Becher5,162]
aus etw. einen Schluss auf etw. ziehenaus etw. auf etw. schließen
Beispiele:
falsche, übereilte Schlüsse ziehen
aus den täglichen Messungen der Temperatur zieht der Meteorologe einen Schluss auf das Wetter
Vergleiche, Parallelen ziehen zwischen etw. (= etw. miteinander vergleichen)
etw. ins Lächerliche ziehen (= eine ernste Sache so behandeln, dass die anderen darüber lachen)
etw. in Betracht ziehen (= etw. berücksichtigen)
etw. in Erwägung ziehen (= erwägen)
etw. in Mitleidenschaft ziehen (= etw. zusammen mit anderem beschädigen, beeinträchtigen)
etw. in Zweifel ziehenetw. bezweifeln
Beispiele:
jmdn. ins Vertrauen ziehen (= jmdn. in etw. einweihen)
jmdn., etw. zu Rate ziehen (= jmdn., etw. befragen, konsultieren)
jmdn. wegen etw. zur Verantwortung ziehen (= jmdn. wegen etw. verantwortlich machen)
Bevorrechtung der Kirche und des Adels, alles das war jetzt in Zweifel gezogen [Feuchtw.Goya450]
13.
mit Hilfsverb ›ist‹
sich auf verschiedenartige Weise irgendwohin begeben, fortbewegen
a)
Beispiele:
heimwärts, in die Fremde ziehen
sie ziehen (= wandern) von einem Ort zum anderen
auf Wache ziehen (= die Wache übernehmen)
der Dampfer zieht über das Meer
die Aale ziehen (= schwimmen) flussaufwärts
die Zugvögel ziehen (= fliegen) nach dem Süden
die Wolken ziehen (= gleiten dahin)
[das Rotwild] zieht ... zu Holze (= wechselt langsam zum Wald) [Grenzpolizist1959] Jägersprache
übertragen
Beispiele:
mancherlei Gedanken zogen (= gingen) durch seinen Kopf
Jahr um Jahr zog ins Land (= verstrich, verging) gehoben
gegen jmdn., etw. zu Felde ziehen (= vorgehen)
b)
umgangssprachlich seinen Wohnsitz ändern, umziehen
Beispiele:
sie ziehen am 1. Oktober nach München
[mein Vater] ist mit mir zu seiner ... Schwester in die Stadt gezogen [RoseggerWaldschulmeister1,24]
14.
etw. zieht
mit Hilfsverb ›hat‹
a)
ein Gerät arbeitet, funktioniert
Beispiele:
die Maschine, der Motor zieht einwandfrei
[die Bremsen] ziehen gut und zuverlässig [Tageszeitung1961]
b)
etw. lässt die nötige Luft durch, hat Zug
Beispiele:
die Zigarre, Pfeife zieht
Der Kamin zog schlecht [G. HartlaubGroßer Wagen225]
15.
mit Hilfsverb ›hat‹
Beispiele:
der Kaffee, Tee zieht (= das Kaffee-, Teewasser nimmt das Aroma auf)
der Tee hat lange genug gezogen, muss noch ziehen
16.
etw., jmd. zieht
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich etw., jmd. macht Eindruck, hat Erfolg
Beispiele:
der Film, das Theaterstück zieht
diese Ausrede zieht bei mir nicht
das hat gezogen (= gewirkt)
»Ein jugendlicher Liebhaber, der verheiratet ist, zieht nicht«, sagte mir ein Direktor [WildenhainSchauspieler40]
17.
es zieht (jmdm.)
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich es schmerzt (jmdn.)
