zuriegeln

GrammatikVerb
Worttrennungzu-rie-geln
eWDG, 1977

Bedeutung

etw. mit einem Riegel schließen, etw. verriegeln
Beispiele:
die Türen, Fenster zuriegeln
er hatte hinter sich (die Tür) zugeriegelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Riegel · riegeln · verriegeln · zuriegeln · abriegeln
Riegel m. ‘Schieber (bzw. in älterer Zeit Querholz) als Verschlußvorrichtung, Sperre, Querbalken, in gleichgroße Abschnitte eingeteilter Streifen (z. B. von Schokolade, Seife), aufgesetzter Stoffstreifen’, ahd. rigil ‘Türriegel’ (11. Jh., in der Zusammensetzung rigilstab ‘Richtscheit, Meßlatte’ bereits 10. Jh.), mhd. rigel ‘Türriegel, Querholz, Querstange, kleine Anhöhe’, mnd. rēgel ‘Riegel, Querbalken, Querstange, Latte, Reling’, mnl. rēghel ‘Planke, Latte, gerade Linie, Lineal’, rijghel, rijchel ‘Riegel, Latte’, mnl. nl. richel ‘Leiste, Querbalken, Lattengestell, Bord, Sims’. Diese nur im Kontinentalwestgerm. nachzuweisenden Formen, deren Herleitung lange umstritten war, sind wohl als volkssprachliche Weiterentwicklungen einer schon in der Römerzeit erfolgten Entlehnung von lat. rēgula ‘Leiste, Latte, Stab, Richtscheit, Lineal, Regel’ (teilweise vermutlich über vlat. *regula mit verkürztem Stammvokal, vielleicht in Anlehnung an die Vokalquantität des Präsens von zugrundeliegendem lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’) zu erklären; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 441 f., de Vries Nl. 568, FEW 10, 223 (s. auch ↗Regel). Andere Deutungen gehen, da die dt. Formen maskulines Genus zeigen (nur im Nl. daneben auch femininer Gebrauch), von der Annahme eines ursprünglich germ. Maskulinums aus, das sie an die Wortgruppen von ↗Reck (s. d.), von ↗Rahe, ↗regen (s. d.) oder von ↗Reihe (s. d.) anzuschließen suchen, und billigen dem lat. Substantiv höchstens sekundären Einfluß zu. riegeln Vb. ‘mit einem Riegel verschließen’, ahd. rigilōn ‘schützen’ (9. Jh.), mhd. rigelen ‘den Riegel vorschieben, verriegeln, verschließen’; im Nhd. treten an die Stelle des Simplex meist die verdeutlichenden Präfixbildungen verriegeln Vb. mhd. verrigelen ‘verriegeln, versperren, einschließen’, zuriegeln Vb. (15. Jh.), abriegeln Vb. (Ende 18. Jh., auch übertragen ‘absperren, den Zugang unterbinden’).

Typische Verbindungen zu ›zuriegeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tür riegeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zuriegeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›zuriegeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anderseits ist es nicht billig, ihm die Welt vor der Nase zuzuriegeln.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 332
Das Fenster zuriegelnd fiel ihm ein, daß im geheimen Zimmer das Lüftungsfenster offen gelassen sein könnte.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 268
Wenn die Tür ins Nichts sich einmal geöffnet hat, kann sie nie wieder zugeriegelt werden.
Die Welt, 06.02.2001
Ich drückte mein Taschentuch vor die Augen, stand auf und riegelte geräuschvoll die Schlafzimmertür hinter mir zu.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1493
In einem Gewölbe nahe der Pestsäule wurden einmal zu Weihnachten die schweren Eisentüren zugeriegelt.
Die Zeit, 10.06.1983, Nr. 24
Zitationshilfe
„zuriegeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zuriegeln>, abgerufen am 20.01.2020.

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