Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

zupasskommen

Grammatik Verb · kommt zupass, kam zupass, ist zupassgekommen
Nebenform zupassekommen · Verb · kommt zupasse, kam zupasse, ist zupassegekommen
Aussprache [ʦuˈpaskɔmən] · [ʦuˈpasəkɔmən]
Worttrennung zu-pass-kom-men ● zu-pas-se-kom-men
Ungültige Schreibungen zupaßkommen, zupaß kommen, zupass kommen, zupasse kommen
Rechtschreibregeln § 2, § 34 (1.3)
eWDG

Bedeutung

etw., jmd. kommt jmdm. zupassetw. geschieht, jmd. kommt im rechten Augenblick, etw., jmd. kommt gelegen
Beispiele:
dieses Geld, Angebot kam ihm zupass
seine Erfahrungen werden ihm bei dieser neuen Aufgabe zupasskommen
das kommt mir gut zupass!
du kommst uns sehr zupass!
unerwartete Besucher kommen nicht immer zupass
dieser Auftrag kam ihr vermutlich nicht recht, gar nicht zupass
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paß1 · Paßgang · zupaß · zupaßkommen
Paß1 m. ‘Gebirgsübergang, Durchgang, durch eine Talenge führender Weg’, mhd. pas ‘Teile der Eingeweide des Hirsches (Gedärm?)’, ferner (westmd., am Niederrhein) ‘Schritt, Gang, Weg’, unter mnl. Einfluß auch ‘rechtes Maß, die rechte, angemessene Zeit’, spätmhd. (md.) ‘abgemessener Teil, Abschnitt’, Entlehnung aus afrz. pas ‘Schritt, Spur, gemessene Gangart, Schrittmaß, Durchgang, Übergang, bestimmte Stelle’ (frz. pas), teilweise vermittelt durch gleichbed. mnl. mnd. pas, die darüber hinaus die Bedeutungen ‘bestimmter Zustand, bestimmtes, richtiges Maß, Angemessenheit’ entwickeln (vgl. mnl. te pas(se), mnd. to pas(se), van pas(se), frühnhd. zu paß, zu passe ‘in angemessenem Zustand, recht, gelegen’, nhd. in der Wendung zupaß, zupasse kommen). Dazu tritt weiterhin frühnhd. pass (um 1400), Passo (Anfang 16. Jh.) ‘Gebirgsübergang, enger Durchgang’ (s. auch Engpaß) im Anschluß an gleichbed. ital. passo. Dem frz. wie dem ital. Wort liegt lat. passus ‘Schritt, Tritt, Gang, Doppelschritt als Längenmaß, Klafter’, mlat. auch ‘Durchgang, Übergang, Textabschnitt’ zugrunde, eigentlich ‘das Ausspreizen’ (der Füße beim Gehen), zu lat. pandere (passum) ‘auseinanderbreiten, ausspreizen’, Kausativum von lat. patēre ‘offenstehen, klaffen, sich erstrecken, zugänglich, sichtbar sein’. In der 2. Hälfte des 16. Jhs. übernimmt Paß von afrz. mfrz. pas, ital. passo die Bedeutung ‘auf gleichzeitigem Vorsetzen der beiden Beine einer Seite beruhende langsame, wiegende Gangart einiger Vierfüßer’ (bei Kamelen, Bären, durch Dressur bei Pferden), heute üblicher in der Zusammensetzung Paßgang m. (Anfang 18. Jh.); vgl. früher bezeugtes Paßgänger ‘sich im Paßgang fortbewegender Vierfüßer’ (17. Jh.). Die Sportsprache des 20. Jhs. gebraucht Paß im Sinne von ‘gezieltes, meist flaches Zuspielen des Balles an einen Spieler der eigenen Mannschaft’. Die alte Bedeutung ‘rechtes Maß, rechte Zeit, angemessener Zustand’ (s. oben; s. auch passen) bewahrt die Zusammenrückung zupaß Adv. ‘sehr gelegen’, zu pasz, zu passe ‘wohl auf, gesund’ (16. Jh.), zumal in zupaßkommen Vb. ‘zu rechter Zeit, gerade recht, gelegen kommen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) gelegen kommen · (jemandem) ins Konzept passen · (jemandem) passen · (jemandem) zupasskommen · (mit etwas) vereinbar sein · (sehr) recht sein · genau richtig kommen · gerade recht kommen  ●  (jemandem) kommod sein  regional · (jemandem) (gut) in den Kram passen  ugs. · (jemandem) zupass kommen  geh.
Assoziationen
  • (sich) stürzen auf · hochwillkommen · nur auf etwas gewartet haben · wie gerufen kommen · willkommene Gelegenheit (zu)  ●  (ein) gefundenes Fressen  fig. · (nur) allzu bereitwillig (übernehmen o.ä.)  variabel · Steilvorlage  fig. · kommen wie gerufen  Hauptform · (sich) wie die Geier stürzen auf  ugs.
Zitationshilfe
„zupasskommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zupasskommen>.

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