Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zufallen

Grammatik Verb · fällt zu, fiel zu, ist zugefallen
Aussprache 
Worttrennung zu-fal-len
Wortzerlegung zu- fallen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. fällt zuetw. schließt sich von selbst, ohne Zutun eines Menschen
Beispiele:
eine Tür fällt zu
ihm fielen vor Müdigkeit die Augen zu
2.
jmdm. fällt etw. zu
a)
etw. geht in jmds. Eigentum über
Beispiel:
dieses Grundstück ist ihm durch seine Heirat, als Erbteil zugefallen
b)
jmd. muss etw. als Aufgabe übernehmen
Beispiel:
jmdm. fällt eine Aufgabe, Rolle, viel Arbeit zu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Zufall · zufallen · zufällig
Zufall m. ‘unerwartetes, unvorhergesehenes Geschehen’ (vorgebildet im 16. Jh., geläufig seit 17. Jh.), frühnhd. ‘starkes Andrängen, Zulauf, Parteinahme, Beistand, Beifall, Ereignis, Vorkommnis’ und ‘jmdm. zufallender Besitz, Vorteil’ (15. Jh.), mhd. zuoval ‘Anfall, Angriff, das Zuteilwerden’, mnd. tōval, nl. toeval, Verbalabstraktum zu zufallen (s. unten). Schon früh steht das Substantiv als Entsprechung von lat. accidēns n. ‘das Unwesentliche, Äußere, Zufall, unglückliches Ereignis’, spätlat. ‘Krankheitserscheinung’, mlat. auch ‘Eigenschaft, Merkmal’ (substantiviertes Part. Präs. von lat. accidere ‘auf etw. niederfallen, zu etw. hindringen, geschehen, ablaufen, widerfahren’); zuerst bei den mhd. Mystikern ‘was als Äußerliches zum Wesen hinzukommt, das Nicht-Ursprüngliche’ (Seuse, Tauler), dann in den Naturwissenschaften ‘die Stoffe unterscheidende Eigenschaft’ (16. Jh.), in der Medizin ‘von außen kommende krankhafte Störung, Krankheitserscheinung, Symptom’ (16. Jh.), auch ‘Anfall’ (17. Jh.). zufallen Vb. ‘zuteil werden, (als Anteil, durch Erbschaft) zugesprochen werden’, frühnhd. auch ‘hinzukommen, auf etw. niederfallen, sich jmdm. anschließen, beistimmen’, mhd. zuovallen ‘hinzukommen, zuteil werden, sich ereignen’, mnd. tōvallen; zur Herkunft s. fallen. zufällig Adj. ‘vom Zufall bestimmt, unvorhergesehen’ (17. Jh.), frühnhd. ‘hinzukommend, zugehörig, nicht wesentlich’, mhd. zuovellic ‘nicht wesentlich, sekundär’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anheimfallen · zufallen · zufließen · zukommen · zuteil werden  ●  in den Schoß fallen  fig.
Synonymgruppe
in (jemandes) Besitz gelangen · in (jemandes) Besitz kommen  ●  (jemandem) zufallen  geh. · (jemandem) zuteil werden  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
ins Schloss fallen (Tür) · plötzlich zugehen · zufallen (Tür) · zufliegen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(jemandem) zufallen  ●  (jemandem) zuwachsen  geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›zufallen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zufallen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zufallen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um dieselbe Zeit ist dem Reich ein weiterer Erfolg zugefallen. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. III. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 29891]
Manchmal sind ihm am Montag in der Schule fast die Augen zugefallen. [Die Zeit, 12.10.2009, Nr. 41]
Kurz nach dem Start fallen ihm immer wieder die Augen zu. [Die Zeit, 17.09.2007, Nr. 38]
Mir fallen die Augen zu und doch möchte ich in der Zeit nicht untätig dasitzen. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 16.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Doch nun fallen uns endlich die Augen zu, und unser Märchen fängt an! [Die Zeit, 31.07.1995, Nr. 31]
Zitationshilfe
„zufallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zufallen>.

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