Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zu kurz kommen

Grammatik Mehrwortausdruck
Aussprache 
Hauptbestandteile kurz kommen
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

etw., jmd. kommt (bei etw.) zu kurzvernachlässigt, benachteiligt werden; nicht die nötige Beachtung erhalten
Kollokationen:
mit Adverbialbestimmung: immer, oft zu kurz kommen; etwas, viel zu kurz kommen
Beispiele:
Oft kommt bei der Versorgung durch den Hausarzt einiges zu kurz, da ein sehr breites Spektrum abgedeckt werden muss. [aerzte.de, 15.09.2020, aufgerufen am 18.09.2020]
Studentenvertreter anderer Hochschulen befürchten außerdem, durch die gezielte Förderung der Forschung könnte die Lehre zu kurz kommen. [Forschung & Lehre, 15.09.2020, aufgerufen am 18.09.2020]
Bewegung kommt im Alltag von Kindern und Jugendlichen laut Studie entschieden zu kurz. [Die Welt, 16.03.2018]
Man kann es gar nicht oft genug betonen, dass gerade beim Motorradfahren die Sicherheit niemals zu kurz kommen darf. [Preisheld, 12.11.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Trotz all der Reisen habe ich es immer geschafft, meine Kinder ganz viel zu sehen. Zu kurz gekommen sind nur die Beziehungen, deswegen haben sie oft auch nicht lange gehalten. [Süddeutsche Zeitung, 25.01.2013]
Da ich die Jüngste war, wurde mir das Essen natürlich ganz zuletzt gereicht, wodurch ich immer zu kurz kam und bei dem Serviertempo nie richtig satt wurde. [Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 13]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
benachteiligt werden · das Nachsehen haben · ins Hintertreffen geraten · leer ausgehen · nicht berücksichtigt werden (verhüllend) · nichts abbekommen · schauen (können) wo man bleibt · schlecht wegkommen (bei) · sehen (können) wo man bleibt  ●  durch den Rost fallen  fig. · durchs Gitter fallen  fig. · (einfach) Pech gehabt haben  ugs. · am Katzentisch sitzen  ugs., fig. · gekniffen sein  ugs., fig. · hinten rüber fallen  ugs., fig. · in die Röhre gucken  ugs., fig. · in die Röhre schauen  ugs., fig. · zu kurz kommen  ugs. · zusehen (können) wo man bleibt  ugs.
Assoziationen
  • benachteiligen · diskriminieren · ungleich behandeln
  • keine Handhabe haben (, um gegen jemanden / etwas vorzugehen) · nichts machen können · nichts tun dürfen (in einer Sache) · nichts unternehmen dürfen (in) · tatenlos zusehen müssen  ●  (jemandem) sind die Hände gebunden fig. · (aber) gut, dass wir (mal) d(a)rüber gesprochen haben ugs., Spruch, zynisch
  • (jemandem) keine Vorteile bringen · (jemandem) keinen Vorteil bringen · (jemandem) nichts einbringen · nichts herausspringen (für)  ●  (jemand) hat nichts von (etwas) ugs. · (jemandem) nichts bringen ugs. · seine Zeit schon sinnvoller verbracht haben ugs., Spruch, ironisch · uninteressant sein (für) ugs.
  • (den) Anschluss verlieren · (den) Anschluss verpassen · an Boden verlieren · in Rückstand geraten · ins Hintertreffen geraten · nachlassen · nicht Schritt halten (können) · nicht hinterherkommen · nicht mitkommen · nicht nachkommen · zurückbleiben · zurückfallen  ●  abgehängt sein fig. · abgehängt werden fig. · absteigen fig. · hinterherhinken fig. · nicht mithalten (können) Hauptform · (ganz schön) alt aussehen ugs., salopp, fig. · abbleiben ugs. · auf der Strecke bleiben ugs. · blass vor Neid werden ugs., fig.
  • (sich) umsonst anstrengen · (sich) vergeblich abmühen · keine Chance haben (gegen)  ●  nicht punkten können fig. · (mit etwas ist) kein Blumentopf zu holen ugs., fig. · (sich) die Zähne ausbeißen ugs., fig. · auf Granit beißen ugs., fig. · auf keinen grünen Zweig kommen ugs., fig. · kein Bein auf die Erde kriegen ugs., fig. · keine Schnitte kriegen ugs., fig. · keinen Blumentopf gewinnen können (mit) ugs., fig. · keinen Fuß auf die Erde kriegen ugs., fig. · keinen Stich bekommen ugs., fig., variabel · keinen Stich haben ugs., fig., variabel · keinen Stich holen ugs., fig., variabel · keinen Stich landen ugs., fig., variabel · keinen Stich machen ugs., fig., variabel
  • auf der Schattenseite des Lebens (stehen) · nicht auf der Sonnenseite des Lebens (geboren) · sozioökonomisch benachteiligt · wirtschaftlich benachteiligt · zu kurz gekommen (sein)  ●  (sozial) benachteiligt (sein) Hauptform
  • (einfach) Pech gehabt haben · ein Problem haben · in (echten) Schwierigkeiten sein  ●  arm dran sein ugs. · gekniffen sein ugs. · in den Arsch gekniffen sein ugs.
  • (nur) ein dummes Gesicht machen  ●  am Arsch des Propheten sein derb, scherzhaft, sarkastisch · angeschmiert sein ugs. · belämmert dastehen ugs. · blöd dastehen ugs. · der Angeschmierte sein ugs. · der Blöde sein ugs. · der Dumme sein ugs. · der Gelackmeierte sein ugs. · die Arschkarte (gezogen) haben ugs., fig. · die Blöde sein ugs. · dumm dastehen ugs., fig.
  • Einbußen erleiden · Nachteile hinnehmen müssen  ●  Haare lassen (müssen) fig.
  • als letzter bedient werden · warten müssen, bis man an der Reihe ist  ●  (sich) hinten anstellen müssen auch figurativ · als letzter drankommen ugs. · noch lange nicht dran sein ugs. · warten müssen, bis man dran ist ugs. · warten müssen, bis man drankommt ugs.
Synonymgruppe
(es gibt) nicht viel(e) · (es gibt) zu wenig(e) · es fehlt an · fehlen (inhaltlich) · zu kurz kommen  ●  Mangelware (sein)  fig. · auf sich warten lassen  fig. · mit der Lupe zu suchen sein  fig.
Assoziationen
Zitationshilfe
„zu kurz kommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zu%20kurz%20kommen>.

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