zufrieden

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungzu-frie-den
Wortbildung mit ›zufrieden‹ als Erstglied: ↗zufriedengeben · ↗zufriedenlassen · ↗zufriedenstellen
 ·  mit ›zufrieden‹ als Letztglied: ↗hochzufrieden  ·  mit ›zufrieden‹ als Grundform: ↗Zufriedenheit
eWDG, 1977

Bedeutung

mit dem Gegebenen, den Verhältnissen und Bedingungen, dem Vorhandenen und Erreichten einverstanden, ohne besondere Wünsche, befriedigt
Beispiele:
ein zufriedener Mensch
er ist eine heitere, zufriedene Natur
ein zufriedenes Gemüt haben
mit sich (und der Welt) zufrieden sein
er ist mit dem neuen Fernsehgerät, der neuen Sekretärin sehr zufrieden
er ist zufrieden, wenn er sein Essen und Trinken hat
er sah zufrieden aus, fühlte sich zufrieden
er ist nie mit sich zufrieden
zufrieden lächeln
gehoben ich bin es zufrieden (= mir ist es recht, ich bin einverstanden)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Friede · Frieden · befrieden · befriedigen · umfrieden · einfriedigen · friedlich · friedfertig · zufrieden · Zufriedenheit · Unzufriedenheit · unzufrieden
Friede, Frieden m. ‘Zustand der Ruhe, Harmonie, Beilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung’, älter auch ‘geschütztes, umzäuntes Gebiet’. Ahd. fridu (8. Jh.), mhd. vride, vrit, asächs. friðu, mnd. mnl. vrēde, nl. vrede, aengl. friþu, friþ, anord. friðr, schwed. frid (germ. *friþu-) ist ein mit ie. tu-Suffix gebildetes Verbalabstraktum im Sinne von ‘Zustand der Schonung, des Wohlwollens’ zu der unter ↗frei (s. d.) angegebenen Wurzel. Der ehemalige stark flektierende u-Stamm tritt im Mhd. teilweise zur konsonantischen Flexion über, so daß Doppelformen entstehen, z. B. Genitiv Friedes und Friedens (noch bei Adelung), Dativ und Akkusativ Friede und Frieden (bis heute); auslautendes -n der schwachen obliquen Kasus dringt seit dem 18. Jh. in den Nominativ und ergibt auch hier die Doppelform Friede und Frieden. befrieden Vb. ‘beruhigen, friedlich stimmen, den Friedenszustand herbeiführen’, mhd. bevriden ‘Friede, Schutz verschaffen, einzäunen’; vgl. ahd. fridōn ‘schützen, schonen’ (9. Jh.), gifridōn (um 1000), mhd. vriden ‘Frieden bringen, friedlich beilegen, schützen, erhalten, einen Zaun machen’. befriedigen Vb. ‘beschützen’ (15. Jh.), ‘versöhnen, begütigen, zufriedenstellen’ (16. Jh.). umfrieden Vb. ‘umgeben, einzäunen’, mhd. umbevriden; dann umfriedigen (16. Jh.). einfriedigen Vb. (17. Jh.). friedlich Adj. ‘ruhig, um Frieden bemüht’, mhd. vridelich, auch ‘Schutz gewährend’; vgl. ahd. fridulīhho Adv. (11. Jh.). friedfertig Adj. ‘friedliebend, friedlich’ (16. Jh.). zufrieden Adj. ‘mit sich und der Welt in Einklang, einverstanden’, zusammengezogen aus der präpositionalen Fügung zu Frieden, zunächst in Verbindung mit Verben der Richtung (z. B. setzen, stellen, kommen), seit dem 16. Jh. als Adverb (vgl. noch zufriedengeben, zufriedenlassen), seit dem 17. Jh. auch als Adjektiv gebraucht und flektiert. Zufriedenheit f. Unzufriedenheit f. (17. Jh.), unzufrieden Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
froh · ↗glücklich · zufrieden  ●  ↗happy  ugs., engl.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
befriedigt · gesättigt · ↗satt · ↗saturiert · zufrieden

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gesicht Kunde Lächeln Trainer dennoch durchaus einigermaßen feststellen geben glücklich höchst ich insgesamt lächeln nicht nicken nie rundum schon sehr stellend trotzdem vollauf wir zeigen zufrieden zurücklehnen äußern äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zufrieden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hatte kein Interesse daran, eine Entscheidung zu treffen; ich war mit den Dingen zufrieden, wie sie waren.
Der Spiegel, 01.08.1988
Aber es ist nicht bereit, sich mit weniger Sicherheit zufrieden zu geben als die anderen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Wenn ich die Couch hier haben darf, bin ich vollauf zufrieden.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 397
Selbst wenn das stimmen würde, könnte Frankreich damit zufrieden sein.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1263
Aber ein gewisser zufriedener Stolz bleibt doch in ihm zurück!
Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 109
Zitationshilfe
„zufrieden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zufrieden>, abgerufen am 17.09.2019.

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