Beispiele:
es zieht (mir) im Rücken
ziehende Schmerzen in den Gliedern haben
sie verspürte ein leichtes Ziehen im Kreuz
18.
es zieht
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich es entsteht Zugluft
Beispiele:
hier zieht es
Tür zu, es zieht!
am Fenster zieht es stark
es zieht wie Hechtsuppe salopp
Es zog aus allen Ecken [BöllWort38]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ziehen · ungezogen · abziehen · Abzug · abzüglich · anziehen · Anzug · anzüglich · aufziehen · Aufzug · ausziehen · Auszug · beziehen · Beziehung · beziehungsweise · Bezug · bezüglich · erziehen · Erzieher · Erziehung · nachziehen · Nachzügler · überziehen · Überzieher · Überzug · umziehen · Umzug · verziehen · Verzug · vollziehen · Vollzug · vorziehen · Vorzug · vorzüglich · zuziehen · zuzüglich
ziehen Vb. ‘mit Kraft zu sich her oder hinter sich her bewegen, zerren, zu ganzer Länge ausdehnen, aufziehen, züchten, sich fortbewegen’, refl. ‘sich dehnen, in die Länge erstrecken’; zusammen mit einem Substantiv dient ziehen häufig zur Umschreibung eines Verbalbegriffs, vgl. in Zweifel ziehen ‘bezweifeln’ (16. Jh.), Lehren ziehen ‘lernen’ (18. Jh.); ahd. ziohan (8. Jh.), mhd. ziehen, asächs. tiohan, mnd. tēn, tīen, mnl. tīen, afries. tiā, aengl. tēon, anord. (nur Part. Prät.) toginn ‘gezogen’, got. tiuhan ‘führen’ (germ. *teuhan). Außergerm. vergleichen sich griech. dadýssesthai (δαδύσσεσθαι) ‘zerrissen werden’, dé͞ukein (δεύκειν) ‘denken, nachdenken, Sorge tragen’, lat. dūcere ‘ziehen, schleppen, führen, leiten’, mkymr. dygaf (aus *dukami) ‘bringe’. Zugrunde liegt ie. *deuk- ‘ziehen’. Dazu gehören aus dem germ. Sprachbereich die unter ↗Zaum, ↗Zeug, ↗Zeuge, ↗zögern, ↗Zögling, ↗Zucht, ↗zucken, ↗zücken, ↗Zug, ↗Zügel behandelten Wörter sowie auch ↗Herzog (eigentl. ‘Heerführer’, s. d.). Zum Part. Prät. gezogen in der Bedeutung ‘erzogen’ gehört ungezogen Adj. ‘unartig, ungehorsam’, ahd. ungizogan ‘noch nicht erzogen, unbändig’ (8. Jh.), mhd. ungezogen ‘ohne gehörige Bildung, unartig, zuchtlos’. abziehen Vb. ‘durch Ziehen entfernen, herunterziehen, wegnehmen, weggehen, vermindern, subtrahieren’, ahd. abaziohan (9. Jh.), mhd. abeziehen; Abzug m. ‘Vorgang, Ergebnis des Abziehens, Weggang, abgezogener Betrag, Vorrichtung zum Ableiten’, mhd. abezuc; abzüglich Präp. (bes. in der Kaufmannssprache) ‘mit Abzug von, abgerechnet’ (19. Jh.), vgl. schon (md.) abezogelich (15. Jh.). anziehen Vb. ‘an sich heranziehen, straff ziehen, Kleidung anlegen’, mhd. aneziehen, auch ‘anklagen, beschuldigen’ (eigentl. ‘etw. als Beweis heranziehen’); Anzug m. ‘Vorwurf, Beschuldigung, Anmarsch, Ankunft’ (15. Jh.), im Anzuge sein ‘im Anmarsch sein, bevorstehen, beginnen’ (16. Jh.), ‘Kleidung’ (Ende 16. Jh., geläufig seit 18. Jh.), dann speziell ‘Jacke und Hose’, spätmhd. anzuc ‘Anzug (im Schachspiel)’; anzüglich Adj. ‘auf Unangenehmes, Peinliches anspielend, ungehörig, zweideutig’ (16. Jh.), vgl. anzügliche und schimpfliche Wort (17. Jh.), zu frühnhd. anzug ‘Vorwurf, Beschuldigung’ (s. oben); daneben auch im Sinne von ‘anziehend’ (Anfang 16. Jh., noch bei Goethe). aufziehen Vb. ‘durch Ziehen öffnen, in die Höhe ziehen, großziehen, erziehen, eine Feder spannen, ins Werk setzen, necken’, ahd. ūfziohan ‘emporziehen’ (um 1000), mhd. ūfziehen ‘sich erheben, in die Höhe ziehen, emporheben, auf-, erziehen, fördern, pflegen’; Aufzug m. ‘Vorrichtung zum Hochziehen, Hochfahren’, dann (ab 17. Jh.) ‘Aufmarsch, Festzug, Prozession’, mhd. ūfzuc ‘Vorrichtung zum In-die-Höhe- Ziehen, Aufschub, Anziehung, Einfluß’; Aufzug im Sinne von ‘Aufmachung’ (17. Jh.) ist eigentl. ‘die Art und Weise, wie man vor anderen aufzieht’, dann eingeschränkt auf ‘Kleidung’; die Bedeutung ‘Schauspielakt’ (seit 17. Jh.) stammt aus dem feierlichen Auftritt der Schauspieler zu Beginn eines Aktes. ausziehen Vb. ‘herausziehen, in die Länge ziehen, auseinanderziehen, ablegen, aus-, entkleiden, ausplündern, einen Auszug machen, exzerpieren, wegziehen, wegmarschieren, die Wohnung aufgeben’, ahd. ūʒziohan (9. Jh.), mhd. ūʒziehen ‘aus-, herausziehen, sich entfernen, in den Krieg ziehen, entkleiden, ausnehmen, befreien’; Auszug m. ‘das Ausziehen, Abmarsch, Auswanderung, Teilabschrift, Exzerpt, Extrakt’, mhd. ūʒzuc ‘Auszug, Einwand, Widerrede, Ausflucht, Ausnahme’. beziehen Vb. ‘auf, über etw. ziehen, (be)spannen, regelmäßig erhalten, in einen bestimmten Zusammenhang bringen’, refl. ‘sich berufen auf, verweisen auf’, ahd. biziohan ‘festbinden, über-, zusammenziehen, zusammenfügen, wegnehmen’ (8. Jh.), mhd. beziehen ‘zu etw. kommen, erreichen, überziehen, ein Kleid besetzen, füttern, an sich nehmen, einziehen’; Beziehung f. ‘Verbindung, innerer Zusammenhang, wechselseitiges Verhältnis, Bezug(nahme), Anspielung, Hinsicht’ (17. Jh.); beziehungsweise Konj. ‘oder vielmehr, genauer gesagt, im anderen Fall’ (Mitte 18. Jh.), älter beziehlicher Weise (17. Jh.); Bezug m. ‘Bezugnahme, Hinsicht, Beziehung, das Beziehen (von Waren), Überzug’ (Anfang 18. Jh.; Einzelbeleg schweiz. 1483); vgl. ahd. bizog ‘Decke’ (Hs. 11./12. Jh.), mhd. bezoc ‘Unterfutter’; bezüglich Adj. ‘sich auf etw. beziehend’ (vereinzelt 16. Jh., häufig seit Ende 18. Jh.); auch Präp. (19. Jh.). erziehen Vb. ‘jmdn., bes. ein Kind, geistig und charakterlich formen, seine Neigungen und Fähigkeiten entfalten’, ahd. irziohan ‘ziehen, aufziehen, erziehen’ (8. Jh.), mhd. erziehen, eigentl. ‘herausziehen’; die Bedeutung des Verbs steht seit ahd. Zeit unter dem Einfluß von lat. ēducāre ‘auf-, großziehen, ernähren, erziehen’; Erzieher m. (17. Jh., vereinzelt 15. Jh.), Erziehung f. (um 1500). nachziehen Vb. ‘hinter sich herziehen, fester anziehen, nachzeichnen, verstärken, nachfolgen’, ahd. nāhziohan (um 1000), mhd. nāchziehen; Nachzügler m. ‘wer verspätet eintrifft, Nachkömmling’, zuerst (1792) bei Goethe im Sinne von ‘hinter dem Heere zurückbleibender Soldat, Marodeur’, gebildet zu heute nicht mehr gebräuchlichem Nachzug ‘Nachhut eines Heeres’. überziehen Vb. (in trennbarer Verbindung) ‘ein Kleidungsstück über den Körper ziehen, (über etw. anderes) anziehen’ (17. Jh.); vgl. die Wendung jmdm. eins, ein paar überziehen ‘jmdm. einen Hieb, Hiebe versetzen, jmdn. schlagen’ (um 1600); (in untrennbarer Verbindung) ‘mit einem Überzug versehen, bedecken, bespannen’, auch mit Krieg überziehen ‘zum Kriegsschauplatz machen’, das Konto überziehen ‘mehr abheben, als auf dem Konto steht’; ahd. ubarziohan ‘verziehen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. überziehen ‘über etw. ziehen, an sich ziehen, gewinnen, bedecken, überfallen, besetzen, übertreffen’; Überzieher m. ‘leichter Herrenmantel’ (Mitte 19. Jh.), früher ‘Überziehrock der Männerkleidung’ (18. Jh.); Überzug m. ‘auswechselbare Hülle, Bezug, dünne Decke, Schicht, Auflage’, auch frühnhd. überzog ‘Überfall, feindlicher Angriff’ (15. Jh.), ahd. ubarzug ‘Kleidungsstück’ (Hs. 13. Jh.). umziehen Vb. (trennbar) ‘in eine andere Wohnung ziehen, den Wohnsitz wechseln, ein anderes Kleid, einen anderen Anzug anziehen, die Kleidung wechseln’ (18. Jh.), älter ‘herum-, umherziehen, -schweifen, -wandern’ (Anfang 16. Jh.), (untrennbar) ‘sich um … herumbewegen, ziehend umkreisen, mit etw. rings umgeben, bedecken’, refl. ‘sich bewölken, beziehen’, mhd. umbeziehen ‘umgeben, -zingeln, überfallen, herumziehen’; Umzug m. ‘das Umherziehen, (feierlicher) Aufzug, Festzug’ (Anfang 16. Jh.), ‘Wohnungswechsel’ (19. Jh.). verziehen Vb. ‘durch Ziehen in eine vom Normalen, Üblichen abweichende Form bringen, verzerren, die Wohnung, den Wohnort wechseln, falsch, nicht in der richtigen Weise erziehen, verwöhnen, zu dicht stehende junge Pflanzen herausziehen, vereinzeln’, refl. ‘allmählich weiterziehen und verschwinden, sich (unauffällig) entfernen’, ahd. firziohan ‘wegnehmen, entziehen, falsch erziehen’ (8. Jh.), mhd. verziehen ‘auseinanderziehen, herausziehen, entfernen, hinziehen, aufschieben, verzögern’; Verzug m. ‘Verzögerung, Rückstand im Erfüllen einer Verpflichtung’, mhd. verzuc, verzoc, auch ‘Einspruch, Einwand’. vollziehen Vb. ‘in die Tat umsetzen, ausführen, vollstrecken’, refl. (seit 19. Jh.) ‘vor sich gehen, geschehen, ablaufen’, ahd. fol(l)aziohan ‘unterstützen helfen, vollenden’ (8. Jh.), mhd. vol(le)ziehen ‘vollständig ziehen, ausführen, unterstützen, gemäß verfahren, genügen, befriedigen’, eigentl. ‘etw. bis zum Ende, zum Ziele ziehen’; Vollzug m. ‘Verwirklichung, Ausführung, Vollstreckung’, mhd. volzuc. vorziehen Vb. ‘nach vorn ziehen, hervorziehen, vor etw. ziehen, bevorzugen, lieber mögen, für später Vorgesehenes auf einen früheren Zeitpunkt legen, zuerst in Angriff nehmen’, ahd. furiziohan ‘hervorziehen, vorbringen, etw., jmdn. vorziehen’ (10. Jh.), mhd. vür-, vorziehen (frühnhd. für-, vorziehen) ‘vorführen (Pferd), darlegen, anführen, geltend machen, vorenthalten’; Vorzug m. ‘Vergünstigung, Vorteil, Vorrang, Vorrecht’, mhd. vürzuc, vürzoc (frühnhd. Für-, Vorzug); auch im Sinne von ‘wertvolle, vortreffliche Eigenschaft, Vorzüglichkeit, gute Seite’ (seit 17. Jh.); vorzüglich Adj. ‘hervorragend, ausgezeichnet, vortrefflich’ (18. Jh.). zuziehen Vb. ‘durch Heranziehen schließen, zusammenziehen, festziehen, herbeirufen, von auswärts an den hiesigen Ort ziehen’, sich etw. zuziehen (z. B. etw. Übles, eine Krankheit, 18. Jh.), ahd. zuoziohan ‘anziehen, (die Bogensehne) spannen’ (um 1000), mhd. zuoziehen ‘zuziehen, zufügen, schließen, entgegenziehen, jmdm. zusetzen’; zuzüglich Präp. (bes. in der Kaufmannssprache) ‘hinzukommend, hinzuzurechnen’ (20. Jh.), wohl nach abzüglich (s. oben) gebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslutschen · ↗aussaugen · ↗nuckeln · ↗saugen · ziehen  ●  ↗suckeln  ugs. · zutzeln  ugs., bair., österr. · ↗zuzeln  ugs., österr., bair.
