zotteln

GrammatikVerb · zottelte, ist/hat gezottelt
Aussprache
Worttrennungzot-teln
Wortbildung mit ›zotteln‹ als Letztglied: ↗abzotteln · ↗anzotteln · ↗herumzotteln · ↗hinterherzotteln · ↗nachzotteln · ↗vorbeizotteln
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
mit Hilfsverb ›ist‹
langsam, achtlos, nachlässig gehen, schlendern
Beispiele:
wir zottelten langsam über die Straße
Dann zottelt er ziemlich trübselig und mißvergnügt nach Haus [FalladaBlechnapf281]
2.
mit Hilfsverb ›hat‹
an etw. zottelnan etw. ziehen, zerren
Beispiel:
Johannes zottelte an dem Pferdekopf [WelkHeiden87]
3.
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. irgendwohin zottelnetw. langsam irgendwohin schleppen, zerren
Beispiel:
Die Winde der Zugmaschine zottelte mit einem Stahlseil den Koloß über wuchtige Eisenträger an Ort und Stelle [Tageszeitung1963]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zotte · Zottel · Zottelbär · zotteln · zottig
Zotte f. ‘(verfilztes, durch Schmutz verklebtes) Haarbüschel, Fetzen, liederliche Frau’, ahd. zata f., zato m. (9. Jh.), zota f., zoto m. (10. Jh.) ‘Pferdemähne, buschiges Kopfhaar’, mhd. zote, zotte f. m. ‘was zottig herabhängt, Büschel, Flausch’, nd. Tot, nl. tod, todde ‘Fetzen, Lumpen’, engl. (älter, wohl aus dem Nl.) tod ‘Busch, Gebüsch, Ballen (Heu, Wolle)’, anord. toddi ‘Stückchen’ sowie schwed. (mundartlich) tuddug ‘zottig’, aengl. tætteca ‘Lumpen, Fetzen’, anord. tǫturr ‘Lumpen, Fetzen’ werden wie ↗Zettel und die dort verzeichneten Formen an eine t-Erweiterung der Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ angeschlossen. Zotte ist eigentlich ‘das herabhängende Büschel, Fetzen’. Die Formen mit tt- oder dd-Geminate sind expressiver Herkunft. Zottel f. ‘durch Schmutz verklebte Haare, Wollbüschel, Quaste, Troddel’ (15. Jh.). Zottelbär m. ‘Bär mit langhaarigem, zottigem Fell’ (18. Jh.). zotteln Vb. ‘in Fetzen hängen, mit schmutzigen, herunterhängenden Kleidern gehen, langsam, nachlässig, ohne Ziel daherschlendern, -trotteln’ (16. Jh.), Iterativbildung neben ahd. nāhzotten ‘hinterherlaufen’ (11. Jh.), mhd. zoten, frühnhd. zoten, zotten ‘in Zotteln niederhängen, langsam gehen, schlendern’; vgl. mnd. toddelen ‘in Zotten, in einzelnen Teilen herabfallen’. zottig Adj. ‘mit Zotten behaftet, büschelig (von Haar und Fell), unordentlich, verwildert’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bummeln · gemütlich gehen · langsam gehen · ↗schlendern · ↗trollen · ↗trotten · zotteln
Assoziationen
  • (gemütlich) hinterhergeschlendert kommen · (in aller Ruhe) hinterhertrollen · hinterhergeschlichen kommen · ↗hinterhertrotten · langsam hinterherkommen  ●  hinterhergezottelt kommen  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich gab dem Mann all meine Münzen, und er zottelte tatsächlich los.
Der Tagesspiegel, 10.11.2004
Mit dickem Kopf zottelte Otto Hardekopf an diesem schicksalsschweren Tag nach Hause.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 273
Der schwarze Vogel zottelt noch Schnell ein Fleisch aus dem frischrasierten Rasen.
Die Zeit, 19.08.1983, Nr. 34
Frage man nicht lange, so zottelten sie wie die Schafe dem Hammel nach.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 6155
Da zottelt er nebenher, eigentlich ein hübscher Mensch mit seinem gewellten, blonden Haar, aber nichts im Schädel als seine Schweinereien.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 245
Zitationshilfe
„zotteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zotteln#1>, abgerufen am 26.08.2019.

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zotteln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzot-teln
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich in Zotteln herabhängen
Beispiel:
Dicke Augenbrauen zottelten über den braunen Augen [Feuchtw.Tag419]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zotte · Zottel · Zottelbär · zotteln · zottig
Zotte f. ‘(verfilztes, durch Schmutz verklebtes) Haarbüschel, Fetzen, liederliche Frau’, ahd. zata f., zato m. (9. Jh.), zota f., zoto m. (10. Jh.) ‘Pferdemähne, buschiges Kopfhaar’, mhd. zote, zotte f. m. ‘was zottig herabhängt, Büschel, Flausch’, nd. Tot, nl. tod, todde ‘Fetzen, Lumpen’, engl. (älter, wohl aus dem Nl.) tod ‘Busch, Gebüsch, Ballen (Heu, Wolle)’, anord. toddi ‘Stückchen’ sowie schwed. (mundartlich) tuddug ‘zottig’, aengl. tætteca ‘Lumpen, Fetzen’, anord. tǫturr ‘Lumpen, Fetzen’ werden wie ↗Zettel und die dort verzeichneten Formen an eine t-Erweiterung der Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’ angeschlossen. Zotte ist eigentlich ‘das herabhängende Büschel, Fetzen’. Die Formen mit tt- oder dd-Geminate sind expressiver Herkunft. Zottel f. ‘durch Schmutz verklebte Haare, Wollbüschel, Quaste, Troddel’ (15. Jh.). Zottelbär m. ‘Bär mit langhaarigem, zottigem Fell’ (18. Jh.). zotteln Vb. ‘in Fetzen hängen, mit schmutzigen, herunterhängenden Kleidern gehen, langsam, nachlässig, ohne Ziel daherschlendern, -trotteln’ (16. Jh.), Iterativbildung neben ahd. nāhzotten ‘hinterherlaufen’ (11. Jh.), mhd. zoten, frühnhd. zoten, zotten ‘in Zotteln niederhängen, langsam gehen, schlendern’; vgl. mnd. toddelen ‘in Zotten, in einzelnen Teilen herabfallen’. zottig Adj. ‘mit Zotten behaftet, büschelig (von Haar und Fell), unordentlich, verwildert’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bummeln · gemütlich gehen · langsam gehen · ↗schlendern · ↗trollen · ↗trotten · zotteln
Assoziationen
  • (gemütlich) hinterhergeschlendert kommen · (in aller Ruhe) hinterhertrollen · hinterhergeschlichen kommen · ↗hinterhertrotten · langsam hinterherkommen  ●  hinterhergezottelt kommen  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich gab dem Mann all meine Münzen, und er zottelte tatsächlich los.
Der Tagesspiegel, 10.11.2004
Mit dickem Kopf zottelte Otto Hardekopf an diesem schicksalsschweren Tag nach Hause.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 273
Der schwarze Vogel zottelt noch Schnell ein Fleisch aus dem frischrasierten Rasen.
Die Zeit, 19.08.1983, Nr. 34
Frage man nicht lange, so zottelten sie wie die Schafe dem Hammel nach.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 6155
Da zottelt er nebenher, eigentlich ein hübscher Mensch mit seinem gewellten, blonden Haar, aber nichts im Schädel als seine Schweinereien.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 245
Zitationshilfe
„zotteln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zotteln#2>, abgerufen am 26.08.2019.

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