zurück

GrammatikAdverb
Aussprache
Worttrennungzu-rück
Wortbildung mit ›zurück‹ als Erstglied: ↗zurückzu  ·  mit ›zurück‹ als Grundform: ↗zurück-  ·  formal verwandt mit: ↗rück-
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
wieder zum Ausgangsort, Ausgangspunkt, in Richtung auf den Ausgangsort, Ausgangspunkt, nach hinten
Beispiele:
bitte zurück!
nun zwei Schritte zurück!
umgangssprachlich »ich habe meinen Personalausweis vergessen.« »Dann nichts wie zurück
umgangssprachlich er hatte Angst, dass er den Weg zurück nicht findet
umgangssprachlich die Fahrt von Berlin zurück war sehr schön
mit Dank zurück (= wieder an den Besitzer)
einen Schritt zurück machen
Zurück! du rettest den Freund nicht mehr [SchillerBürgschaft]
Urschriftlich zurück (= wieder an den Absender), da Empfänger nicht zuständig [GoesAber im Winde256]
a)
hin und zurück
Beispiele:
wir sind hin und zurück gelaufen
bitte einmal Leipzig hin und zurück (= bitte eine Fahrkarte für die Hin- und Rückfahrt)
b)
vor und zurück
Beispiel:
die Maschine bewegt sich langsam vor und zurück
c)
in Verbindung mit Modalverben
umgangssprachlich
Beispiele:
ich muss, will bald zurück
das Buch soll heute noch zurück (= zurückgebracht werden)
d)
zurück sein (= wieder am Ausgangsort, zurückgekehrt, wieder da sein)
Beispiele:
er ist noch nicht zurück, wird bald zurück sein
er ist wieder aus Ungarn zurück
ich bin spätestens in zehn Minuten, zum Mittagessen, um acht Uhr zurück
e)
übertragen
Beispiel:
wir wollen nicht zu den alten Zuständen zurück (= zurückkehren)
f)
übertragen es gibt kein Zurück (mehr) (= es gibt keine Rückkehr, Umkehr)
Beispiel:
Jetzt, da die Stunde des Handelns gekommen ist, darf es kein Zurück mehr geben [LiebknechtReden466]
g)
übertragen, umgangssprachlich nicht mehr zurück können (= etw. nicht mehr rückgängig machen können)
Beispiel:
ich habe nun einmal zugesagt, ich kann nicht mehr zurück
2.
umgangssprachlich hinten
Beispiel:
Und nun noch ein Trupp und etwas weiter zurück kommt noch ein dritter [ViebigWeiberdorf1]
3.
umgangssprachlich
a)
zurück sein (= nicht den normalen geistigen, körperlichen Entwicklungsstand erreicht habend, zurückgeblieben sein)
Beispiele:
sie ist (in ihrer Entwicklung, geistig, körperlich) etwas zurück
er ist in Mathematik sehr zurück
b)
zurück sein (= nicht einen allgemeinen fortgeschrittenen ökonomischen, gesellschaftlichen Entwicklungsstand erreicht habend, rückständig sein)
Beispiele:
dieses Land ist sehr, um Jahrzehnte zurück
die Natur ist in diesem Jahr noch sehr, weit zurück (= nicht so weit wie sonst)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rücken · zurück · Rückblick · Rückfall · rückfällig · Rückgang · rückgängig · Rückkehr · Rücksicht · rücksichtslos · rücksichtsvoll · berücksichtigen · Rücksprache · Rückstand · rückständig · Rückzug · Rückhalt · rücklings · Rucksack · Rückseite · rückwärts · rückwärtig
Rücken m. ‘Rückseite des menschlichen Oberkörpers, Oberseite des tierischen Rumpfes’, ahd. (h)ruggi (8. Jh.), mhd. rügge, rugge, rück(e), ruck(e), asächs. hruggi- (in hruggibēn ‘Rückenknochen’), mnd. rugge, mnl. rugghe, rigghe, regghe, nl. rug, aengl. hrycg (auch ‘Anhöhe’), engl. ridge (auch ‘Gebirgskamm, Erhöhung, First’), anord. hryggr, schwed. rygg (germ. *hrugja-) führen mit außergerm. Verwandten wie aind. krúñcati ‘krümmt sich, bewegt sich in Krümmungen’, lat. crux (Genitiv crucis) ‘Balken (mit Querholz), Marterpfahl’ (s. ↗Kreuz), ir. crūach ‘Haufen, Schober, Hügel’, korn. cruc ‘Hügel’, lit. kriáuklas ‘(Ge)rippe, Skelett’, kriaũklė ‘Schneckenhäuschen’ auf ie. *(s)kreuk-, eine Erweiterung von ie. *(s)kreu-, seinerseits Erweiterung der verbreiteten und vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (s. ↗Reis n.). Mhd. frühnhd. rück(e) nimmt im 16. Jh. die Endung -en aus den obliquen Kasus des zur schwachen Flexion