Synonymgruppe
(Ort) verlassen · die (alte) Heimat verlassen · ↗fortziehen · ↗wegziehen · ziehen (nach)
Assoziationen
Synonymgruppe
abschleppen · hinter sich her schleifen · ↗mitreißen · ↗reißen · ↗schleppen · ↗zerren · ziehen  ●  ↗trecken  regional
Synonymgruppe
(sich) (endlos) in die Länge ziehen · endlos dauern · jeden zeitlichen Rahmen sprengen · unerwünscht viel Zeit in Anspruch nehmen  ●  (sich) endlos hinziehen  ugs. · ↗(sich) hinschleppen  ugs. · ↗(sich) hinziehen  ugs. · (sich) ziehen  ugs. · (sich) ziehen und ziehen  ugs. · (sich) ziehen wie (ein) Kaugummi  ugs. · ↗dauern (gesprochene Sprache, mit langgezogenem 'au')  ugs. · dauern und dauern  ugs. · kein Ende nehmen  ugs. · später und später werden (und)  ugs.
Assoziationen
  • (die) Jahre gingen ins Land · Jahre vergingen, und (...) · nach (endlos) langer Zeit · nach Jahr und Tag
  • ...marathon · Endlos... · Marathon... · ↗endlos · endlos weiter · immer weiter · nicht abreißen · nicht enden wollen · nicht enden wollend · ohne dass ein Ende abzusehen ist · ↗uferlos · ↗unaufhörlich · ↗unbeschränkt · ↗unendlich · ↗unermesslich · ↗unmessbar · ↗unzählig · ↗überlang  ●  ↗ad infinitum  lat. · bis zum Gehtnichtmehr  ugs.
  • kein Ende abzusehen · kein Ende in Sicht  ●  (eine) unendliche Geschichte  ugs. · kein Land in Sicht  ugs., fig.
  • (schon) seit Jahren · (schon) seit Jahrzehnten · (schon) seit Monaten · (schon) seit Wochen · (schon) seit langen Jahren · bereits lange · eine Zeitlang · ewig lange · geraume Zeit · lange Jahre · lange Zeit · lange schon · längere Zeit · ↗längst · schon lange · schon längst · seit Ewigkeiten · seit Langem · seit Längerem · seit einer ganzen Weile · seit einiger Zeit · seit ewigen Jahren · seit geraumer Zeit · seit längerer Zeit · seit vielen Jahren  ●  ↗lange  Hauptform · seit einer Ewigkeit  fig. · (eine) ziemliche Zeit  ugs. · (eine) ziemliche Zeitlang  ugs. · (schon) eine Weile  ugs. · eine ganze Weile  ugs. · ↗ewig  ugs., fig. · ewig und drei Tage  ugs. · schon eine (halbe) Ewigkeit  ugs. · schon eine ganze Zeit  ugs. · seit ewigen Zeiten  ugs.
  • Jahre später (...)  ugs., Spruch
  • endlos · endlos lange · ↗ewig · ewig lange · ↗lange · lange Zeit · sehr lange · ziemlich lange  ●  eine halbe Ewigkeit  fig. · eine gefühlte Ewigkeit  ugs. · nicht in endlicher Zeit  fachspr.
