zielstrebig

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ziel-stre-big
formal verwandt mit streben
Wortbildung  mit ›zielstrebig‹ als Erstglied: ↗Zielstrebigkeit
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
beharrlich einem Ziel, Wanderziel zustrebend
Beispiele:
ein zielstrebiger Wanderer
er ging mit zielstrebigen Schritten
2.
auf das Ziel ausgerichtet, immer das Ziel im Auge habend
Beispiele:
ein zielstrebiger Leiter, Schüler
eine zielstrebige Planung
zielstrebig handeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ziel · zielen · ziellos · zielstrebig
Ziel n. ‘festgesetzter (angestrebter) örtlicher oder zeitlicher Endpunkt, erstrebter Zustand, Absicht’. Das nur im Dt. belegte (doch vgl. unten das der Wortart nach unsichere got. Zeugnis) Substantiv ahd. (um 800), mhd. zil, mnd. (aus dem Hd.?) til, tēl steht neben den im Germ. gut bezeugten Verben zielen ‘auf ein bestimmtes Ziel richten, sich worauf beziehen, worauf gerichtet sein’, ahd. zilēn ‘sich bemühen, sich anstrengen’ (8. Jh.), zilōn ‘sich bemühen, beeilen’ (9. Jh.; vgl. gizilōn, 8. Jh.), mhd. zil(e)n ‘zielen, ringen, streben, zu erreichen suchen’, asächs. tilian ‘erlangen’, mnd. tēlen ‘zielen’, mnl. tēlen ‘hervorbringen, sorgen für, anbauen, bestellen’, nl. telen ‘zeugen, schaffen, züchten’, afries. tilia ‘(er)zeugen’, aengl. tilian ‘streben, (sich) verschaffen, versuchen, bebauen’, engl. to till ‘(Land) bestellen, pflügen’, got. gatilōn ‘erzielen’, andtilōn ‘sich anbequemen’, germ. *tilōn. Substantiv- und Verbformen stellen sich zu einem Adjektiv germ. *tila- ‘passend’, vgl. afries. aengl. til ‘tauglich, gut’, anord. tilr ‘gut, passend, zweckmäßig’, got. til ‘passend’ (oder Subst. ‘passende Gelegenheit’?), gatils ‘passend’ und zu der Präposition afries. aengl. til, engl. till ‘bis, zu’, anord. til ‘zu, nach, bis’, schwed. till ‘zu, nach, an, in, bis’. Weitere Beziehungen sind unklar. Vielleicht gehört die Wortgruppe als Ableitung zu der unter ↗Zeit (s. d.) genannten Wurzel im Sinne von ‘das Eingeteilte, Abgemessene’, dann ‘örtlicher oder zeitlicher Endpunkt’? Oder (vgl. Pokorny 1, 3) mit air. ad ‘Gesetz’, adas ‘geziemend’, kymr. addas ‘passend’, eddyl (aus *adilo-) ‘Pflicht, Ziel’ zu ie. *ad- ‘festsetzen, ordnen, Ziel’? ziellos Adj. ‘ohne festes, erkennbares Ziel, planlos’ (19. Jh.), älter ‘endlos’ (17. Jh.). zielstrebig Adj. ‘beharrlich einem Ziel zustrebend, immer das Ziel im Auge habend’, gebildet (um 1860) von dem baltischen Naturforscher v. Baer als dt. Wiedergabe für teleologisch im Sinne von ‘nur durch das Entwicklungsziel bedingt, auf das in jmdm. oder etw. angelegte Ziel hinstrebend’; dazu auch (vom gleichen Autor) Zielstrebigkeit, Zielstrebung.

Thesaurus

Synonymgruppe
konsequent · ↗planmäßig · ↗planvoll · ↗strebsam · ↗zielbewusst · ↗zielgerichtet · ↗zielorientiert · zielstrebig
Synonymgruppe
beharrlich · ↗hartnäckig · ↗konsequent · ↗penetrant · zielstrebig  ●  ↗eisern  fig.
Synonymgruppe
ambitioniert · aufstrebend · karrierebewusst · ↗strebsam · zielstrebig  ●  ↗ehrgeizig (Person)  Hauptform · ↗karrieregeil  ugs., abwertend
Assoziationen
  • (im Leben) etwas erreichen wollen · (sich) zu Höherem berufen fühlen · Größeres erreichen wollen · etwas Großes schaffen wollen · hochfliegende Pläne haben · nach Höherem streben  ●  ein großes Rad drehen wollen  fig. · hoch hinaus wollen  fig.
  • aktiv · ↗betriebsam · ↗emsig · ↗engagiert · ↗geschäftig · ↗rege · ↗rührig · ↗umtriebig · unter Dampf stehend  ●  ↗schaffig  regional · unter Strom stehend  ugs.
  • bemüht · ↗besorgt · bestrebt · ↗betriebsam · ↗emsig · ↗fleißig

Typische Verbindungen zu ›zielstrebig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zielstrebig‹.

Verwendungsbeispiele für ›zielstrebig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer Vermögen parkt, tut dies, wenn überhaupt, mit ganz zielstrebigen Absichten.
Süddeutsche Zeitung, 29.10.1999
Noch zielstrebiger vermurksen sich die Ladys in Pink ihr Programm, indem sie meinen, sich von dem, was sie singen, distanzieren zu müssen.
Der Tagesspiegel, 29.07.1999
Er erschuf einen schottischen Gentleman mit Zylinder, rot befrackt, selbstsicher grüßend und zielstrebig auftretend.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 79
Sie wird gedeutet als zielstrebige Entwicklung des Bewußtseins und der Wirklichkeit der Freiheit.
Wieland, W.: Hegel. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 17383
Zielstrebig muß ich nun aus dem Schatten dieser faszinierenden Randerscheinung heraustreten.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 177
Zitationshilfe
„zielstrebig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zielstrebig>, abgerufen am 25.11.2020.

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