zittrig

Alternative Schreibungzitterig
GrammatikAdjektiv
Worttrennungzitt-rig · zit-te-rig
Wortzerlegungzittern-ig
eWDG, 1977

Bedeutung

zitternd
Beispiele:
zittrige Bewegungen machen
er unterschrieb mit zittriger Hand, blätterte mit zittrigen Fingern um
eine zittrige (= mit unsicherer, zitternder Hand geschriebene) Schrift haben
Der Graf war alt, schwach, krank, er sprach mit hoher zittriger Greisenstimme [NollHolt2,339]
die arme Person ... ist so zittrig und kann den Löffel nicht recht mehr halten [FontaneStechlinI 5,114]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zittern · zitt(e)rig · erzittern
zittern Vb. ‘durch unwillkürliche Zuckungen geschüttelt werden, große Angst haben’, ahd. zittarōn (Hs. 13. Jh.), mhd. zit(t)ern, engl. (mundartlich) to titter, anord. titra ‘beben, zittern, zwinkern’; vgl. auch (aus dem Mhd.) mnd. sēteren, setteren, zet(t)eren und darauf beruhendes nl. sidderen. Herkunft nicht sicher geklärt. Man kann für germ. *tit(t)rōn (-tr- bleibt im Hd. unverschoben) eine affektisch-lautmalende reduplizierende Präsensbildung germ. *titrōmi bzw. ie. *didrāmi voraussetzen. Damit sind vergleichbar ind. dáridrāti ‘läuft hin und her, schweift herum, ist arm’, eine Intensivbildung zu drā́ti ‘läuft, rennt, eilt’, und griech. apodidrā́skein (ἀποδιδράσκειν) ‘weglaufen, entlaufen, entrinnen’ mit drāsmós (δρασμός) ‘das Ausreißen, Flucht’. Diese führen auf ie. *drā-, eine Erweiterung der Wurzel ie. *der(ə)- ‘laufen, treten, trippeln’ (s. auch ↗Treppe und ↗treten). zitt(e)rig Adj. ‘zitternd’ (Ende 15. Jh.), daneben zitt(e)richt (Ende 15. bis 18. Jh.). erzittern Vb. ‘plötzlich zu zittern beginnen, erbeben, erschüttert werden’, mhd. erziteren, erzittern ‘anfangen zu zittern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
tatterig · ↗tattrig · zitterig · zittrig
Synonymgruppe
schlotterig · ↗schlottrig · zitterig · zittrig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arme Bein Buchstabe Finger Greis Hand Handschrift Knie Linie Schrift Stimme Strich Ton Unterschrift dünn fahrig leicht leise nervös schwach

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zittrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der singende Ton, dem die Welt zu Füßen lag, ist zittrig geworden.
Die Zeit, 21.10.2004, Nr. 44
Wenn man nicht das zweite Tor macht, wird man gegen solche Gegner immer wieder zittrige Phasen überstehen müssen.
Der Tagesspiegel, 17.06.2004
Sind Papas Hände zittrig, oder pumpt sein Blut besonders heftig, da Mamas Finger seine Finger drücken?
Beyer, Marcel: Flughunde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995 [1995], S. 231
Immer wieder wischte er sich mit zittrigen Händen die Stirn.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 270
Natürlich werden dadurch meine geschäftlichen Entscheidungen unsicher, meine Stimme zittrig.
Kafka, Franz: Der Nachbar. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1917], S. 10465
Zitationshilfe
„zittrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zittrig>, abgerufen am 09.12.2019.

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