zieren

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzie-ren (computergeneriert)
Wortbildung mit ›zieren‹ als Erstglied: ↗Zieraffe · ↗Zierband · ↗Zierbaum · ↗Zierbeet · ↗Zierbengel · ↗Zierbeschlag · ↗Zierblende · ↗Zierblume · ↗Zierbusch · ↗Zierdolch · ↗Ziererei · ↗Zierfisch · ↗Ziergarten · ↗Ziergehölz · ↗Ziergesträuch · ↗Ziergiebel · ↗Zierglas · ↗Ziergras · ↗Ziergärtner · ↗Zierkamm · ↗Zierkirsche · ↗Zierknopf · ↗Zierkürbis · ↗Zierlaus · ↗Zierleiste · ↗Ziernadel · ↗Ziernaht · ↗Zierobst · ↗Zierpflanze · ↗Zierporzellan · ↗Zierpuppe · ↗Zierrabatte · ↗Zierrand · ↗Zierrasen · ↗Zierschrift · ↗Zierstab · ↗Zierstich · ↗Zierstock · ↗Zierstrauch · ↗Zierstreifen · ↗Zierstück · ↗Ziersäule · ↗Ziertopf · ↗Ziervogel
 ·  mit ›zieren‹ als Letztglied: ↗auszieren  ·  mit ›zieren‹ als Grundform: ↗geziert · ↗verzieren
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
gehoben etw., jmdn. mit etw. zierenetw., jmdn. mit etw. schmücken
Beispiele:
die Wand mit Bildern zieren
sie war mit einer goldenen Kette geziert
[eine Robe] mit blaßroten Schleifen geziert [Th. MannLotte7,392]
sich mit etw. zieren
Beispiel:
sie zierten sich mit glänzendem Geschmeide
etw. ziert etw., jmdn.etw. schmückt, verschönt etw., jmdn.
Beispiele:
kostbare Gemälde zieren den Saal
blonde Locken zieren das junge Mädchen
übertragen
Beispiel:
Edelmut zierte diesen Menschen (= zeichnete diesen Menschen aus)
2.
abwertend sich zierensich unnatürlich, gespreizt benehmen
Beispiele:
immer, wenn sie singen sollte, zierte sie sich (= ließ sie sich lange bitten)
es ist genug zu essen da, zier dich nicht!
[sie] zierte sich ein wenig vor ihm [WallraffWir brauchen Dich139]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zier · zier · Zierde · zieren · geziert · verzieren · Verzierung · zierlich · Zierat
Zier f. ‘Schönheit, Schmuck, Zierat’, ahd. zierī (um 800), mhd. zier(e) ‘Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit’, mnd. tēre, mnl. tiere ‘Art und Weise, Beschaffenheit’ sind feminine Abstraktbildungen (germ. *tērīn-) zu dem in frühnhd. Zeit untergegangenen, im 19./20. Jh. vereinzelt von Dichtern wieder aufgenommenen Adjektiv zier ‘glänzend, prächtig, herrlich’, ahd. zieri (8. Jh.), mhd. zier(e) ‘prächtig, kostbar, herrlich, schön, schmuck’, mnd. untēre ‘unartig, widerwärtig, häßlich’ (germ. *tērja-). Daneben ist ein maskuliner a-Stamm (germ. *tīra-) bezeugt in asächs. aengl. tīr ‘Ruhm, Ehre’, mnd. tēr ‘Beschaffenheit, Gedeihen, Glanz, Ruhm’, anord. tīrr ‘Glanz, Ruhm, Ehre’. Es handelt sich um Bildungen mit ro-Suffix (ie. *dēiro- bzw. *dīro-) zur Wurzel ie. *dei-, *dei̯ə- ‘hell glänzen, schimmern, scheinen’, wozu sich auch ahd. zeiʒ ‘fein, zart, zierlich’ (9. Jh.), asächs. tēt- ‘froh’ (in Personennamen), anord. teitr ‘froh, lustig’ und toch. A tiri ‘Art und Weise’, aind. dī́dēti ‘strahlt, leuchtet, glänzt’, dyáuḥ ‘Himmel, Tag’ (auch ‘Gottheit’), griech. déato (δέατο) ‘schien’, dḗlos (δῆλος, aus *δέαλος) ‘offenbar, deutlich’ stellen (s. noch ↗Lenz und ↗Zeidler). Zierde f. ‘Verzierung, Zierat, Ausschmückung, Verschönerung, Schmuck’, ahd. zierida (8. Jh.), mhd. zierde ‘Schmuck, Schönheit, Pracht, Herrlichkeit’, Abstraktbildung