Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zukommen

Grammatik Verb · kommt zu, kam zu, ist zugekommen
Aussprache 
Worttrennung zu-kom-men
Wortzerlegung zu- kommen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨jmd., etw. kommt auf jmdn. zu⟩ jmd., etw. kommt an jmdn. heran, nähert sich jmdm.
    1. [bildlich] ...
  2. 2. ⟨etw. kommt auf jmdn., etw. zu⟩ etw. steht jmdm., einer Sache bevor
  3. 3. ⟨etw. kommt jmdm. zu⟩ etw. steht jmdm. zu, gebührt jmdm.
    1. ⟨etw. kommt einer Sache zu⟩
  4. 4. ...
    1. [gehoben] ⟨etw. kommt jmdm. zu⟩ jmd. erhält Kenntnis von etw., etw. wird jmdm. übermittelt
  5. 5. ⟨jmdm. etw. zukommen lassen⟩ jmdm. etw. angedeihen, zuteilwerden lassen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmd., etw. kommt auf jmdn. zujmd., etw. kommt an jmdn. heran, nähert sich jmdm.
Beispiele:
er erhob sich von seinem Platz und kam freudestrahlend auf uns zu
sie sah ihn schon von Weitem auf sich zukommen
das Boot kommt auf uns zu
bildlich
Beispiel:
Laß doch dein Ich in dir ausreifen, laß die Liebe auf dich zukommen [ NollHolt2,441]
2.
etw. kommt auf jmdn., etw. zuetw. steht jmdm., einer Sache bevor
Beispiele:
auf ihn kommen Probleme, schwere Entscheidungen zu
Auf die Bauwirtschaft kämen Kostenerhöhungen zu [ Tageszeitung1963]
3.
etw. kommt jmdm. zuetw. steht jmdm. zu, gebührt jmdm.
Beispiele:
er hat mehr verlangt, als ihm (rechtmäßig) zukommt
diese Frage, eine solche Einmischung in meine Angelegenheiten kommt ihm nicht zu
deine Dankbarkeit kommt mir nicht zu
die Entscheidung darüber kommt ihm nicht zu
etw. kommt einer Sache zu
Beispiele:
die Bedeutung, die dem Aufenthalt Goethes in Italien für sein späteres Werk zukommt
dieser Erkenntnis kommt allgemeine Gültigkeit zu
4.
Beispiel:
jmdm. einen Bescheid, eine Botschaft, Nachricht, Mitteilung zukommen lassen (= übermitteln, zuschicken, in die Hände spielen)
gehoben etw. kommt jmdm. zujmd. erhält Kenntnis von etw., etw. wird jmdm. übermittelt
Beispiele:
ihm ist eine Nachricht zugekommen
es war ihr zugekommen, dass man sie der Tat verdächtigte
5.
jmdm. etw. zukommen lassenjmdm. etw. angedeihen, zuteilwerden lassen
Beispiele:
die Stadtverwaltung lässt den alten Baudenkmälern sorgsame Pflege zukommen
jmdm. Fürsorge, Aufmerksamkeit zukommen lassen
jmdm. (monatlich, von Zeit zu Zeit, regelmäßig) Geld, eine bestimmte Summe zukommen lassen (= schenken, geben)
sie ist Köchin und lässt ihm manchmal etwas aus der Küche zukommen
ich wollte dir auch mal etw. Gutes zukommen lassen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kommen · Kunft · Abkunft · Ankunft · Auskunft · Auskunftei · Einkünfte · Herkunft · Niederkunft · Übereinkunft · Unterkunft · Zukunft · zukünftig · Zusammenkunft · abkommen · Abkommen · Abkomme · abkömmlich · ankommen · Ankömmling · aufkommen · auskommen · Auskommen · auskömmlich · einkommen · Einkommen · entkommen · herkommen · Herkommen · herkömmlich · nachkommen · Nachkomme · Nachkommenschaft · Nachkömmling · niederkommen · übereinkommen · überkommen · überkommen · umkommen · unterkommen · verkommen · Verkommenheit · vorkommen · Vorkommnis · zukommen
