zukünftig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungzu-künf-tig
GrundformZukunft
Wortbildung mit ›zukünftig‹ als Grundform: ↗Zukünftige
eWDG, 1977

Bedeutung

in der Zukunft eintretend oder vorhanden, künftig
Beispiele:
die zukünftige Entwicklung, Gesellschaft
ein zukünftiges Ereignis
zukünftige Zeiten, Generationen
sie trainiert für zukünftige Meisterschaften
dieser Dichter ist der Tradition und dem Zukünftigen verpflichtet
in die Zukunft weisend
Beispiel:
wieweit es einem schweizerischen Städtebauer überhaupt möglich ist, kühn zu sein, zukünftig zu sein [FrischStiller326]
auf dem künftigen Lebensweg eines Menschen eintretend oder vorhanden
Beispiele:
sein zukünftiger Beruf, Arbeitsplatz, Wohnort, sein zukünftiges Leben
seine zukünftige Frau, Schwiergertochter, seine zukünftigen Schwiegereltern
umgangssprachlichihr Zukünftiger, seine Zukünftige (= ihr Verlobter, seine Verlobte)
von nun an, künftig
Grammatik: adverbiell
Beispiel:
zukünftig werde ich von dieser Möglichkeit Gebrauch machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kommen · Kunft · Abkunft · Ankunft · Auskunft · Auskunftei · Einkünfte · Herkunft · Niederkunft · Übereinkunft · Unterkunft · Zukunft · zukünftig · Zusammenkunft · abkommen · Abkommen · Abkomme · abkömmlich · ankommen · Ankömmling · aufkommen · auskommen · Auskommen · auskömmlich · einkommen · Einkommen · entkommen · herkommen · Herkommen · herkömmlich · nachkommen · Nachkomme · Nachkommenschaft · Nachkömmling · niederkommen · übereinkommen · überkommen · überkommen · umkommen · unterkommen · verkommen · Verkommenheit · vorkommen · Vorkommnis · zukommen
kommen Vb. ‘sich einem Ort nähern, sich von einem Ort hierher begeben, einen Ort erreichen, eintreffen, erscheinen’, ahd. queman (8. Jh.), mhd. (mit Verschmelzung von u und e zu o) komen, asächs. kuman, mnd. kōmen, kāmen, kommen, mnl. cōmen, nl. komen, afries. kuma, koma, aengl. cuman, engl. to come, got. qiman, anord. koma, schwed. komma (germ. *kweman) führt mit aind. gámati ‘geht’, toch. A käm-, kam-, kum-, toch. B kä(n)m-, kam-, śem- ‘kommen’, griech. bá͞inein (βαίνειν) ‘gehen’, lat. venīre ‘kommen’, lit. gim̃ti ‘zur Welt kommen, geboren werden, entstehen’ auf eine Wurzel ie. *gu̯em- ‘gehen, kommen, zur Welt kommen, geboren werden’. Im Dt. ist der ursprüngliche Anlaut qu- (germ. kw-) im Verbaladjektiv ↗bequem (s. d.) erhalten. Kunft f. ‘das Kommen, Ankommen’ (selbständiges Substantiv bis ins 19. Jh.), ahd. kumft (8. Jh.), kunft (9. Jh.), mhd. kumft, kunft ‘Ankunft, das Kommen, Eintreffen, Zukunft, das Zukünftige’ neben mnd. kumpst, kumst, komst, mnl. comst, nl. komst sind Abstrakta mit sti-Suffix (vgl. auch mit ti-Suffix got. gaqumþs ‘Zusammenkunft, Versammlung’), wobei im Hd. -s- in -f- übergeht mit nachfolgendem Wandel von m zu n; daran anschließend die Ableitung ↗künftig (s. d.). Im frühen 