zum Adjektiv. zieren Vb. ‘verschönern, (aus)schmücken’, ahd. (um 800), mhd. zieren ‘putzen, schmücken, zieren, verherrlichen, rühmen, zur Zierde gereichen’; reflexiv ‘sich verhalten, sich benehmen’ (16. Jh.), ‘sich gegen etw., was man tun möchte, sträuben, sich lange bitten lassen, sich unnatürlich, gekünstelt geben’ (Anfang 18. Jh.); geziert Part.adj. ‘unnatürlich, gespreizt, gekünstelt’ (1. Hälfte 18. Jh.). verzieren Vb. ‘mit Zierat versehen, (aus)schmücken’ (15. Jh.); Verzierung f. (16. Jh.). zierlich Adj. ‘von feiner Gestalt und Form, anmutig, graziös’, mhd. zierlich ‘strahlend, prächtig, herrlich, schön’; vgl. asächs. tīrlīko Adv. ‘in ehrenvoller, schöner Weise’. Zierat m. ‘schmückendes Beiwerk, Verzierung, Zierde, Schmuck’, mhd. zierōt m., gebildet mit dem unter ↗Armut, ↗Einöde, ↗Kleinod (s. d.) angegebenen Suffix zum Adjektiv ahd. zieri, mhd. zier(e) (s. oben), im Genus bis ins 19. Jh. schwankend zwischen Mask. und Fem. Zuweilen fälschlich als Zusammensetzung mit Rat aufgefaßt, daher auch Zierrat geschrieben (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) zieren · ↗innehalten · ↗pausieren · ↗trödeln · ↗verweilen · ↗zaudern · ↗zögern
Assoziationen
Synonymgruppe
ausschmücken · ↗dekorieren · ↗drapieren · ↗garnieren · ↗herausputzen · ↗herausstaffieren · optisch aufwerten · ↗schmücken · ↗schönmachen · ↗verschönern · ↗verzieren · zieren  ●  ↗aufbrezeln  ugs. · ↗aufputzen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) anstellen · ↗(sich) haben · (sich) zieren · zimperlich sein  ●  Geschichten machen  ugs. · rumzicken  ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • (sich) zieren
Synonymgruppe
(irgendwo) stehen · abgedruckt sein · zu finden sein  ●  ↗(irgendwo) sein  variabel · zieren  geh., scherzhaft-ironisch
Assoziationen
  • zu lesen sein · zu lesen stehen  ●  (irgendwo) stehen (Text)  Hauptform · geschrieben stehen  geh. · ↗lesen (können)  geh.
  • anzutreffen sein · ↗auftreten · nicht ausbleiben · ↗vorkommen · zu finden sein · zu sehen sein

Typische Verbindungen
computergeneriert

Briefkopf Briefmarke Büste Cover Decke Einband Emblem Fassade Flagge Katalogumschlag Konterfei Logo Plakat Porträt Poster Relief Rückseite Schaufenster Schriftzug Stadtwappen T-Shirt Tabellenende Titelbild Titelblatt Titelseite Umschlag Vorderseite Wand Wappen einst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche der Schriftsteller, die für "Null" zugesagt haben, zieren sich noch.
Der Tagesspiegel, 25.04.1999
Wochenlang hat er sich geziert, den Besitz eines eigenen Bootes zuzugeben.
Süddeutsche Zeitung, 25.07.1997
Die Einfassung darf aber nie als Stein zierend wirken wollen.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 17
Bunte Farben sind nicht üblich, höchstens dürfen die bunten Farben nur den Rand des Tuches zieren.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 24503
Selbstverständlich soll das Kind nur deutlich, niemals geziert sprechen lernen.
Die Landfrau, 19.09.1925
Zitationshilfe
„zieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zieren>, abgerufen am 17.06.2019.

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