ziemen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zie-men
Wortbildung  mit ›ziemen‹ als Grundform: geziemen

Bedeutungsübersicht+

  1. [gehoben, veraltend] ...
    1. 1. ⟨etw. ziemt sich⟩ etw. gehört sich, schickt sich
    2. 2. ⟨jmdm. ziemt etw.⟩ jmdm. kommt etw. zu
eWDG

Bedeutung

gehoben, veraltend
1.
etw. ziemt sichetw. gehört sich, schickt sich
Beispiele:
es ziemt sich nicht, sie warten zu lassen
Willst du genau erfahren, was sich ziemt, / So frage nur bei edlen Frauen an [ GoetheTassoII 1]
2.
jmdm. ziemt etw.jmdm. kommt etw. zu
Beispiel:
Steh auf von diesem Platz, der dir nicht ziemt [ SchillerJungfr. v. OrleansI 10]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ziemen · geziemen · ziemlich
ziemen Vb. ‘angemessen sein’, reflexiv ‘sich schicken’. Das ehemals stark flektierende Verb ahd. zeman ‘sich fügen, ziemen, passen’ (9. Jh.), mhd. zemen ‘ziemen, passen, angemessen sein, taugen, scheinen, behagen’, md. auch zimen reflexiv ‘sich dünken’, mnd. mnl. tēmen hat neben sich das gleichbed. Präfixverb geziemen Vb. ahd. gizeman (um 800), mhd. gezemen, mnd. getēmen, mnl. ghetēmen, got. gatiman. Damit verbinden sich ahd. zimīg ‘geziemend, würdig, schicklich, anmutig’ (um 1000; unzimīg ‘unwürdig’, 9. Jh.), dehnstufig gizāmi ‘passend, angemessen, schicklich’ (9. Jh.), gizāmi n. ‘das Geziemende, Schickliche, Angemessene’ (9. Jh.), mnd. betāme, got. gatēmiba ‘geziemend’ (germ. *tēmi-) sowie die unter Zunft und Zimmer (s. d.) angeführten Formen. Auszugehen ist von der Wurzel ie. *dem(ə)- ‘bauen’, eigentlich ‘(zusammen)fügen’ (ein Zusammenhang mit der unter zähmen, s. d., genannten Grundlage ist nicht gesichert). ziemlich Adj. ‘geziemend, gebührend, beachtlich’, als Adv. (seit 16. Jh.) ‘in verhältnismäßig hohem, reichlichem Maße, annähernd, ungefähr’, ahd. zimilīh (um 1000), mhd. zim(e)lich ‘schicklich, gebührend, geziemend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(den normalen) Anstandsregeln entsprechen · (den) (üblichen / allgemeinen / bewährten ...) Gepflogenheiten entsprechen · (sich) gehören · (sich) schicken · angemessen sein · vom Anstand geboten sein  ●  (sich) ziemen  veraltet · (den) Anstandsregeln Genüge tun  geh. · (etwas) bringen können  ugs. · (etwas) gebietet (schon allein) der Anstand  geh. · (sich) geziemen  geh., veraltet · (sich) passen  geh., veraltend · Pflicht sein  ugs. · schicklich sein  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ziemen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ziemen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ziemen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ziemt sich für uns nicht, diese Frage auch nur zu stellen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]]
Mit wem ziemte es sich nicht, in der Öffentlichkeit zu debattieren? [Die Zeit, 20.11.1987, Nr. 48]
Doch ziemt es sich auch anzuerkennen, daß den Opfern eine gleiche Geschwindigkeit im Vergessen nicht zuzumuten ist. [Die Zeit, 26.04.1985, Nr. 18]
Eine Dame nach ihrem Alter zu befragen, nein, das ziemt sich nicht. [Die Zeit, 22.11.1963, Nr. 47]
So etwas ziemt höchstens einer vielbeschäftigten Mutter, welche die Spiele ihrer Kinder gern persönlich beaufsichtigt und die Zeit dabei nicht unbenutzt lassen möchte. [Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 10376]
Zitationshilfe
„ziemen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ziemen>.

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