  • (künstlich) hinauszögern · Zeit gewinnen wollen · Zeit herausschinden · versuchen, Zeit zu gewinnen  ●  Zeit schinden  negativ · auf Zeit spielen  fig.
  • an kein Ende kommen · kein Land sehen · so schnell nicht fertig werden
  • (das) kann dauern · (das) kann sich (noch) hinziehen
  • nichts überstürzen  ●  Eile mit Weile.  Sprichwort · Aus der Ruhe kommt die Kraft.  ugs., Sprichwort · In der Ruhe liegt die Kraft.  ugs., Sprichwort
Synonymgruppe
(irgendwohin) ziehen · ↗(sich) ansiedeln · ↗(sich) festsetzen · (sich) häuslich einrichten · (sich) häuslich niederlassen · ↗(sich) niederlassen · ansässig werden · ↗einwurzeln · festen Fuß fassen · heimisch werden · sich integrieren  ●  ↗(sich) breitmachen  abwertend · ↗(sich) einnisten  abwertend · seine Zelte aufschlagen  fig. · (es sich) gemütlich machen  ugs., auch figurativ
Assoziationen
Synonymgruppe
herausholen · ↗herausnehmen · ↗herausziehen · ↗hervorholen · ↗hervorziehen · ziehen · ↗zücken  ●  ↗blankziehen  veraltet
Synonymgruppe
herumlaufen · ↗herumstreichen · ↗laufen · ↗streichen · ↗streifen · ↗stromern · ↗umherstreichen · ↗umherstreifen · ziehen  ●  ↗schnüren  fig. · ↗strawanzen  bair., österr.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen · zu Fuß gehen  ●  ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(nicht die gewünschte) Wirkung haben (bei) · keine Wirkung zeigen · nicht verfangen (bei)  ●  (nicht) ziehen (bei)  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) einerlei sein · (jemandem) gleichgültig sein · (jemanden) gleichgültig lassen · (jemanden) nicht interessieren · (jemanden) nicht nervös machen · (jemanden) nicht tangieren · (jemanden) nichts angehen · (mit etwas) nichts zu tun haben · (sich) nicht scheren um · (völlig) kalt lassen · keinen Wert legen auf · mit den Achseln zucken · nichts am Hut haben (mit)  ●  ↗(an jemandem) abprallen  fig. · (jemandem) egal sein  Hauptform · (jemandem) nicht den Schlaf rauben  fig. · (jemanden) nicht kümmern  veraltend · (jemanden) nicht unruhig schlafen lassen  fig. · (herzlich) egal sein  ugs. · (jemandem) (glatt / direkt) am Arsch vorbeigehen  derb · (jemandem) Latte sein  ugs. · (jemandem) latte sein  ugs. · (jemandem) piepegal sein  ugs. · (jemandem) scheißegal sein  derb · (jemandem) schnuppe sein  ugs. · (jemandem) schnurz sein  ugs. · (jemandem) schnurzpiepe sein  ugs. · (jemandem) sowas von egal sein  ugs. · (jemandem) wumpe sein  ugs., regional · (jemandem) wurscht sein  ugs. · (jemanden) nicht anfechten  geh., veraltend · (jemanden) nicht die Bohne interessieren  ugs., Redensart · (jemanden) nicht jucken  ugs. · (jemanden) nicht kratzen  ugs. · (jemanden) nicht scheren  geh., veraltend · (jemanden) nur peripher tangieren  geh. · (sich) nicht (weiter) kümmern um  ugs. · Scheiß der Hund drauf.  derb · Scheiß drauf!  vulg. · das kannst du deinem Frisör erzählen  ugs., Spruch · das tangiert mich (äußerst) peripher  geh., Spruch · den lieben Gott einen guten Mann sein lassen  ugs., Redensart · drauf scheißen  vulg. · erzähl das der Parkuhr  ugs., veraltet · keinen gesteigerten Wert legen auf  ugs. · sprich zu meiner Hand  ugs., Spruch
  • (etwas) uninteressant finden · (jemanden) kalt lassen · nicht jemandes Fall sein
  • (jemandem) (mal) gestohlen bleiben (sollen) · (jemandem) den Buckel (he)runterrutschen (können / sollen) · (jemandem) gestohlen bleiben (können) · ↗(jemanden) (doch) kreuzweise (sollen) · ↗(jemanden) (mal) kreuzweise (können) · (jemanden) gerne haben (können)  ●  (jemanden) mal können  ugs. · (sich) ins Knie ficken  vulg.
