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zupfen

Grammatik Verb · zupft, zupfte, hat gezupft
Aussprache 
Worttrennung zup-fen
Wortbildung  mit ›zupfen‹ als Erstglied: Zupfinstrument · Zupfkuchen  ·  mit ›zupfen‹ als Letztglied: Trikotzupfen · abzupfen · aufzupfen · auszupfen · glatt zupfen · glattzupfen · herauszupfen · herumzupfen · zerzupfen · zurechtzupfen
eWDG

Bedeutung

an etw. zupfen(wiederholt) ruckartig und vorsichtig mit den Fingerspitzen an etw. ziehen
Beispiele:
verlegen, nervös an der Tischdecke zupfen
die Kranke zupfte andauernd an der Bettdecke
jmdn. am Ärmel, Bart zupfen
sich am Ohr, an der Nasenspitze zupfen
wenn er über etw. nachdenkt, zupft er (sich) mit Daumen und Zeigefinger an seinem Kinn, sein Kinn
sie zupfte immer wieder an seiner Krawatte, bis sie endlich saß
das Kind zupfte die Mutter am Rock, am Rock der Mutter
Musik etw. zupfenan den Saiten eines Musikinstruments ruckartig reißen
Beispiele:
die Gitarre, Zither zupfen
die Saiten zupfen
an einer Saite zupfen
etw. (aus etw.) zupfenetw. mit den Fingerspitzen erfassen und von etw. anderem trennen, herausziehen
Beispiele:
Wolle, Baumwolle zupfen
veraltetScharpie zupfen
einen Faden aus einem Gewebe zupfen
umgangssprachlichjmdm., sich [Dativ] Fusseln vom Kleid zupfen (= jmdm., sich Fusseln vom Kleid ablesen)
jmdm., sich [Dativ] die Augenbrauen (mit der Pinzette) zupfen (= störende Haare entfernen)
im Garten Unkraut zupfen
eine Blume aus der Vase zupfen
die Blütenblätter aus einer Margerite zupfen
auf der Weide gab es für die Tiere nichts mehr zu zupfen (= nichts mehr zu fressen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

zupfen · Zupfgeige · Zupfgeigenhansel
zupfen Vb. ‘mit den Fingerspitzen rupfen, reißen’ (15. Jh.). Die alte Bedeutung ‘Flachs, Hanf raufen’ und die obd. weithin verbreitete Form zopfen (vgl. Hopfen zopfen) lassen eine Ableitung von Zopf (s. d.) im Sinne von ‘Haarbüschel’ als wahrscheinlich erscheinen. Zupfgeige f. öst. für ‘Laute’ und ‘Gitarre’ (Ende 19. Jh.), von der Wandervogelbewegung aufgenommen und verbreitet (neben häufigerem Klampfe2, s. d.). Zupfgeigenhansel m. Liederbuch des Wandervogels (1909), kurz Der Zupf.

Thesaurus

Synonymgruppe
jäten · rupfen · zupfen (Unkraut)
Synonymgruppe
rupfen · zupfen

Typische Verbindungen zu ›zupfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zupfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›zupfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man rauft sich, man zupft sich, man verulkt sich gegenseitig. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 05.03.1921]
Warum zupft sie uns beim Hören jedes Mal so schmerzlich am Herzen? [Die Zeit, 29.01.2007, Nr. 05]
Gezupft statt gestrichen – das ist hier eben nicht gehupft wie gesprungen. [Die Zeit, 30.04.2001, Nr. 18]
Gleich werden den beiden Frauen die Bilder des Tages um die Ohren fliegen, und darum zupfen sie ein letztes Mal die Haare in Stellung. [Die Zeit, 11.03.1988, Nr. 11]
Sie knöpfte ihm den Mantel zu, den er bisher offen getragen hatte, und zupfte an seinem Schal. [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 369]
Zitationshilfe
„zupfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zupfen>.

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