zinsen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung zin-sen
Wortbildung  mit ›zinsen‹ als Erstglied: ↗zinsbar  ·  mit ›zinsen‹ als Letztglied: ↗abzinsen · ↗aufzinsen
eWDG, 1977

Bedeutung

historisch Steuern, Abgaben entrichten
Beispiel:
im Jahre 1280 wurde festgesetzt, daß der Ritter sechs Hufen unter dem Pfluge frei haben solle, aber für jede Hufe darüber zinsen müsse [MehringLessing-Legende121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zins · Zinsen · verzinsen · zinsen · Zinseszins
Zins m. ‘Abgabe, Steuer’, landschaftlich (besonders südd. öst. schweiz.) ‘Miete, Pacht’, ahd. (8. Jh.), mhd. zins ‘Abgabe, Tribut, Pachtgeld, Miete’ und (nd. Lautverhältnissen angeglichenes) asächs. mnd. tins sind entlehnt aus lat. cēnsus ‘Vermögensschätzung, Steuerliste, Vermögen, Besitz, Vermögenssteuer’, spätlat. auch ‘Grundsteuer’; zu lat. cēnsēre (cēnsum) ‘begutachten, schätzen, taxieren, (nach Prüfung aller Umstände) der Meinung sein, (an)raten, beschließen’. Im mittelalterlichen Feudalsystem bezeichnet Zins ‘die dem Lehnsherrn zu leistenden Abgaben an Vieh, Ernteerträgen und (Pacht)geld’. Die finanzwirtschaftliche Bedeutung ‘Entgelt für die Überlassung von Kapital’ (vereinzelt im 14. Jh.) wird im 16. Jh. allgemein; die heute dafür übliche Pluralform Zinsen setzt sich im 18. Jh. durch. verzinsen Vb. ‘Zinsen zahlen’, reflexiv ‘Zinsen einbringen, abwerfen’, mhd. verzinsen ‘den Zins wovon oder wofür bezahlen’, präfigierte Bildung zu heute nur noch im historischen Sinne gebrauchtem zinsen Vb. ‘Steuern, Abgaben, Zins entrichten’, ahd. (9. Jh.), mhd. zinsen ‘den Zins geben, zahlen’, reflexiv ‘Zinsen (ein)bringen’, transitiv ‘als Zins geben, hin-, preisgeben’. Zinseszins m. ‘Verzinsung von Zinsen’ (2. Hälfte 18. Jh.), Zinsenzins (Ende 17. Jh.); vorauf gehen Umschreibungen wie Zins von Zinsen (16. Jh.), Zinß und Zinß Zinsen (Anfang 17. Jh.); in fester Fügung mit Zins und Zinseszins (Mitte 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›zinsen‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zinsen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zinsen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie zinsen die staatlichen Zulagen ab und vergeben ein spezielles Eigenheimzulagedarlehen in entsprechender Höhe.
Der Tagesspiegel, 24.08.2001
Warum fallen in solch einer Situation sowohl die kurz- als auch die langfristigen Zinsen?
Süddeutsche Zeitung, 12.08.2002
So zinst ein »pfhyfer« Frawenbütel dem Rate XX Groschen (1391).
Flade, Ernst: Freiberg. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 14573
Die Leit- zinsen für die Eurozone betragen nun 3,5 (bisher 3,25) Prozent.
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2000
Zitationshilfe
„zinsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zinsen>, abgerufen am 09.08.2020.

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