zimmern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzim-mern
Wortbildung mit ›zimmern‹ als Erstglied: ↗Zimmerei · ↗Zimmergeselle · ↗Zimmerleute · ↗Zimmerling · ↗Zimmermann · ↗Zimmermeister
 ·  mit ›zimmern‹ als Letztglied: ↗grobgezimmert · ↗holzgezimmert · ↗selbstgezimmert · ↗zurechtzimmern · ↗zusammenzimmern
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. aus Holz bauen
Beispiele:
eine Bank, Wiege zimmern
einen Sarg zimmern
in der Gaststube standen roh gezimmerte Tische und Stühle
umgangssprachlich, spöttisch, bildlich etw. herstellen
Beispiel:
[die ersten Hosen und der erste Rock] die selbstverständlich beide aus einem alten Militärmantel des Vaters gezimmert worden waren [BebelAus meinem Leben24]
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
sich [Dativ] sein Leben zimmern
nach diesem Entwurf wollte er das Drehbuch zimmern
Ein jeder hat sein Glück zu zimmern [WeinertZwischensp.625]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zimmer · zimmern · Zimmermann
Zimmer n. ‘Raum einer Wohnung’, ahd. zimbar (8. Jh.), mhd. zimber, zimmer, zimer ‘Bauholz, Holzbau, Wohnung, Wohnraum’, asächs. timbar ‘Zimmerwerk’, mnd. mnl. timber, timmer ‘Bauholz, Holzbau’, nl. (mundartlich) timmer ‘Bauwerk, Zimmerwerk’, aengl. timber ‘Bauholz, das Bauen, Gebäude, Bäume, Wälder’, engl. ‘Bauholz, Baumbestand’, anord. timbr ‘Bauholz, Gebäude’, schwed. timmer ‘Bauholz’. Zugrunde liegt germ. *timbra- ‘Bauholz’ (mit eingeschobenem b als Gleitlaut), eine Bildung mit dem Suffix ie. -ro- (ie. *demro-) zu einer Wurzel ie. *dem(ə)- ‘bauen’, eigentlich wohl ‘(zusammen)fügen’. Hier schließen sich an aind. dámaḥ ‘Haus, Wohnung’, griech. dómos (δόμος) ‘Haus, Wohnung, Zimmer’, démein (δέμειν) ‘bauen’, die u-Stämme lat. domus ‘Haus’, aslaw. domъ, russ. dom (дом) ‘Haus’ sowie die unter ↗ziemen und ↗Zunft (s. d.) genannten Wortgruppen. Zimmer bedeutet ursprünglich ‘Bauholz’, dann ‘Holzgebäude’, später ‘Wohnraum’, neuerdings auch ‘das darin enthaltene Mobiliar, Zimmereinrichtung’ (20. Jh.). zimmern Vb. ‘(aus Holz) herstellen, bauen, zusammenfügen’, ahd. (gi)zimb(a)ren, (gi)zimb(a)rōn (8. Jh.), mhd. zimbern, zimpern, zimmern ‘mit der Zimmeraxt behauen, bauen, erbauen’, asächs. timbrian, mnd. timberen, timmeren, mnl. nl. timmeren, aengl. timbr(i)an, engl. to timber, anord. timbra, schwed. timra, got. tim(b)rjan ‘zimmern, bauen’. Zimmermann m. ‘Handwerker, der Holzkonstruktionen beim Bau von Gebäuden herstellt’, (Plur. Zimmerleute), ahd. zimbarman (9. Jh.), mhd. zimberman, zimmerman, zimerman.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alibi Arche Balken Baumstamm Behausung Brett Dachstuhl Floß Galgen Gerüst Holz Holzhütte Holzkiste Holzlatte Hütte Kiste Latte Pilotabschluß Podest Sarg Schreiner Sperrholz Tischler Verschlag bemalen hämmern mauern zurechtzimmern zusammenzimmern Überbau

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zimmern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und zimmert mit seinem linken Hammer rechts oben rein, 0:1!
Bild, 15.08.2002
Vor Ort werden die Bauern wohl neue Häuser aus dem Holz zimmern.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.1998
Hunderte Brigaden zimmerten, schachteten aus, betonierten und hämmerten und schweißten und schleppten Material.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 328
Sie wusch und schneiderte, sie polierte und zimmerte, sie putzte und plättete immerzu.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 392
Zitationshilfe
„zimmern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zimmern>, abgerufen am 18.11.2019.

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