zupfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungzup-fen
Wortbildung mit ›zupfen‹ als Erstglied: ↗Zupfinstrument  ·  mit ›zupfen‹ als Letztglied: ↗abzupfen · ↗aufzupfen · ↗auszupfen · ↗glattzupfen · ↗herauszupfen · ↗herumzupfen · ↗zerzupfen · ↗zurechtzupfen
eWDG, 1977

Bedeutung

an etw. zupfen(wiederholt) ruckartig und vorsichtig mit den Fingerspitzen an etw. ziehen
Beispiele:
verlegen, nervös an der Tischdecke zupfen
die Kranke zupfte andauernd an der Bettdecke
jmdn. am Ärmel, Bart zupfen
sich am Ohr, an der Nasenspitze zupfen
wenn er über etw. nachdenkt, zupft er (sich) mit Daumen und Zeigefinger an seinem Kinn, sein Kinn
sie zupfte immer wieder an seiner Krawatte, bis sie endlich saß
das Kind zupfte die Mutter am Rock, am Rock der Mutter
Musik etw. zupfenan den Saiten eines Musikinstruments ruckartig reißen
Beispiele:
die Gitarre, Zither zupfen
die Saiten zupfen
an einer Saite zupfen
etw. (aus etw.) zupfenetw. mit den Fingerspitzen erfassen und von etw. anderem trennen, herausziehen
Beispiele:
Wolle, Baumwolle zupfen
veraltet Scharpie zupfen
einen Faden aus einem Gewebe zupfen
umgangssprachlich jmdm., sich [Dativ] Fusseln vom Kleid zupfen (= jmdm., sich Fusseln vom Kleid ablesen)
jmdm., sich [Dativ] die Augenbrauen (mit der Pinzette) zupfen (= störende Haare entfernen)
im Garten Unkraut zupfen
eine Blume aus der Vase zupfen
die Blütenblätter aus einer Margerite zupfen
auf der Weide gab es für die Tiere nichts mehr zu zupfen (= nichts mehr zu fressen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zupfen · Zupfgeige · Zupfgeigenhansel
zupfen Vb. ‘mit den Fingerspitzen rupfen, reißen’ (15. Jh.). Die alte Bedeutung ‘Flachs, Hanf raufen’ und die obd. weithin verbreitete Form zopfen (vgl. Hopfen zopfen) lassen eine Ableitung von ↗Zopf (s. d.) im Sinne von ‘Haarbüschel’ als wahrscheinlich erscheinen. Zupfgeige f. öst. für ‘Laute’ und ‘Gitarre’ (Ende 19. Jh.), von der Wandervogelbewegung aufgenommen und verbreitet (neben häufigerem ↗Klampfe, s. d.). Zupfgeigenhansel m. Liederbuch des Wandervogels (1909), kurz Der Zupf.

Thesaurus

Synonymgruppe
jäten · ↗rupfen · zupfen (Unkraut)
Synonymgruppe
rupfen · zupfen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenbraue Banjo Bart Bass Bassist Blütenblatt Fussel Gitarre Gitarrist Harfe Jackett Klampfe Kontrabass Krawatte Manschette Ohrläppchen Saite Trikot Unkraut abzupfen auszupfen herauszupfen herumzupfen nervös rumzupfen rupfen verlegen zerren zurechtzupfen Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zupfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie genießt es, von den anderen Kindern angesprochen zu werden, zupft dabei manchmal etwas verlegen an ihren Haaren und bemüht sich zu helfen.
Der Tagesspiegel, 30.07.2002
Man rauft sich, man zupft sich, man verulkt sich gegenseitig.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1921
Sie knöpfte ihm den Mantel zu, den er bisher offen getragen hatte, und zupfte an seinem Schal.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 369
Die Mädchen rupfen und zupfen Papier, dann rennen sie in die Wälder.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 230
Sie verlangten vom Vater Erklärungen, hoben ihrerseits die Arme, zupften unruhig an ihren Bärten und wichen nur langsam gegen ihr Zimmer zurück.
Kafka, Franz: Die Verwandlung. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 14652
Zitationshilfe
„zupfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zupfen>, abgerufen am 22.10.2019.

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