19. Jh. wird das Substantiv in freier Verwendung aufgegeben, bleibt jedoch als Grundwort von Komposita erhalten. Abkunft f. ‘Abstammung, Herkunft’, älter ‘Nachkommenschaft’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Ertrag’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘Übereinkunft’ (18. Jh.). Ankunft f. ‘Herkunft, Ursprung, das Ankommen, Eintreffen’ (2. Hälfte 15. Jh.). Auskunft f. ‘Information, Mitteilung, Antwort’ (18. Jh.), ‘das Herauskommen, Ergebnis’ (17. Jh.), ‘das Ausfließen’ (15. Jh.); Auskunftei f. ‘Auskunftsbüro’ (19. Jh.). Einkünfte Plur. ‘Ertrag, Gewinn, Verdienst’ (16. Jh.); vgl. mhd. īnkumft ‘Eintreffen, Ankunft’. Herkunft f. ‘Brauch, Herkommen’ (17. Jh.), ‘Abstammung’ (16. Jh.); vgl. mnd. hērkum(p)st ‘Herkommen, Abstammung, Brauch’. Niederkunft f. ‘Zeit, Vorgang der Entbindung’ (Ende 17. Jh.). Übereinkunft f. ‘Einigung, Übereinstimmung’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Vertrag, Absprache, Abmachung’ (18. Jh.). Unterkunft f. ‘Obdach, Wohnung, Quartier’ (1. Hälfte 19. Jh.). Zukunft f. ‘die noch bevorstehende, die kommende Zeit’, ahd. zuokumft ‘Herankunft, Ankunft’ (10. Jh.), mhd. zuokumft, zuokunft ‘das (Herzu)kommen, Ankunft, Verfolgung, Zukunft’, bis zu Beginn des 17. Jhs. auch im räumlichen Sinne; zukünftig Adj. ‘zeitlich bevorstehend, in der Zukunft stattfindend’, ahd. zuokumftīg ‘ankommend’ (9. Jh.), mhd. zuokünftic ‘(heran)kommend, künftig, noch zu erwarten’ (im räumlichen Sinne bis 16. Jh.). Als grammatischer Terminus zuekünftig zeit (um 1400) für mlat. (tempus) futurum; dafür (2. Hälfte 18. Jh.) Zukunft (s. ↗Futur). Zusammenkunft f. ‘Treffen, Versammlung’ (16. Jh.). abkommen Vb. ‘sich entfernen, frei-, loskommen’, ahd. abaqueman ‘vergehen’ (11. Jh.), mhd. abekomen ‘von etw. loskommen’; Abkommen n. ‘Übereinkunft, Vertrag’ (2. Hälfte 17. Jh.), zuvor ‘Abstammung, Herkunft’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abkomme m. ‘Nachkomme’ (Mitte 18. Jh.); abkömmlich Adj. ‘entbehrlich’ (1. Hälfte 19. Jh.). ankommen Vb. ‘über einen kommen, ergreifen, eintreffen’, ahd. anaqueman (9. Jh.), mhd. anekomen ‘über einen kommen, hereinbrechen, anfangen, angreifen’; Ankömmling m. ‘neu Hinzukommender’ (17. Jh.); vgl. ahd. quemiling (um 1000), mhd. komelinc, kumelinc ‘Fremdling’. aufkommen Vb. ‘entstehen, sich bilden, sich erheben’, ahd. ūfqueman ‘heraufkommen, auftauchen, entstehen’ (8. Jh.), mhd. ūfkomen ‘in die Höhe kommen, stark werden, heranwachsen, entspringen, am Leben bleiben’. auskommen Vb. ‘zurechtkommen, reichen’, ahd. ūʒqueman ‘herauskommen’ (9. Jh.), mhd. ūʒkomen ‘herauskommen, entstehen, Gewohnheit werden, sich verbreiten’, frühnhd. ‘mit Geldmitteln reichen, sich vertragen’ (15. Jh.); Auskommen n. ‘Lebensunterhalt, Einverständnis’, frühnhd. ‘Einkommen’; auskömmlich Adj. ‘genügend, ausreichend’ (17. Jh.). einkommen Vb. ‘als Gewinn eingehen, sich