  • in Ruhe lassen (mit) (Aufforderung) · nicht (wieder) kommen (mit) (Aufforderung) · ↗weggehen (Aufforderung) · zufrieden lassen (mit) (Aufforderung)
  • (sich) umsonst anstrengen · (sich) vergeblich abmühen · es kommt nichts dabei heraus · keine Chance haben (gegen)  ●  (sich) die Zähne ausbeißen  ugs., fig. · auf Granit beißen  ugs., fig. · auf keinen grünen Zweig kommen  ugs., fig. · kein Bein auf die Erde kriegen  ugs., fig. · keinen Fuß auf die Erde kriegen  ugs., fig.
  • (sich) nicht erweichen lassen · hart bleiben · nicht nachgeben
  • (sich) verlaufen · ↗(sich) verlieren · im Leeren verlaufen · im Nichts verlaufen · ins Leere laufen (mit) · nicht fruchten (bei jemandem) · nicht vorankommen · nicht weiterkommen (mit) · nicht weiterverfolgt werden · nichts bewirken · nichts herauskommen (bei) · ↗verpuffen · wirkungslos verpuffen · zu nichts führen  ●  wirkungslos bleiben  Hauptform · (sich) in Luft auflösen  ugs. · (sich) in Rauch auflösen  ugs. · (sich) in Wohlgefallen auflösen  ugs. · ↗(sich) totlaufen  ugs. · genauso gut hätte ich (+ absurde Handlung)  ugs. · im Sand verlaufen  ugs. · im Sande verlaufen  ugs. · nicht helfen  ugs. · nichts bringen  ugs. · vergebliche Liebesmüh sein  ugs. · ↗verläppern  ugs. · verplätschern  ugs. · ↗versanden  ugs.
  • (sich) nicht interessiert zeigen · keine Chancen haben (bei)  ●  (von jemandem) nichts wissen wollen  Hauptform · nicht landen können bei  fig. · kein Interesse haben  ugs.
Synonymgruppe
(Geld) am Automaten abheben · (sich) ziehen (aus Automat)  ●  ↗rauslassen  ugs., regional
Assoziationen
Synonymgruppe
anbauen · ↗anpflanzen · ↗kultivieren · ziehen (Pflanzen)
Assoziationen
Synonymgruppe
ausjäten · ↗ausraufen · ↗ausreißen · ↗ausrupfen · ↗auszupfen · ↗entfernen · ↗herausreißen · herausrupfen · ↗herausziehen · ↗jäten  ●  (Unkraut) ziehen  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betracht Bilanz Erwägung Fäden Konsequenzen Lehren Mitleidenschaft Rechenschaft Schlußstrich Schlüsse Strang Verkehr Zweifel abzieht anzieht aufzieht auszog daraus einzog er heranzieht hinzieht mitzieht nachzog umzieht vorbeiziehen vorzieht zurückzog zusammenzieht zuzog

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ziehen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Halb zieht es sie, halb sinken sie auf das schlammfarbene Sofa.
Die Zeit, 02.12.2013, Nr. 48
Wenn wir die Waren direkt dort kaufen, wo sie hergestellt werden, dann werden ihre Völker direkten Nutzen daraus ziehen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1986]
Ja, aber aus dem Graben gezogen habe ich dich trotzdem.
Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 221
Der gewandte Meister zog aus diesem modischen Geschmack nur zu viel Nutzen.
Raugel, Félix: Boismortier. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 2521
Da ziehen sie ihn offen, das Übel angezaubert zu haben.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 281
Zitationshilfe
„ziehen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ziehen>, abgerufen am 15.12.2017.

Weitere Informationen …