zuckeln

GrammatikVerb · zuckelte, ist gezuckelt
Worttrennungzu-ckeln
Wortbildung mit ›zuckeln‹ als Letztglied: ↗entlangzuckeln · ↗vorbeizuckeln · ↗weiterzuckeln
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich sich stoßweise, langsam fortbewegen
Beispiel:
ein Pferdewagen zuckelte gemächlich über die Kreuzung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zucken · zuckeln · zockeln · Zuckung
zucken Vb. ‘eine kurze, schnelle, ruckartige Bewegung machen’, besonders von unwillkürlichen Muskelbewegungen (17. Jh.). Ahd. (9. Jh.), mhd. zucken ‘schnell und mit Gewalt ziehen, schnell ergreifen, an sich reißen, weg-, entreißen’, mnd. mnl. tucken, tocken ‘zucken, zappeln, zucken machen, rasch ziehen’, engl. (aus dem Mnd. oder Mnl.) to tuck ‘wegstecken, zusammenziehen’ ist eine Intensivbildung (germ. *tukkjan) zu dem unter ↗ziehen (s. d.) behandelten Verb. Der bei dem jan-Verb zu erwartende Umlaut wird zunächst von kk verhindert, begegnet dann im Mhd. (vereinzelt und nur md.) und gelegentlich im Mnd. (s. ↗zücken). Doch bleibt die umlautlose Form (wie bei anderen Intensiva) im Nhd. erhalten. Vom 17. Jh. an bezeichnet zucken ruckartige Bewegungen von Gliedmaßen, Körperteilen (vgl. die Achsel(n) zucken), besonders heftige, plötzliche Muskelbewegungen. Damit wird die alte Bedeutung ‘schnell ziehen’ aufgegeben; sie wird jedoch von ↗zücken weitergeführt, von dem sich zucken damit semantisch trennt. Dazu die Iterativbildung zuckeln, zockeln Vb. ‘sich langsam, müde fortbewegen’ (18. Jh.). Zuckung f. ‘kurze, ruckartige, krampfartige Bewegung’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) dahinschleppen · (sich) mit schleppendem Gang fortbewegen · ↗(sich) schleppen · schleppend gehen · ↗schlurfen · schlurfend gehen · ↗trotten  ●  ↗kriechen  fig. · ↗latschen  ugs. · ↗schlappen  ugs. · ↗trödeln  ugs. · ↗zockeln  ugs. · zuckeln  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autobahn Bus Dampflok Gleis Landschaft Landstraße Pferdefuhrwerk Schritttempo Straßenbahn Stundenkilometer Tempo Traktor dahin dahinzuckeln entgegen entlang gemächlich gemütlich her herzuckeln hin hinauf hinterher hinterherzuckeln los quer ruckeln vorbei vorüber zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zuckeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Züge zuckeln gemächlich von Station zu Station, noch langsamer als vor den Spielen.
Süddeutsche Zeitung, 27.09.2000
Ob wir jemals damit en masse über die Straße zuckeln werden?
Die Zeit, 12.09.2011, Nr. 37
Auf hölzernen Bänken sitzend zuckelt nun jedermann beglückt ins Städtchen.
Der Tagesspiegel, 09.02.2002
Gewohnheitsmäßig zuckeln sie mit der Herde immer über die gleichen Wege.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 144
Wir zuckelten zum Hafen, aber diesmal zum Stadtnäheren Mittelteil des Hafens.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 29
Zitationshilfe
„zuckeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zuckeln>, abgerufen am 23.07.2019.

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