mit etw. an jmdn. wenden’, ahd. inqueman ‘eindringen, eintreten’ (9. Jh.), mhd. īnkomen; Einkommen n. ‘ständige Einnahme, Gehalt’, mhd. īnkomen ‘Eintreffen, Ankunft’. entkommen Vb. ‘entgehen, -fliehen, -weichen’, mhd. entkomen. herkommen Vb. ‘hierherkommen’, frühnhd. ‘abstammen’, ahd. heraqueman ‘herkommen’ (9. Jh.), mhd. herkomen; vgl. mhd. herkomen Part.adj. ‘aus der Fremde gekommen’; Herkommen n. ‘Herkunft, Abstammung, Brauch, Sitte, Überlieferung’ (15. Jh.); herkömmlich Adj. ‘der Herkunft gemäß, gebräuchlich, überliefert’ (18. Jh.). nachkommen Vb. ‘später kommen’, ahd. nāhqueman ‘nachfolgen’ (um 1000), mhd. nāchkomen ‘nachfolgen’; Nachkomme m. ‘Verwandter in absteigender Linie’, mhd. nāchkome ‘Nachfolger, Nachkomme’; vgl. gleichbed. ahd. afterquemo (10. Jh.); Nachkommenschaft f. ‘Gesamtheit der Nachkommen’ (17. Jh.); Nachkömmling m. ‘nachgeborenes Kind, Nachzügler’, mhd. nāchkomelinc ‘Nachfolger, Nachkömmling’. niederkommen Vb. ‘gebären’ (vgl. mhd. kindes niderkomen), ahd. nidarqueman ‘herabsteigen, fallen’ (um 800), mhd. niderkomen ‘herabfallen, herunterfallen, zu Bett gehen, sich hinlegen’ (seit frühnhd. Zeit auf das Kindbett eingeengt). übereinkommen Vb. ‘sich mit jmdm. einigen’, frühnhd. ‘zusammenfallen, mit jmdm. einig, zufrieden werden’. überkommen Vb. (von Gefühlen, Empfindungen) ‘ergreifen’, älter ‘über etw. kommen, es in seine Gewalt bringen’, ahd. ubarqueman ‘überraschen, überwinden, besiegen’ (8. Jh.), mhd. überkomen ‘hinüberkommen, die Oberhand behalten, verabreden, übereinkommen, zu etw. gelangen, überfallen, bezwingen, überstehen’; überkommen Part.adj. ‘überliefert, vererbt’ (16. Jh.). umkommen Vb. ‘ums Leben kommen, sterben, verderben’, mhd. umbekomen ‘vorüber-, zu Ende gehen, sterben’; vgl. ahd. umbiqueman ‘herumgehen, umringen’ (8. Jh.). unterkommen Vb. ‘Aufnahme, Obdach, Anstellung finden’, umgangssprachlich auch ‘vorkommen’ (Anfang 17. Jh.), ahd. untarqueman (9. Jh.), mhd. underkomen ‘dazwischentreten, verhindern’. verkommen Vb. ‘den inneren Halt verlieren, verwahrlosen’, älter ‘vergehen’, mhd. verkomen ‘vorübergehen, zu Ende gehen, vergehen’; Verkommenheit f. ‘sittlicher Niedergang, Verwahrlosung’ (19. Jh.). vorkommen Vb. ‘nach vorn kommen, zum Vorschein kommen, sich ereignen, geschehen, vorhanden sein’, ahd. furiqueman ‘zuvor-, herauskommen, zutage treten’ (8. Jh.), mhd. vorkomen ‘erscheinen, offenbar werden’; Vorkommnis n. ‘Vorfall’ (19. Jh.). zukommen Vb. ‘gebühren, zustehen, passend sein’, älter auch ‘sich auf etw. zubewegen, sich nähern, Nutzen haben, mit etw. genug haben’, ahd. zuoqueman ‘herannahen, hinzukommen’ (8. Jh.), mhd. zuokomen ‘eintreffen, erscheinen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bevorstehend · in Zukunft · in nicht allzu ferner Zukunft · kommend · künftig · ↗nächstens · zukünftig  ●  ↗demnächst  Hauptform · ↗dereinst  schweiz.