übergetretenen ehemaligen ja-Stammes an. zurück Adv. ‘rückwärts, (nach) hinten, hinter, wieder zum Ausgangspunkt’, ahd. zi rugge (9. Jh.), mhd. ze rucke, zerucke, zerücke ‘hinter sich, rückwärts’, eigentlich ‘nach dem Rücken, auf dem, im Rücken, dem Rücken zu’, mnd. to rugge, mnl. terugghe, nl. terug. zurück bildet Zusammensetzungen mit Verben (vgl. zurückblicken, -gehen, -liegen, -rufen) und in der Regel deren Ableitungen auf -ung (vgl. Zurückbildung, -haltung), während Verbalnomina mit eigener Stammbildung die Kurzform Rück- bevorzugen. Rückblick m. ‘Blick auf Vergangenes’ (Ende 18. Jh.). Rückfall m. ‘Teil der Mitgift, der nach kinderlosem Absterben an die Verwandten zurückgeht, das Zufallen eines Lehens an den Lehnsherrn beim Tode des Lehnsträgers’ (Ende 17. Jh.); dann (wohl als Übersetzung von lat. bzw. medizin.-lat. recidīva) ‘Rückkehr in einen scheinbar überwundenen Krankheitszustand’, übertragen ‘Rückkehr in einen früheren (schlechteren) Zustand’ (18. Jh.); rückfällig Adj. (17. Jh.). Rückgang m. ‘Verringerung, Abnahme’; rückgängig Adj. ‘zum Ausgangspunkt zurückführend, sinkend’ (beide 17. Jh.). Rückkehr f. ‘das Zurückkehren, Heimkehr, Fahrt zum Ausgangspunkt zurück’ (Anfang 18. Jh.). Rücksicht f. ‘Achtsamkeit gegenüber Interessen, Gefühlen anderer, wohldurchdachte Erwägungen, Gründe’ (18. Jh.), Übersetzung von gleichbed. lat. respectus (s. ↗Respekt); rücksichtslos Adj. ‘ohne Rücksicht handelnd, unbedenklich, schonungslos, selbstsüchtig’ (Anfang 19. Jh.), rücksichtsvoll Adj. ‘voll Rücksicht handelnd, Rücksicht nehmend’ (19. Jh.); berücksichtigen Vb. ‘Rücksicht nehmen, in Betracht ziehen, beachten’ (Anfang 19. Jh.). Rücksprache f. ‘Besprechung noch ungeklärter Fragen’ (18. Jh.), eigentlich ‘Bericht des Verhandlungsbevollmächtigten an den Auftraggeber’, wohl aus der nd. Kanzleisprache, mnd. ruggesprāke. Rückstand m. ‘Zurückbleibendes, Rest, noch ausstehende Forderung’ (17. Jh.); rückständig Adj. ‘restlich, übrigbleibend, noch ausstehend (von Zahlungen), überholten Ansichten anhängend, au fniederer Entwicklungsstufe verharrend’ (Ende 17. Jh.). Rückzug m. ‘Zurückweichen vor dem Angriff eines Gegners und Aufgabe des bis dahin besetzten Gebietes’ (17. Jh.). Mit Rücken bzw. älterem Rück(e) sind zusammengesetzt Rückhalt m. ‘Stütze, Hilfe, Rückendeckung, Vorbehalt’ (16. Jh.). rücklings Adv. ‘rückwärts, nach hinten, mit dem Rücken nach vorn oder nach unten’, ahd. ruggilingūn ‘rückwärts, hinten’ (um 900), mhd. rückelingen, frühnhd. rücklings (16. Jh., Luther), s. ↗-lings. Rucksack m. ‘mit Traggurten versehener, auf dem Rücken zu tragender sackartiger Behälter’ (2. Hälfte 19. Jh.), aus den obd. Alpenmundarten in umlautloser Form, vgl. schweiz. ruggsack (Mitte 16. Jh.). Rückseite f. ‘rückwärtige, hintere Seite, Kehrseite’ (18. Jh.). rückwärts Adv. ‘nach hinten, zurück, der ursprünglichen Bewegung entgegengesetzt, mit dem Rücken zuerst, hinten’ (17. Jh.), eigentlich ‘nach der Richtung, wo sich der Rücken befindet’ (s. ↗-wärts). Vgl. spätmhd. zurucke wart (14. Jh.). Auch, zumal bair. und öst., für ‘hinten’ (nach rückwärts ‘nach hinten’), wozu die Weiterbildung rückwärtig Adj. ‘dahinter, hinten, an der Rückseite befindlich oder geschehend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
nach hinten · ↗retour · ↗rückwärts · zurück  ●  ↗retro  lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

beißen blaffen blicken düsen ebnen fahren fliegen fließen gehen giften greifen grüßen hinken holen katapultieren kehren keilen lehnen liegend mieten mögen rudern scheuen schießen schrecken sehnen treten tönen weisen ziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zurück‹.

Zitationshilfe
„zurück“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zurück>, abgerufen am 21.01.2019.

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