kommen Vb. ‘sich einem Ort nähern, sich von einem Ort hierher begeben, einen Ort erreichen, eintreffen, erscheinen’, ahd. queman (8. Jh.), mhd. (mit Verschmelzung von u und e zu o) komen, asächs. kuman, mnd. kōmen, kāmen, kommen, mnl. cōmen, nl. komen, afries. kuma, koma, aengl. cuman, engl. to come, got. qiman, anord. koma, schwed. komma (germ. *kweman) führt mit aind. gámati ‘geht’, toch. A käm-, kam-, kum-, toch. B kä(n)m-, kam-, śem- ‘kommen’, griech. bá͞inein (βαίνειν) ‘gehen’, lat. venīre ‘kommen’, lit. gim̃ti ‘zur Welt kommen, geboren werden, entstehen’ auf eine Wurzel ie. *gu̯em- ‘gehen, kommen, zur Welt kommen, geboren werden’. Im Dt. ist der ursprüngliche Anlaut qu- (germ. kw-) im Verbaladjektiv bequem (s. d.) erhalten. Kunft f. ‘das Kommen, Ankommen’ (selbständiges Substantiv bis ins 19. Jh.), ahd. kumft (8. Jh.), kunft (9. Jh.), mhd. kumft, kunft ‘Ankunft, das Kommen, Eintreffen, Zukunft, das Zukünftige’ neben mnd. kumpst, kumst, komst, mnl. comst, nl. komst sind Abstrakta mit sti-Suffix (vgl. auch mit ti-Suffix got. gaqumþs ‘Zusammenkunft, Versammlung’), wobei im Hd. -s- in -f- übergeht mit nachfolgendem Wandel von m zu n; daran anschließend die Ableitung künftig (s. d.). Im frühen 19. Jh. wird das Substantiv in freier Verwendung aufgegeben, bleibt jedoch als Grundwort von Komposita erhalten. Abkunft f. ‘Abstammung, Herkunft’, älter ‘Nachkommenschaft’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Ertrag’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘Übereinkunft’ (18. Jh.). Ankunft f. ‘Herkunft, Ursprung, das Ankommen, Eintreffen’ (2. Hälfte 15. Jh.). Auskunft f. ‘Information, Mitteilung, Antwort’ (18. Jh.), ‘das Herauskommen, Ergebnis’ (17. Jh.), ‘das Ausfließen’ (15. Jh.); Auskunftei f. ‘Auskunftsbüro’ (19. Jh.). Einkünfte Plur. ‘Ertrag, Gewinn, Verdienst’ (16. Jh.); vgl. mhd. īnkumft ‘Eintreffen, Ankunft’. Herkunft f. ‘Brauch, Herkommen’ (17. Jh.), ‘Abstammung’ (16. Jh.); vgl. mnd. hērkum(p)st ‘Herkommen, Abstammung, Brauch’. Niederkunft f. ‘Zeit, Vorgang der Entbindung’ (Ende 17. Jh.). Übereinkunft f. ‘Einigung, Übereinstimmung’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Vertrag, Absprache, Abmachung’ (18. Jh.). Unterkunft f. ‘Obdach, Wohnung, Quartier’ (1. Hälfte 19. Jh.). Zukunft f. ‘die noch bevorstehende, die kommende Zeit’, ahd. zuokumft ‘Herankunft, Ankunft’ (10. Jh.), mhd. zuokumft, zuokunft ‘das (Herzu)kommen, Ankunft, Verfolgung, Zukunft’, bis zu Beginn des 17. Jhs. auch im räumlichen Sinne; zukünftig Adj. ‘zeitlich bevorstehend, in der Zukunft stattfindend’, ahd. zuokumftīg ‘ankommend’ (9. Jh.), mhd. zuokünftic ‘(heran)kommend, künftig, noch zu erwarten’ (im räumlichen Sinne bis 16. Jh.). Als grammatischer Terminus zuekünftig zeit (um 1400) für mlat. (tempus) futurum; dafür (2. Hälfte 18. Jh.) Zukunft (s. Futur). Zusammenkunft f. ‘Treffen, Versammlung’ (16. Jh.). abkommen Vb. ‘sich entfernen, frei-, loskommen’, ahd. abaqueman ‘vergehen’ (11. Jh.), mhd. abekomen ‘von etw. loskommen’; Abkommen n. ‘Übereinkunft, Vertrag’ (2. Hälfte 17. Jh.), zuvor ‘Abstammung, Herkunft’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abkomme m. ‘Nachkomme’ (Mitte 18. Jh.); abkömmlich Adj. ‘entbehrlich’ (1. Hälfte 19. Jh.). ankommen Vb. ‘über einen kommen, ergreifen, eintreffen’, ahd. anaqueman (9. Jh.), mhd. anekomen ‘über einen kommen, hereinbrechen, anfangen, angreifen’; Ankömmling m. ‘neu Hinzukommender’ (17. Jh.); vgl. ahd. quemiling (um 1000), mhd. komelinc, kumelinc ‘Fremdling’. aufkommen Vb. ‘entstehen, sich bilden, sich erheben’, ahd. ūfqueman ‘heraufkommen, auftauchen, entstehen’ (8. Jh.), mhd. ūfkomen ‘in die Höhe kommen, stark werden, heranwachsen, entspringen, am Leben bleiben’. auskommen Vb. ‘zurechtkommen, reichen’, ahd. ūʒqueman ‘herauskommen’ (9. Jh.), mhd. ūʒkomen ‘herauskommen, entstehen, Gewohnheit werden, sich verbreiten’, frühnhd. ‘mit Geldmitteln reichen, sich vertragen’ (15. Jh.); Auskommen n. ‘Lebensunterhalt, Einverständnis’, frühnhd. ‘Einkommen’; auskömmlich Adj. ‘genügend, ausreichend’ (17. Jh.). einkommen Vb. ‘als Gewinn eingehen, sich mit etw. an jmdn. wenden’, ahd. inqueman ‘eindringen, eintreten’ (9. Jh.), mhd. īnkomen; Einkommen n. ‘ständige Einnahme, Gehalt’, mhd. īnkomen ‘Eintreffen, Ankunft’. entkommen Vb. ‘entgehen, -fliehen, -weichen’, mhd. entkomen. herkommen Vb. ‘hierherkommen’, frühnhd. ‘abstammen’, ahd. heraqueman ‘herkommen’ (9. Jh.), mhd. herkomen; vgl. mhd. herkomen Part.adj. ‘aus der Fremde gekommen’; Herkommen n. ‘Herkunft, Abstammung, Brauch, Sitte, Überlieferung’ (15. Jh.); herkömmlich Adj. ‘der Herkunft gemäß, gebräuchlich, überliefert’ (18. Jh.). nachkommen Vb. ‘später kommen’, ahd. nāhqueman ‘nachfolgen’ (um 1000), mhd. nāchkomen ‘nachfolgen’; Nachkomme m. ‘Verwandter in absteigender Linie’, mhd. nāchkome ‘Nachfolger, Nachkomme’; vgl. gleichbed. ahd. afterquemo (10. Jh.); Nachkommenschaft f. ‘Gesamtheit der Nachkommen’ (17. Jh.); Nachkömmling m. ‘nachgeborenes Kind, Nachzügler’, mhd. nāchkomelinc ‘Nachfolger, Nachkömmling’. niederkommen Vb. ‘gebären’ (vgl. mhd. kindes niderkomen), ahd. nidarqueman ‘herabsteigen, fallen’ (um 800), mhd. niderkomen ‘herabfallen, herunterfallen, zu Bett gehen, sich hinlegen’ (seit frühnhd. Zeit auf das Kindbett eingeengt). übereinkommen Vb. ‘sich mit jmdm. einigen’, frühnhd. ‘zusammenfallen, mit jmdm. einig, zufrieden werden’. überkommen Vb. (von Gefühlen, Empfindungen) ‘ergreifen’, älter ‘über etw. kommen, es in seine Gewalt bringen’, ahd. ubarqueman ‘überraschen, überwinden, besiegen’ (8. Jh.), mhd. überkomen ‘hinüberkommen, die Oberhand behalten, verabreden, übereinkommen, zu etw. gelangen, überfallen, bezwingen, überstehen’; überkommen Part.adj. ‘überliefert, vererbt’ (16. Jh.). umkommen Vb. ‘ums Leben kommen, sterben, verderben’, mhd. umbekomen ‘vorüber-, zu Ende gehen, sterben’; vgl. ahd. umbiqueman ‘herumgehen, umringen’ (8. Jh.). unterkommen Vb. ‘Aufnahme, Obdach, Anstellung finden’, umgangssprachlich auch ‘vorkommen’ (Anfang 17. Jh.), ahd. untarqueman (9. Jh.), mhd. underkomen ‘dazwischentreten, verhindern’. verkommen Vb. ‘den inneren Halt