Assoziationen
  • Knall auf Fall · von einem Augenblick auf den anderen · von einem Augenblick zum anderen · von einem Moment auf den andren · von einem Moment zum anderen · von einer Sekunde zur anderen · von heute auf morgen · von jetzt auf gleich
  • auf der Stelle · ↗augenblicklich · ↗direkt · ↗fristlos · ↗geradewegs · ↗instantan · ohne Umwege · ohne Zeitverzug · ↗postwendend · ↗prompt · schleunigst · ↗sofort · ↗sogleich · ↗stracks · ↗umgehend · ↗unmittelbar  ●  ↗stante pede  lat. · ↗unverzüglich  Hauptform · ↗(jetzt) gleich  ugs. · ↗alsbald  geh. · am besten gestern  ugs. · auf dem Fuß folgend  ugs. · ↗schnurstracks  ugs. · stehenden Fußes  geh. · ↗ungesäumt  geh., veraltend
  • ab hier · ab jetzt · ab sofort · ↗fortan · in Zukunft · künftig · ↗nunmehr · von hier an · von nun an  ●  von jetzt an  Hauptform · ↗fürderhin  geh., veraltet · von Stund an  geh., veraltend
  • bald · binnen kurzem · in Kurzem · in Kürze · in absehbarer Zeit · in allernächster Zeit · in der nächsten Zeit · in naher Zukunft · in nächster Zeit · jetzt allmählich · jetzt bald · ↗kurzfristig · nicht mehr lang hin (sein) · nicht mehr lange (dauern) · ↗zeitnah  ●  in Bälde (auch humor.)  geh. · ↗schnellstmöglich  ugs.
  • in den kommenden Tagen · in den nächsten Tagen · in den nächsten paar Tagen · in diesen Tagen  ●  die Tage  ugs., regional · dieser Tage  geh., Papierdeutsch · nächste Tage  ugs., regional
  • bei späterer Gelegenheit · ↗demnächst · ↗später · zu einem späteren Zeitpunkt
  • baldigst · ↗baldmöglichst · bei nächstbester Gelegenheit · bei nächstmöglicher Gelegenheit · ↗frühestmöglich · möglichst bald · möglichst früh · ↗nächstmöglich · ↗schnellstens · ↗schnellstmöglich · so bald als möglich · so bald wie möglich · so schnell wie möglich · sobald sich die Gelegenheit ergibt · zum baldmöglichsten Zeitpunkt · zum frühestmöglichen Zeitpunkt  ●  ehebaldigst  österr. · ↗ehestens  österr. · ↗ehestmöglich  österr. · so früh wie möglich  Hauptform · am besten gestern  ugs., ironisch · baldestmöglich  ugs.
  • im Schwange sein · in der Luft liegen · unmittelbar bevorstehen
  • bei passender Gelegenheit · im passenden Moment · wenn (sobald) die Zeit reif ist · zum gegebenen Zeitpunkt  ●  wenn es so weit ist  variabel · als die Zeit erfüllt war  geh., Zitat, biblisch · zu gegebener Zeit  geh., Hauptform
  • (es) dauert einen Moment · (es) kann einen Moment dauern · (es) kann sich nur um (ein paar) Minuten handeln · Augenblick bitte! · ↗Moment(chen) · ↗gleich · in ein paar Minuten · in einigen Minuten · in wenigen Minuten · ↗nachher · warte (mal) einen Augenblick! · warte (mal) kurz!  ●  nur eine Sekunde  fig. · (es) kann sich nur noch um Stunden handeln  ugs., Spruch, ironisch, variabel · Momentchen  ugs. · ↗Sekunde  ugs., fig.
Synonymgruppe
(der / die / das) nächste · ↗angehend · designiert · ↗in spe · kommend · künftig · nominiert · vorgesehen (für) · wird schon gehandelt als · zukünftig  ●  ↗perspektivisch  fachspr.
Assoziationen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
futurisch · zukünftig
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitgeber Ausrichtung Betreiber Bewohner Braut Ehemann Elite Energiepolitik Energieversorgung Entwicklung Führungskraft Generation Geschäftspolitik Gestaltung Herausforderung Intendant Nutzer Nutzung Palästinenserstaat Rentner Schwiegereltern Schwiegermutter Schwiegersohn Schwiegertochter Schwiegervater Status Strategie Version Wachstum gegenwärtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zukünftig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf jeden Fall wird sich meine zukünftige Tätigkeit immer in der Nähe des Sports bewegen.
Die Welt, 20.01.2003
So wird er zukünftig eleganter, schlanker, kohärenter handeln müssen, wenn er überleben will.
Der Tagesspiegel, 16.08.2001
Die Piloten werden zukünftig 75 statt 70 Stunden im Monat fliegen.
Der Spiegel, 07.09.1992
Das wollten sie aber alles tun um des zukünftigen Hauses willen.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 57
Aber in Wirklichkeit setzt sie den Abschluß voraus und diskutiert ausschließlich das Programm der zukünftigen Politik.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. V. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 12666
Zitationshilfe
„zukünftig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zukünftig>, abgerufen am 08.12.2019.

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