zusammenrotten

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungzu-sam-men-rot-ten
Wortzerlegungzusammen-rotten
Wortbildung mit ›zusammenrotten‹ als Erstglied: ↗Zusammenrottung
eWDG, 1977

Bedeutung

abwertend sich (meist in aufrührerischer Absicht) zusammenscharen
Beispiele:
eine Gruppe von Jugendlichen rottete sich nachts in der Stadt zusammen
erregte Volkshaufen, die sich zu Kolonnen zusammenrotteten [KlabundBracke138]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rotte · rotten1 · rottieren · zusammenrotten
Rotte f. ‘Schar, Menge’, besonders (seit frühnhd. Zeit) ‘Haufen, Horde, üble, verbrecherische Bande’, mhd. rote, rot, rotte ‘Kriegerschar, Genossenschaft’ ist wie mnd. rōte, rāte ‘Schar, Abteilung’, nl. rot, mengl. rute, route, engl. rout entlehnt aus afrz. rote ‘Trupp, Kriegerschar, Gefolge, Gesellschaft’. Dies ist hervorgegangen aus mlat. rupta, rut(t)a, rot(t)a ‘Schar, Abteilung, Räuberhaufen’, dem substantivierten Part. Perf. Fem. (vielleicht über ein vorauszusetzendes turba rupta, turma rupta ‘abgesprengte Schar’) von lat. rumpere ‘(zer)brechen, zerreißen, zersprengen’ (s. auch ↗Route). rotten1 Vb. (heute unüblich) ‘in Rotten ordnen, scharen’, reflexiv ‘eine Rotte bilden’, mhd. roten ‘scharen, ordnen, sammeln’; rottieren Vb. ‘sich in Gruppen zusammenscharen’, mhd. rot(t)tieren; zusammenrotten Vb. reflexiv ‘in Mengen herbeiströmen, sich in Gruppen zusammenscharen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) sammeln · ↗(sich) zusammenscharen · ↗(sich) zusammenschließen  ●  ↗(sich) vereinen  Hauptform · ↗(sich) zusammenlegen  selten · (sich) zusammenrotten  abwertend · (sich) scharen (um)  geh. · ↗(sich) zusammentun  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Bande Bauer Demonstrant Fan Gruppe Hundert Jugendliche Masse Menschenmenge Mob Randalierer Rudel Tausend Wolke begehen manchmal plötzlich rotten rund

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›zusammenrotten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie rotten sich zusammen, nur so fühlen sie sich stark.
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Um unsere Mutter zu beschützen, haben wir Kinder uns instinktiv zusammengerottet.
Die Welt, 30.01.2003
So rotteten sich in diesen Tagen die Bauern zu hellen Haufen zusammen.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 904
Unterdessen möge er die Truppen beschwichtigen, die sich zusammengerottet hätten und ihren Sold verlangten.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 121
Im Winter rotten sich verschiedene Familienverbände der Wölfe dort, wo der Wald in die Tundra übergeht, zu weit umherschweifenden Meuten zusammen.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 154
Zitationshilfe
„zusammenrotten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zusammenrotten>, abgerufen am 15.11.2019.

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