zumuten

Grammatik Verb · mutet zu, mutete zu, hat zugemutet
Aussprache 
Worttrennung zu-mu-ten
Wortzerlegung zu- muten
Wortbildung  mit ›zumuten‹ als Erstglied: zumutbar
eWDG

Bedeutung

jmdm., sich [Dativ] etw. zumutenvon jmdm., sich unbescheiden etw. Unbilliges verlangen, von jmdm., sich etw. fordern, was ungebührlich, rücksichtslos ist
Beispiele:
»ich besorge dir die Bücher.« »Das möchte ich dir nicht zumuten«
wir wollten dir keinen Logierbesuch zumuten und haben deshalb Hotelzimmer bestellt
sie muss sich schonen und kann sich [Dativ] noch keine Anstrengungen, Strapazen zumuten
er hatte sich [Dativ], seinen Kräften zu viel zugemutet
dass ich das akzeptiere, können sie mir nicht zumuten
das kannst du niemandem, keinem Menschen zumuten
einer Sache etw. zumuten
Beispiel:
der Film mutet den Nerven, dem guten Geschmack der Kinobesucher einiges zu
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mut · Unmut · mutig · muten · vermuten · vermutlich · Vermutung · zumuten · Zumutung · mutmaßen · mutmaßlich · Mutwille · mutwillig · Übermut · übermütig
Mut m. ‘Kühnheit, Unerschrockenheit’, ahd. muot ‘Kraft des Denkens, Seele, Herz, Gemütszustand, Gesinnung, Gefühl, Absicht, Neigung’ (8. Jh.), mhd. muot, asächs. mōd, mnd. mōt, můt, mnl. moet, nl. moed, afries. aengl. mōd, engl. mood ‘Stimmung, Laune’, anord. mōðr ‘Zorn, aufgeregter Sinn’, schwed. mod ‘Mut, Beherztheit’, got. mōþs ‘Zorn’ (germ. *mōþa-). Vielleicht sind vergleichbar griech. mṓsthai (μῶσθαι) ‘streben, trachten, verlangen’, lat. mōs ‘zur Regel gewordener Wille, Sitte, Brauch’ (s. Moral), so daß auf eine Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’ zurückgegangen werden kann. Mut bezeichnet ursprünglich die inneren Triebkräfte, Gemütszustände, Erregungen und Empfindungen des Gefühls im Gegensatz zum Verstand. Vom 16. Jh. an setzt sich die verengte Bedeutung ‘kühne und unerschrockene Haltung gegenüber Wagnis und Gefahr’ durch. Dazu mit negierendem un- (s. d.) Unmut m. ‘Ärger, Mißstimmung’, ahd. unmuot n. ‘Betrübnis’ (um 1000), mhd. unmuot m. ‘Mißstimmung, Zorn’, mnd. unmōt n. m., aengl. unmōd n. mutig Adj. ‘tapfer, kühn’, mhd. muotec, muotic ‘beherzt, kühn’, asächs. mōdag ‘zornig, aufgeregt’, aengl. mōdig ‘aufgeregt, mutig’, got. mōdags ‘zornig’. muten Vb. ‘etw. begehren, verlangen, seinen Sinn auf etw. richten’, ahd. muoten (9. Jh.), muotōn (um 1000), mhd. muoten; seit etwa 1800 als Simplex ungebräuchlich. vermuten Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’ (16. Jh.), mnd. vormōden; vermutlich Adj. ‘wahrscheinlich’ (16. Jh.); Vermutung f. ‘Annahme’ (16. Jh.). zumuten Vb. ‘unbilligerweise etw. von jmdm. verlangen’, mhd. zuomuoten; Zumutung f. (15. Jh.). mutmaßen Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’, spätmhd. muotmāʒen ‘abschätzen’, zu spätmhd. muotmāʒe ‘Teilung nach Angemessenheit, Abschätzung’; mutmaßlich Adj. ‘der Annahme gemäß’ (18. Jh.). Mutwille m. ‘Absicht’, ahd. muotwillo ‘eigener freier Entschluß’ (8. Jh.), mhd. muotwille; mutwillig Adj. ‘absichtlich, leichtfertig’, mhd. muotwillec ‘dem eigenen (guten oder bösen) Willen folgend’. Übermut m. ‘Ausgelassenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. ubarmuot (um 1000), mhd. übermuot ‘stolzer, hochfahrender Sinn’; übermütig Adj. ‘ausgelassen, leichtsinnig, fröhlich’, ahd. ubarmuotīg (8. Jh.), mhd. übermüetec ‘stolz, hochfahrend gesinnt, heldenmütig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
zumuten  ●  antun  ugs.
Synonymgruppe
(etwas) auf sich nehmen · (etwas) in Kauf nehmen · (freiwillig) erdulden · (sich) (etwas) zumuten

Typische Verbindungen zu ›zumuten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zumuten‹.

Verwendungsbeispiele für ›zumuten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was wird so einem alten Baum nicht alles zugemutet, wie wird er vernachlässigt! [Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 189]
Oder man könnte ihm gar am Ende zumuten, auf eine Leiter zu steigen. [Schalcher, Traugott: Die Reklame der Straße, Wien: C. Barth 1927, S. 38]
Dafür mutet der Hersteller dem Kunden aber einige Einschränkungen zu. [C't, 2000, Nr. 15]
Das Leben, für das ich mich entschieden habe, möchte ich ihnen nicht zumuten. [Die Zeit, 24.06.1999, Nr. 26]
Nach dem Tod des Vaters hatte sie ihnen keinen neuen Mann zugemutet. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 672]
Zitationshilfe
„zumuten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zumuten>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
zumute
zumutbar
zumischen
zumindest
zumessen
zumüllen
zunageln
zunderbeständig
zundertrocken
zunehmen