verlieren, verwahrlosen’, älter ‘vergehen’, mhd. verkomen ‘vorübergehen, zu Ende gehen, vergehen’; Verkommenheit f. ‘sittlicher Niedergang, Verwahrlosung’ (19. Jh.). vorkommen Vb. ‘nach vorn kommen, zum Vorschein kommen, sich ereignen, geschehen, vorhanden sein’, ahd. furiqueman ‘zuvor-, herauskommen, zutage treten’ (8. Jh.), mhd. vorkomen ‘erscheinen, offenbar werden’; Vorkommnis n. ‘Vorfall’ (19. Jh.). zukommen Vb. ‘gebühren, zustehen, passend sein’, älter auch ‘sich auf etw. zubewegen, sich nähern, Nutzen haben, mit etw. genug haben’, ahd. zuoqueman ‘herannahen, hinzukommen’ (8. Jh.), mhd. zuokomen ‘eintreffen, erscheinen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
anheimfallen · zufallen · zufließen · zukommen · zuteil werden  ●  in den Schoß fallen  fig.
Synonymgruppe
(jemanden) ansprechen · Kontakt aufnehmen · zukommen (auf)  ●  zugehen auf  fig.
Assoziationen
  • (das) Wort richten (an) · (den) Kontakt suchen (mit) · (jemanden) ansprechen (in einer Sache) · (sich) in Verbindung setzen mit · (sich) richten (an) · (sich) wenden (an) · Kontakt aufnehmen (mit) · herantreten (an) · in Kontakt treten (mit) · kontakten · vorstellig werden (bei)  ●  kontaktieren  Hauptform
Synonymgruppe
(jemandem) eigen sein · (jemandem) zukommen · (jemanden) auszeichnen · (jemanden) charakterisieren · (jemanden) kennzeichnen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf jemanden) zukommen · (sich) abzeichnen · (sich) anbahnen · (sich) andeuten · (sich) ankündigen · abzusehen sein · aussehen nach · drohen · erwarten lassen · herannahen · heranrücken · heranziehen · heraufziehen · im Anzug sein · im Verzug sein · in der Luft liegen · ins Haus stehen · knistern im Gebälk (es) · nahen · näher rücken · seine Schatten vorauswerfen · zu erwarten stehen  ●  im Anmarsch sein  fig. · (die) Zeichen stehen auf (...)  geh., variabel · (etwas) ist im Busch  ugs., fig. · es mehren sich die Zeichen (dass)  geh. · heraufdämmern  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›zukommen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zukommen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zukommen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt wußte ich, daß ich wieder eine Chance hatte, mit dem Leben davon zukommen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1975 - 1995, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1999], S. 52]
Er sah ein Buch vor sich, es kam auf ihn zu. [Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 391]
Keineswegs immer kommt freilich solchen Bildungen eine wirklich tiefe innere Kraft zu. [Troeltsch, Ernst: Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen, Tübingen: Mohr 1912, S. 20]
Zwar kommt er nicht allen Klassen in gleicher Ausbildung zu. [Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 1012]
Lange verharrt er in lethargischer Ruhe, als käme von selbst etwas auf ihn zu. [Die Zeit, 16.12.1999, Nr. 51]
Zitationshilfe
„zukommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zukommen>.

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