zielen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzie-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zielen‹ als Erstglied: ↗Zielgerät  ·  mit ›zielen‹ als Letztglied: ↗abzielen · ↗anzielen · ↗hinzielen
 ·  mit ›zielen‹ als Grundform: ↗gezielt  ·  formal verwandt mit: ↗wohlgezielt
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw., besonders eine Handfeuerwaffe, genau auf ein Ziel richten
Beispiele:
sorgfältig, genau zielen
auf die Scheibe, den Gegner zielen
der Jäger hat nach dem Hirsch gezielt
mit dem Gewehr zielen
er zielte und schoss den Ball ins Tor
der Schütze traf mit einem gut gezielten Schuss ins Schwarze
[die aufständischen Häftlinge des KZ] sicherten mit gezieltem Feuer ... die Flanken [ApitzNackt555]
2.
übertragen auf etw., jmdn. zielensich mit etw. auf etw., jmdn. beziehen, etw., jmdn. meinen, sich mit etw. gegen jmdn., etw. richten
Beispiele:
sie hatten verstanden, worauf er zielte
diese Bemerkung zielt auf dich
Die Angriffe des »Vorwärts!« zielten besonders auf die preußische Junkerkaste [Engels-Biographie86]
[die Schriften Schneiders] die über die Gegenwart hinaus in die Zukunft zielten (= gerichtet waren) [KlepperSchatten305]
3.
Sprachwissenschaft
Beispiel:
ein zielendes Verb (= ein ein Akkusativobjekt forderndes, transitives Verb)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ziel · zielen · ziellos · zielstrebig
Ziel n. ‘festgesetzter (angestrebter) örtlicher oder zeitlicher Endpunkt, erstrebter Zustand, Absicht’. Das nur im Dt. belegte (doch vgl. unten das der Wortart nach unsichere got. Zeugnis) Substantiv ahd. (um 800), mhd. zil, mnd. (aus dem Hd.?) til, tēl steht neben den im Germ. gut bezeugten Verben zielen ‘auf ein bestimmtes Ziel richten, sich worauf beziehen, worauf gerichtet sein’, ahd. zilēn ‘sich bemühen, sich anstrengen’ (8. Jh.), zilōn ‘sich bemühen, beeilen’ (9. Jh.; vgl. gizilōn, 8. Jh.), mhd. zil(e)n ‘zielen, ringen, streben, zu erreichen suchen’, asächs. tilian ‘erlangen’, mnd. tēlen ‘zielen’, mnl. tēlen ‘hervorbringen, sorgen für, anbauen, bestellen’, nl. telen ‘zeugen, schaffen, züchten’, afries. tilia ‘(er)zeugen’, aengl. tilian ‘streben, (sich) verschaffen, versuchen, bebauen’, engl. to till ‘(Land) bestellen, pflügen’, got. gatilōn ‘erzielen’, andtilōn ‘sich anbequemen’, germ. *tilōn. Substantiv- und Verbformen stellen sich zu einem Adjektiv germ. *tila- ‘passend’, vgl. afries. aengl. til ‘tauglich, gut’, anord. tilr ‘gut, passend, zweckmäßig’, got. til ‘passend’ (oder Subst. ‘passende Gelegenheit’?), gatils ‘passend’ und zu der Präposition afries. aengl. til, engl. till ‘bis, zu’, anord. til ‘zu, nach, bis’, schwed. till ‘zu, nach, an, in, bis’. Weitere Beziehungen sind unklar. Vielleicht gehört die Wortgruppe als Ableitung zu der unter ↗Zeit (s. d.) genannten Wurzel im Sinne von ‘das Eingeteilte, Abgemessene’, dann ‘örtlicher oder zeitlicher Endpunkt’? Oder (vgl. Pokorny 1, 3) mit air. ad ‘Gesetz’, adas ‘geziemend’, kymr. addas ‘passend’, eddyl (aus *adilo-) ‘Pflicht, Ziel’ zu ie. *ad- ‘festsetzen, ordnen, Ziel’? ziellos Adj. ‘ohne festes, erkennbares Ziel, planlos’ (19. Jh.), älter ‘endlos’ (17. Jh.). zielstrebig Adj. ‘beharrlich einem Ziel zustrebend, immer das Ziel im Auge habend’, gebildet (um 1860) von dem baltischen Naturforscher v. Baer als dt. Wiedergabe für teleologisch im Sinne von ‘nur durch das Entwicklungsziel bedingt, auf das in jmdm. oder etw. angelegte Ziel hinstrebend’; dazu auch (vom gleichen Autor) Zielstrebigkeit, Zielstrebung.

Thesaurus

Synonymgruppe
anpeilen · ↗ausrichten · zielen  ●  ins Visier nehmen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Attacke Bemerkung Gürtellinie Herz Kern Kritik Leere Pistole Richtung Stoßrichtung Strategie Vorschlag Vorstoß ab abdrücken abzielen anzielen daneben darauf direkt eindeutig genau hinauszielen hinzielen insbesondere letztlich mitten vielmehr vorbeizielen Überlegung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zielen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In die gleiche Richtung zielt der teilweise in englischer Sprache abgehaltene Unterricht.
Die Welt, 12.07.2003
Das Leben ist ungerecht, und es gerechter zu machen, darauf zielt jedes öffentliche Engagement.
Der Tagesspiegel, 16.04.2000
Sie zielten auf eine grundsätzliche Reform von Wirtschaftsweise und politischem System.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 82
Er zielte auf Alma und traf auch diese sofort tödlich ins Herz.
Friedländer, Hugo: Ein blutiges Drama. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 928
Ich ziele und steche mit der Gabel zu; aber die war nicht festgebunden und rutscht ab.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 16866
Zitationshilfe
„zielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zielen>, abgerufen am 23.10.2019.

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